Grundlagen



Die Insulinpumpentherapie ist für Menschen mit Diabetes ein Wegbereiter für ein besseres und komfortableres Leben. Sie läßt sich am besten erklären, wenn man zum Vergleich die natürliche Funktion der Bauchspeicheldrüse und die intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT), die Sie sehr wahrscheinlich bereits durchführen, heranzieht.

Die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse eines Menschen ohne Diabetes gibt ständig kleine Mengen an Insulin in den Blutkreislauf ab, der es zur Leber sowie zu den Muskel- und Fettzellen transportiert. Nur mit Insulin kann der Blutzucker in diese Zellen geschleust werden.

Je nach Energiebedarf des Körpers und der Höhe des Blutzuckers schüttet die Bauchspeicheldrüse die notwendige Menge Insulin aus. Wenn man isst, schüttet die Bauchspeicheldrüse eine Extramenge Insulin aus, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Zwischen Mitternacht und drei Uhr nachts ist der Insulinbedarf am niedrigsten. Am höchsten hingegen ist er früh morgens. Dieser hohe Insulinbedarf am frühen Morgen wird nach dem englischen Wort für Morgendämmerung "Dawn- Phänomen" genannt. Das Dawn-Phänomen ist der Grund dafür, dass Menschen mit Diabetes ohne Insulinpumpe zur Vermeidung einer Hyperglykämie früh morgens aufstehen müssen, um sich Insulin zu spritzen.

Die intensivierte Insulintherapie (ICT)

Bei der intensivierten konventionellen Insulintherapie wird die Insulinzufuhr aufgeteilt:
  • Lang wirkendes Verzögerungsinsulin deckt den Grundbedarf an Insulin ab und wird daher auch Basal- oder Basisinsulin genannt. Es wird meistens zweimal täglich, morgens und abends, unabhängig von den Mahlzeiten verabreicht.
  • Kurzfristig erhöhter Insulinbedarf, z.B. aufgrund einer Mahlzeit, wird durch eine zusätzliche Gabe schnell wirkenden Insulins gedeckt. Diese zusätzliche Gabe wird auch Bolus genannt, das schnell wirkende Insulin entsprechend auch Bolusinsulin.

(Bei der konventionellen, nicht-intensivierten Insulintherapie wird dagegen lediglich zu festen Zeiten eine Mischung aus Basal- und Bolusinsulin verabreicht, d.h. Aktivitäten und Mahlzeiten müssen sich streng nach dem Zeitpunkt und der Dosis des verabreichten Insulins richten).

Mit der ICT, bei der Sie mehr als 3x täglich Insulin spritzen müssen, versucht man also, dem "Biorhythmus der Insulinversorgung" durch die Bauchspeicheldrüse nahe zu kommen. Dabei bleiben jedoch einige wesentliche Probleme ungelöst:

1. Nächtliche Hypoglykämien

Der Insulinspiegel des Verzögerungsinsulins ist im Körper zwischen 0 und 3 Uhr höher als der tatsächliche Insulinbedarf. Die Folge: Der Blutzucker sackt ab, bis hin zur Hypoglykämie.

2. Morgendliche Hyperglykämien

In den frühen Morgenstunden, wenn der Insulinbedarf ansteigt ("Dawn-Phänomen") und gleichzeitig die Insulinwirkung nachlässt, kann es zu Hyperglykämien kommen. Die Folge: Der Blutzucker ist bereits beim Aufwachen zu hoch.

3. Nachteile im Alltag

Täglich sind zwischen vier und sieben Injektionen notwendig. Der Alltag muss daraufhin abgestimmt werden, körperliche Aktivitäten, wie z.B. Sport, müssen im Vorfeld geplant werden, morgens ausschlafen ist nicht möglich...

...sicher fallen Ihnen dazu noch mehr Dinge ein.

Eine Insulinpumpentherapie ist der Weg, die therapeutischen Herausforderungen zu meistern und führt zu mehr Flexibilität im Leben von Menschen mit Diabetes.



Eine Insulinpumpe - was ist das?

Eine Insulinpumpe ist die Alternative für Diabetiker, die mit der intensivierten Therapie behandelt werden und regelmäßig den Blutzucker messen. Eine Insulinpumpe ersetzt die Injektionen mit der Spritze oder dem Pen. Sie wird außen am Körper, z.B. am Gürtel getragen. Über einen dünnen Schlauch (Infusionsset), dessen Kanüle unter der Haut sitzt, gibt die Insulinpumpe kontinuierlich Normalinsulin oder schnellwirkendes Analoginsulin zur Deckung des Insulingrundbedarfs an den Körper ab.

Das zu den Mahlzeiten benötigte Insulin wird zusätzlich per Knopfdruck abgerufen. Damit ist der Körper optimal mit Insulin versorgt, nach dem Vorbild der Bauchspeicheldrüse. Über 40.000 Menschen mit Diabetes werden in Deutschland zur Zeit bereits mit einer Insulinpumpe behandelt. Weltweit sind es mindestens 250.000. Menschen mit Diabetes genießen mehr Freiheit und Flexibilität im Alltag und sind dabei gut eingestellt.


Was bringt eine Insulinpumpe?

Eine Insulinpumpe versorgt Menschen mit Diabetes optimal mit Insulin und gibt Ihnen mehr Freiheit und Flexibilität im Leben:
  • Stabilere Stoffwechsel-Einstellung mit besseren HbA1c-Werten ohne schwere Hypoglykämien.
  • Leistungsfähig sein, auch wenn Stress und unregelmäßige Arbeitszeiten den Tagesablauf erschweren.
  • Essen, wann, was und häufig auch wieviel man möchte - aus Genuss, nicht aus Zwang.
  • Zum Sport gehen, wenn man Lust hat - ohne Stunden vorher planen zu müssen.
  • Keine Spritzen bzw. Injektionen mit dem Pen.
  • Morgens ausschlafen

Mehr Freiheit und Flexibilität beim Essen: Für den Nachtisch müssen Insulinpumpennutzer nicht mehr extra spritzen. Und wenn sie keinen Hunger oder keine Zeit haben, fällt die Mahlzeit eben aus.

Ausschlafen erlaubt: Eine Insulinpumpe versorgt den Insulinpumpennutzer rund um die Uhr mit dem Insulin-Grundbedarf, den er braucht - auch nachts.
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