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Digitalisierung als Veränderungstreiber im Gesundheitswesen

Dr. Eike Wenzel

Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel vom Institut für Trend- und Zukunftsforschung äußert sich zu kurz- und mittelfristigen Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen. Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf Praxisprozesse? Welche Rolle spielt dabei das Thema „mündiger Patient“?

Vita Dr. Eike Wenzel

„Der Trendforscher mit dem niedrigsten BlaBla-Faktor“, wie das Wirtschaftsmagazin „Business-Punk“ kürzlich feststellte. Dr. Eike Wenzel, Gründer und Leiter des Instituts für Trend- und Zukunftsforschung (GmbH) und Herausgeber des Informationsdienstes „Megatrends!“. Mit www.zukunftpassiert.de betreibt Dr. Eike Wenzel das deutsche Webportal für wissenschaftliche Trend- und Zukunftsforschung. Eike Wenzel ist als Kolumnist u.a. für “Wirtschaftswoche”, “HuffingtonPost”, „Enorm“ und “Zeit” tätig.



Herr Dr. Wenzel, was wird uns die Zukunft in Sachen Gesundheit bringen?

Auf jeden Fall Veränderung. Der große Veränderungstreiber dabei ist derzeit die Digitalisierung. Das bedeutet starke Umwälzungen in Wirtschaft und Gesellschaft, doch auch die Medizin wird sich dadurch stark umgestalten. Das betrifft die Telekommunikation, zum Beispiel Smartphones, wie auch Großgeräte, in der Medizin beispielsweise Röntgenverfahren wie CT.

Wann wird diese Digitalisierung Ihrer Meinung nach stattfinden?

Im Prinzip reden wir über Entwicklungen in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Doch die Digitalisierung in der Medizin hat längst begonnen. Viele Patienten machen ihren Termin per Internet aus. Man kann sich aufs Smartphone etliche Gesundheits-Apps laden oder Sport-Tracker nutzen, die mich über meinen Puls, Kalorienverbrauch oder Sportleistung informieren – und diese Informationen können online von überall her abgerufen werden. Mit Hilfe der Digitalisierung lassen sich heute auch schon Roboter für Routine-Operationen steuern.

Wie könnte für Sie als Zukunftsforscher diese künftige digitale Medizin denn konkret aussehen?

Die Vernetzung aller Beteiligten in der Medizin ist technisch bereits möglich: Über eine Daten-Wolke, eine Health-Cloud, können alle Patientendaten wie CT-Bilder oder Laborbefunde, abgerufen bzw. eingepflegt werden; Beratungen werden per Chat oder Videokonferenz abgehalten. In diese Daten-Cloud können nicht nur Ärzte, sondern auch die Patienten selbst beispielsweise ihre Blutzuckermesswerte einstellen, die dann bei Bedarf von autorisierten Ärzten abgerufen werden.
Auch die Smart-Home-Technologie wird für die Medizin nutzbar. Per App wird dann nicht mehr nur die Heizung aus der Ferne gesteuert, sondern der Arzt kann beispielsweise eine Heimdialyse überwachen und „fernsteuern“.

Sind mit dieser Technik nicht viele, vor allem ältere Menschen überfordert?

Das glaube ich nicht. Schließlich ist es die Altersgruppe der über 60-Jährigen, bei der der größte Zuwachs an technischem Know-how zu verzeichnen ist. Aber natürlich werden die neuen und die klassischen Vorgehensweisen, wie wir sie heute kennen, eine Weile parallel laufen.

Ändert sich durch die Ausweitung der Digitalisierung auch etwas im Ablauf in den Arztpraxen?

Insgesamt wird sich das Berufsbild des Arztes radikal verändern. Und die Digitalisierung wird neue Jobprofile hervorbringen und mehr Stellen schaffen. Zum Beispiel einen hochspezialisierten Pfleger und Apparate-Experten, der in seiner Qualifikation zwischen klassischer Pflegekraft und dem Arzt steht. Ein solcher Spezialist könnte Routine-Untersuchungen vornehmen oder beispielsweise Blutzuckermessgeräte auslesen. Nur bei Auffälligkeiten müsste der eigentliche Arzt in Aktion treten. Und auch das gibt es faktisch schon: die Diabetes-Beraterin. In vielen diabetologischen Praxen führen sie bereits genau diese Aufgaben durch.

Werden Ihrer Einschätzung nach die Menschen künftig nur noch online mit ihrem Arzt kommunizieren?

Insgesamt geht der Trend in der medizinischen Versorgung zu mehr Eigenverantwortung, Stichwort: Der mündige Patient. Die Digitalisierung hilft dabei. Er kann sich via Internet Informationen über seine Beschwerden verschaffen, Kontakt mit dem Arzt halten und vor allem seine Daten verwalten – und auch darüber entscheiden, welche Gesundheitsdaten er für wen (Arzt, Pfleger, Versicherung) freigibt. Mittels Skype oder Telemedizin kann auch mehr persönlicher Kontakt zum Arzt hergestellt werden. Ein Vorteil in ländlichen Gebieten, wo die Menschen weite Wege zum Doktor haben. Routine-Arzt-Besuche lassen sich so reduzieren.

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