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Abhängigkeit: Viele Diabetiker lehnen eine Insulinpumpe von vorn herein ab, weil sie sich nicht von ihr 24 Stunden am Tag abhängig machen wollen und weil sie fürchten, die Pumpe könnte im Alltag lästig sein.

Tatsache ist: Wer sich für eine Insulinpumpe entscheidet, muss sie als Begleiter akzeptieren. Allerdings ist die Insulinpumpe heute so klein und leicht, dass man schnell vergisst, dass sie überhaupt da ist. Sie macht im Alltag alles mit, ist robust und sogar stoßfest.

Wenn Sie eine Insulinpumpe in bestimmten Situationen ablegen wollen, z. B. beim Sport, am Strand oder beim Sex, ist das auch kein Problem. Einige Stunden überbrücken Sie mit einem kleinen Bolus, bei einer längeren Unterbrechung steigen Sie kurzfristig auf die Ihnen bekannte Pen- bzw. Spritzentherapie um.

Mit entsprechenden abkoppelbaren Kathetern können Sie die Insulinpumpe auch kurzfristig ablegen, ohne einen neuen Katheter legen zu müssen.

abnorme Nüchternglucose: Sind die Nüchternglukosewerte auf Werte zwischen 110 und 126 mg/dl (venöse Plasmaglukose) bzw. 100 und 110 mg/dl (kapilläre Vollblutglukose) erhöht, spricht man von einer abnormen Nüchternglukose oder "impaired fasting glucose" (IFG). In diesem Fall sollte jedoch auch die Glukosetoleranz mit Hilfe des OGTT ermittelt werden, um den Befund abzusichern.

Acanthosis nigricans: Stellt eine Verdunkelung und Verdickung der Haut dar. Sie tritt häufig in Zusammenhang mit einem unentdeckten Diabetes auf.

Acarbose: Ein Alpha-Glucosidase-Hemmer, der in der Behandlung des Typ-2-Diabetes verwendet wird. Mögliche Nebenwirkungen: Blähungen (Meteorismus), Durchfälle.

ACE-Hemmer: blutdrucksenkende Mittel, die auch die Nieren schützen; bevorzugte Mittel, um den Blutdruck und das Fortschreiten von Nierenschäden bei Diabetes zu beherrschen.

ACE-Inhibitoren: Abkürzung für Hemmstoffe des Angiotensin-converting Enzyms. Sie bewirken eine Senkung des Blutdruckes durch Hemmung und Umwandlung von Angiotensin.

Acetonurie: Im Zustand der relativen Entgleisung bei Blutzuckerwerten über 250 mg/dl ohne adäquate Insulingabe führt die sportliche Betätigung nicht zum Rückgang des Blutzuckers, vielmehr zum Anstieg von freien Fettsäuren, Azetacetat und ß-Hydroxybutyrat, also zu einer Zunahme der "Entgleisung".

Acetylsalicylsäure: Anwendung bei leichten bis mäßigen Schmerzen, beispielsweise Kopfschmerzen und zur Fiebersenkung. Weiterhin wird es verwendet, um Durchblutungsstörungen im Gefäßsystem des Herzens und des Gehirns vorzubeugen. Im arteriellen Gefäßsystem soll verhindert werden, daß die Blutplättchen sich zusammenballen und ein Gefäßverschluß entsteht. Dadurch soll die Gefahr für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall vermindert werden.

ADA: American Diabetes Association

Adipositas: "Fettleibigkeit". Vermehrung des Fettgewebes am ganzen Körper. Entsteht meist entweder durch übermäßige Nahrungsaufnahme oder durch Stoffwechselerkrankung.

Adrenalin: Eines der so genannten "Stress-Hormone", die im Nebennierenmark gebildet werden. Es ist der Gegenspieler (Antagonist) zum Insulin. Blutdrucksteigernd mit dem Effekt einer Überzuckerung.

adrenerge Symptome: Symptome bei Unterzuckerung: Schwitzen, Zittern, Herzklopfen, Tachycardie, Unruhe, Nervosität, Hungergefühl, Aggressivität.

Aerobic-Übungen: jede Art von körperlichem Training, bei dem durch die Anregung der Herz- und Lungenfunktionen die Muskeln mit dem nötigen Sauerstoff versorgt werden, so z.B. Fahrradfahren, Schwimmen, Laufen und kraftvolles Gehen. Trainieren Sie große Muskelgruppen, wie Arme oder Beine.

Akutes Koronarsyndrom: In Deutschland und anderen Industrienationen sind kardiovaskuläre Erkrankungen häufigste Todesursache und wichtige Ursache von Arbeitsunfähigkeit und eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit.

Albumin: bestimmtes Eiweiß im Blut, die Ausscheidung von Albumin im Urin ist ein wichtiger Parameter für die diabetische Nierenerkrankung (Nephropathie)

Albuminurie: Übermäßig starke Albumin-/Eiweiß-Ausscheidung mit dem Urin. Anzeichen einer Nierenerkrankung als Komplikation eines Diabetes mellitus.

allogene Transplantation: Transplantation von Gewebe eines fremden Spenders der gleichen Spezies (z.B. von Mensch zu Mensch).

Alpha-Glukosidase-Inhibitoren: Gleichbedeutend alpha-Glukosidase-Hemmer. Es handelt sich hierbei um Orale Antidiabetika. Sie verlangsamen die Aufnahme von Glukose im Darm und somit auch den Glukoseanstieg im Blut.

Alpha- Zellen: Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die Glukagon absondern.

Alter: Wann sollte man mit einer Insulinpumpentherapie beginnen, und ab welchem Alter ist es zu spät?
Dies ist eigentlich keine Frage des Alters, sondern der Motivation.
Generell gilt: je früher, desto besser - um diabetesbedingte Folgeerkrankungen möglichst früh vorzubeugen. Immer häufiger wird die Insulinpumpentherapie heute schon bei Kindern und Jugendlichen empfohlen, als Therapieform bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft genutzt.

Amniozentese: Vorgang, bei dem ein Arzt ungefähr in der 15. Schwangerschaftswoche eine geringe Menge Fruchtwasser aus der Fruchtblase entnimmt (das ist die flüssige Umgebung, in der sich das Baby während der Schwangerschaft befindet); eine Untersuchung dieser Flüssigkeit gibt Auskunft über mögliche genetische oder biochemische Störungen, Unverträglichkeit der Blutgruppen, sowie über die Lungenreife des Fötus.

Amylin: Wird gemeinsam mit Insulin in den B-Zellen der Langerhanschen Inseln hergestellt. Neueren Untersuchungen zufolge unterstützt Amylin die Wirkung von Insulin in der Diabetes-Behandlung und macht eine bessere Blutzucker-Kontrolle möglich.

Analog-Insuline: Humaninsuline mit gentechnisch abgeänderter Aminosäuresequenz.

Angina pectoris: Schmerzen oder Druckgefühl im Brustbereich, die typischerweise zur linken Schulter und Arm ausstrahlen; wird durch mangelhafte Blutversorgung des Herzens ausgelöst; Vorstufe eines Herzinfarktes.

Angiotensin: Eine Substanz des Blutes, die eine Verengung der Blutgefäße bewirkt und somit den Blutdruck erhöht.

Angiographie: Mit Hilfe von Röntgen-Kontrastmitteln werden die Gefäße sichtbar gemacht. Häufig geschieht dies im Zusammenhang mit einem chirugischen Eingriff.

Angiopathie: Gefäßerkrankung, die bei Diabetes mellitus gehäuft auftritt.

Antigen: körperfremde Substanz, häufig ein Protein; regt den Körper zur Bildung eines Antikörpers an, der nur mit diesem Antigen reagiert.

Antikoagulanz: Stoff, der die Blutgerinnung verhindert oder verzögert.

Antikörper: Protein, das durch bestimmte Zellen im Immunsystem als Reaktion auf einen anderen Stoff (ein Antigen) produziert wird, und das ganz spezifisch mit diesem Stoff reagiert.

Antioxidanzien: Leicht oxidierbare Stoffe. Die Bildung freier Sauerstoffradikale wird gehemmt, dadurch entsteht eine Schutzfunktion hinsichtlich verschiedener Erkrankungen. Natürliche Antioxidanzien sind vor allem in Obst und Gemüse enthalten.

antiseptisch: keimfrei

Arteriosklerose: Überbegriff für Erkrankungen, bei denen es zu einer Verdickung der Arterienwände mit gleichzeitigem Verlust der Elastizität kommt. Kennzeichen sind Ablagerungen von Plaques aus Cholesterin, Fett und Zellabfällen an den Arterienwänden. Einer der Hauptgründe für schwere Herzerkrankungen. Begünstigt durch zunehmendes Alter, Fettleibigkeit, Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterin-Werte, Stoffwechselerkrankungen und Diabetes mellitus.

Ärztliche Betreuung: Wenn Sie sich für die Insulinpumpentherapie entscheiden, lernen Sie zunächst im Rahmen einer intensiven Schulung, mit Ihrer Insulinpumpe im Alltag umzugehen. Meist finden diese Schulungen in sogenannten Pumpenzentren statt.
Zur weiteren ärztlichen Betreuung bleiben Sie dann in Kontakt mit dem Pumpenzentrum oder mit dem Arzt Ihres Vertrauens. Hier finden Sie sofortigen telefonischen Rat, wenn kurzfristig Probleme mit der Insulinpumpentherapie auftreten.

Aspartam: Künstlich hergestellter zuckerfreier Süßstoff.

asymptomatisch: Ohne erkennbare Anzeichen einer Krankheit.

Atemnotsyndrom (ANS): Lebensbedrohliches Atemversagen, bei dem sich die Lungen bei der Geburt nicht entfalten. Früher bekannt als Hyalinmembranerkrankung.

Atheromatöser Plaque: Fett- und Kalkablagerungen in Gefäßen

Atherosklerose: siehe Arteriosklerose

Autoantikörper: Das Immunsystem bildet aufgrund von krankhaften Fehlregulationen Anti-Körper gegen körpereigene Zellen.

Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen, die ganz oder teilweise durch die Bildung von Antikörpern entstehen, die zerstörerisch auf Organe des eigenen Körpers ("autoaggressiv") wirken. Das Auftreten eines Typ-1-Diabetes geht oft mit einer erhöhten Antikörper-Produktion parallel, die eine Zerstörung von Betazellen der Bauchspeicheldrüse bedingt.

Autoimmunreaktion: Antigen-Antikörper-Reaktion zwischen Autoantigen und spezifischem Autoantikörper infolge der Autoimmunkrankheit.

autologe Transplantion: Transplantation von körpereigenem Gewebe

autonome Neuropathie: Folgeerkrankung des Diabetes. Es hat eine Störung der inneren Organe zur Folge

Azeton: kann entstehen, wenn der Blutzucker entgleist und der Fettabbau bei gleichzeitig fehlender Kohlenhydratzufuhr gesteigert ist; im Urin nachweisbar.

 

B

Ballaststoffe: Sind nicht verwertbare Kohlenhydrate, Pflanzen- und Nahrungsfasern. Der tägliche Bedarf: mindestens 30 Gramm. Sie bewirken einerseits, dass man mehr und länger kauen muss, andererseits ein länger anhaltendes Sättigungsgefhl. Sie tragen wesentlich zu einem langsameren Blutzuckeranstieg bei und senken die Blutfette (siehe auch Triglyzeride).

Basalrate: Eine Insulinpumpe gibt rund um die Uhr den Insulin-Grundbedarf - Basalrate genannt - gemäß des programmierten Insulinbedarfs automatisch ab und versorgt so den Körper kontinuierlich mit Insulin.

Das Basalratenprofil wird anhand Ihres individuellen Tagesprofils eingestellt. Accu-Chek Insulinpumpen bieten 24 stündlich variable Basalraten und können so dem Biorhythmus des individuellen Insulinbedarfs angepasst werden.

Bauchspeicheldrüse: Lage: Hinter dem unteren Teil des Magens. Im exokrinen Teil produziert der etwa handgroße Pankreas täglich 1,5 Liter Verdauungssaft, der in den Zwölffingerdarm abgegeben wird. Im endokrinen Drüsenteil entstehen Insulin und Glukagon und werden ans Blut abgegeben. Sie regulieren den Blutzucker.

BE: Siehe Broteinheit

Belastungsfähigkeit: Haben Sie Stress im Alltag, im Beruf oder mit den Kindern? Leisten Sie Schichtarbeit? Mit der Insulinpumpe merken Sie schnell, dass Sie wieder viel belastungsfähiger sind.
Sie werden automatisch mit dem Insulingrundbedarf versorgt, können die Basalrate spontan anpassen und erreichen durch die Insulinpumpentherapie eine Flexibilität in Ihrem Alltag, die durch diese Therapieform erreicht werden kann.
Und Sie müssen nicht zu bestimmten Zeiten morgens und abends Verzögerungsinsulin spritzen.
Die CSII kann die Stoffwechseleinstellung verbessern und Ihnen zu mehr Lebensqualität verhelfen.

Betazellen: Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin absondern.

Biguanid: Blutzuckersenkendes Medikament, das die Produktion von Glukose in der Leber unterdrückt und nicht direkt auf die Insulinproduktion wirkt.

Blutfette: Gemessen werden normalerweise HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyceride. Erhöhte LDL-Cholesterin und Triglyzerine und gleichzeitig erniedrigte HDL-Cholesterinwerte sind ein Risikofaktor für Herz-und Gefäßerkrankungen und treten häufig in Zusammenhang mit Typ 2 Diabetes auf.

Blutzuckermessgerät: Handgerät, das den Blutzuckerspiegel misst. Ein Tropfen Blut (das man durch einen Stich in den Finger erhält) wird auf einen schmalen Streifen aufgetragen, den man in das Messgerät einführt. Das Messgerät misst den Blutzuckerspiegel und zeigt ihn anschließend an.

Blutzuckerspiegel: Konzentration an Glukose ("Traubenzucker im Blut") im Blut. Der Blutzuckerspiegel kann gemessen werden. Der normale Nüchternblutzuckerspiegel liegt unter 110 mg/dl. Nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit liegt der normale Blutzucker unter 140 mg/dl. Erhöhte Messwerte können als Hinweis auf einen Diabetes mellitus gelten.

BMI: Abkürzung für Body Mass Index. Dieser Rechenwert (kg/m2) beschreibt das Körpergewicht in Kilogramm in Abhängigkeit zur Körpergröße in Metern (m). Werte unter 19 gelten als zu niedrig, über 25 als zu hoch.

Body-Mass-Index: Siehe BMI

Bolus: Mit dem Bolus gleichen Sie den nahrungsabhängigen Insulinbedarf aus und korrigieren im Bedarfsfall einen zu hohen Blutzucker. Er wird über den gleichen Katheter und aus der gleichen Insulinampulle abgegeben wie die Basalrate.

Broteinheit: Früher BE, die 12 g Kohlenhydraten entsprach. Wird heute durch KE ersetzt, die als Schätzeinheit 10 - 12 g Kohlenhydraten entspricht.

 

C

C-Peptid: Ein Nebenprodukt der körpereigenen Insulinproduktion. Aus jedem Proinsulinmolekül, das die Betazelle produziert, wird ein kleines Stück (C-Peptid) herausgeschnitten. Dieses ist im Blut nachweisbar. Mit einem Test lässt sich die C-Peptid Konzentration messen. Dadurch kann festgestellt werden, ob die Betazellen noch Insulin produzieren.

Cholesterin: Fettsubstanz, die für den Stoffwechsel von Bedeutung ist. Kommt in allen tierischen Produkten vor. Ein Fett, das im Blut zirkuliert. Erhöhte Cholesterin-Werte machen das Auftreten von Atherosklerose wahrscheinlich. Siehe auch HDL, LDL.

Continuous subcutaneous insulin infusion (CSII): (amerikan.) Bezeichnung für das Insulin-verabreichende Pumpensystem, eine moderne Alternative zum täglichen Spritzengebrauch.

Convenience Food: Fertigprodukt, "bequemes Nahrungsmittel". Vorteil ist die schnelle Zubereitung (nur noch garen), wesentlicher Nachteil ist der hohe Gehalt an Salz, Fetten und Zucker sowie an Kalorien und der Mangel an Mineralstoffen. Ist daher selten für Diabetiker-Ernährung geeignet.

Cortisol: Hormon, das von den Nebennieren produziert wird. Erhöht den Blutzuckerspiegel.