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Gegenregulierende (Stress-)Hormone: Hormone, die bei Stress-Situationen ausgeschüttet werden. Sie umfassen Glukagon, Epinephrin (Adrenalin), Noradrenalin, Cortisol und Wachstumshormon. Sie regen die Leber zur Freisetzung von Glukose und die Zellen zur Freisetzung von Fettsäuren an, um den erhöhten Energiebedarf abzudecken. Wenn der Körper einen Insulinmangel aufweist, dann können solche Extra-"Brennstoffe" zu erhöhtem Blutzucker und einer Ketoazidose führen.

Gestationsdiabetes: Schwangerschaftsdiabetes, tritt bei etwa ein bis fünf Prozent aller Schwangeren vorübergehend auf und verschwindet in der Regel wieder nach der Geburt. Muss unbedingt streng vom Arzt und der werdenden Mutter überwacht und behandelt werden. Dann besteht kaum Risiko für Folgeschäden.

Gestose: auch Präklampsie: Schwangerschaftserkrankung, die gekennzeichnet ist durch Bluthochdruck (Hypertonie) und Eiweißausscheidung durch die Niere, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) und Krampfanfällen.

Gestörte Glucosetoleranz: Eine gestörte Glucosetoleranz oder Glucoseintoleranz liegt vor, wenn nach dem oralen Glucose-Toleranztest der Plasmaglucosewert im venösen Blut nach 2 Stunden zwischen 140 und 200 mg/dl liegt.

Gestörte Glukoseverträglichkeit: Begriff zur Beschreibung von Blutzuckerspiegel, die zwischen dem normalen und diabetischen Bereich liegen. Ist an sich noch keine Form von Diabetes, kann sich aber bei Nichtbeachtung zu Diabetes entwickeln.

Gestörte Hypoglykämiewahrnehmung: der Patient erkennt die Warnzeichen einer Unterzuckerung nicht mehr.

Gesundheitsfürsorge-Team: Professionelles Team, das dem Patienten beim Umgang mit Diabetes zur Seite steht. Das Team kann aus Ärzten, staatlich geprüften Diätassistenten oder zertifizierten Diabetes-Schulungsfachkräften bestehen (eine zertifizierte Diabetes-Schulungsfachkraft, kann aber auch ein Arzt, eine staatlich geprüfte Krankenschwester oder ein staatlich geprüfter Diätassistent sein). Ebenso können auch Augenärzte, Footerpfleger und andere Fachleute dem Team angehören.

Glaukom: Erhöhter Augeninnendruck (Grüner Star).

Glaskörper: durchsichtiges, gel-artiges Material, mit dem der Hohlraum des Augapfels gefüllt ist. Wird auch manchmal als Vitreus oder Vitreum bezeichnet.

Glomeruläre Filtrationsrate (GFR): Maß für die pro Zeiteinheit über die Nieren filtrierte Menge an Primärharn aus dem Blut. Normwerte:

(beide Werte bezogen auf einen durchschnittlichen Erwachsenen) Diese Werte gelten etwa bis zum 30. Lebensjahr, danach ist eine Abnahme von 10ml/min für jede weitere Dekade normal. Eine vorzeitige und stärkere Abnahme der GFR kann eine der begleitenden Entwicklungen der diabetischen Stoffwechselerkrankung sein.

Glomerulus: Netzwerk von Kapillaren, die in der Niere als Filter wirken.

Glukagon: Hormon, das von den Alphazellen der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Erhöht den Blutzuckerspiegel.

Glukagon-Kit: Notfall-Ausrüstung, die das fertig gemischte Hormon enthält. Wird verwendet, um Hypoglykämieanfälle und bewusstlose Diabetes-Patienten zu behandeln.

glukoplastische Aminosäuren: Diese Aminosäuren werden im Stoffwechsel zu Di- und Tricabonsäuren abgebaut, dadurch entsteht Glukose. Glukoplastische Aminosäuren sind vor allem wichtig, um den Blutzuckerspiegel bei nicht ausreichender Kohlenhydratzufuhr konstant zu halten.

Glukose: = Traubenzucker. Ist ein Einfachzucker. Der Wert der Blutglukose, oder Blutzucker, wird bei der Blutzuckerbestimmung gemessen. Einfacher Zucker, der durch Spalten von Kohlenhydraten der Nahrung entsteht. Sorgt für schnellen Energieschub nach einer Mahlzeit.

Glukosurie: Zuckerausscheidung im Urin.

Glykämie: Anwesenheit von Glukose im Blut. Siehe auch Hypoglykämie, Hyperglykämie.

Glykogen: die Form, in der Glukose in der Leber und den Muskeln gespeichert wird.

Glykohämoglobin-Test: Spiegelt den durchschnittlichen Glukosegehalt im Blut für einen Zeitraum von 2-3 Monaten vor Durchführung des Tests wider. Am genauesten ist der HbA1C-Test.

 

H

Halbwertzeit: Maß für den Zeitraum, den ein Medikament, Hormon oder anderer Stoff im Körper benötigt, um zu 50 Prozent abgebaut zu werden.

Hämatokrit: Prozentualer Volumenanteil der Erythrozyten (rote Blutzellen) im Blut. Bestimmung durch Zentrifugieren.

Hämoglobin: Eisenhaltiges Pigment der roten Blutzellen. Transportiert Sauerstoff aus den Lungen ins Gewebe.

Harnzuckertest: Durch einen Teststreifen lässt sich der Zuckergehalt des Urins messen.

HbA1C-Wert: Hämoglobin A1C: Gilt als das Blutzuckergedächtnis des Körpers. Gibt die Konzentration der Hämoglobin-Moleküle an, die durch eine hohe Blutzuckerkonzentration Glucose gebunden haben. Daten von bis zu zehn Wochen vor Messung werden mit diesem Wert überprüfbar. Normalwert: < 6,5 %

HDL: = High density lipoprotein. Das so genannte "gute Cholesterin": Hohe Blutwerte an HDL (über 60 mg/dl) sollen Herzerkrankungen vorbeugen. Dem gegenüber stehen Studienergebnisse, die einen niedrigen HDL- Level (unter 35 mg/dl) mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße in Zusammenhang bringen.

Herz-Kreislauf-Erkrankung: Erkrankung des Herzens und der Blutgefässe.

Herzinsuffizienz: Unter Herzinsuffizienz versteht man die Unfähigkeit des Herzens, das vom Organismus benötigte Herzzeitvolumen bei normalem enddiastolischem Ventrikeldruck zu fördern. Dadurch ist das Herz nicht mehr in der Lage, die Gewebe mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen, um deren Stoffwechsel in Ruhe oder unter Belastung sicherzustellen. Die Herzinsuffizienz ist ein klinisches Syndrom, dem verschiedene strukturelle oder funktionelle kardiale Ursachen zugrunde liegen können.

Herzzustandsanalyse: Risikoanalyse, die das Gefäßerkrankungsrisiko des Patienten im Verhältnis zum Mindestrisiko seiner Geschlechts- und Altersgruppe darstellt. Basiert auf den Daten der sog. Framingham-Studie.

Honeymoon (Flitterwochen)-Phase: Temporäres Abklingen der Krankheit. Tritt bei etwa 20% der Typ-1-Patienten kurz nach Ausbruch der Krankheit auf. Die Bauchspeicheldrüse fängt wieder an bis zu einem gewissen Grad Insulin zu produzieren, jedoch nur für einige Wochen oder Monate.

Hormon: Botenstoff aus der Hormondrüse; hat verschiedene Funktionen; wirkt in kleinsten Mengen an oder in unterschiedlichen Geweben.

Hypercholesterinämie: Fettstoffwechselstörungen umfassen eine Reihe von Krankheiten, welche Anomalien in Bezug auf Gehalt und Stoffwechsel von Plasmalipiden und Lipoproteinen hervorrufen. Hyperlipidämien sind von hervorstechender klinischer Relevanz, da sie einen wesentlichen Risikofaktor für die Entwicklung von Atherosklerose und den daraus entstehenden Gefäßkrankheiten, wie die koronare Herzerkrankung, darstellen.

Hyperglykämie: Erhöhter Blutzuckerwert. Zu den akuten Anzeichen zählen: häufiger Wasserdrang und übermäßiger Durst. Unbehandelt kommt es zu diabetischen Folgeerkrankungen: Herzkreislauf-Schäden, Nervenschäden (Neuropathien), Augenerkrankungen (Retinopathien) und Nierenbeteiligung (Nephropathien). Normwert für den Blutzucker: 120 mg/dl.

Hyperglykämisches Koma: auch "diabetisches Koma". 1. nicht ketoazidotisch 2. ketoazidotisch Lebensbedrohliche, unkontrollierte Situation vorwiegend bei Typ 1-Diabetes, die aus einem Mangel an Insulin resultiert. Muss sofort mit Insulin und Elektrolytlösungen behandelt werden. Lebensgefahr!

Hyperinsulinämie: zu hohe Konzentration von Insulin im Blut.

Hyperlipidämie: allgemeiner Ausdruck für überhöhten Fettgehalt im Blut, z.B. Cholesterin und Triglyceride.

Hypertonie: Bluthochdruck. Liegt vor, wenn der Blutdruck ständig über 140/90 mm Hg ist. (diastolisch) mm Quecksilbersäule (mmHg). Für die Diagnose müssen mindestens drei Mal erhöhte Blutdruckwerte bei mindestens zwei verschiedenen Gelegenheiten gemessen werden. Die Hypertonie gilt als Risikofaktor für arteriosklerotische Gefäßerkrankungen ("Verkalkungen").

Hypoglykämie: Erniedrigte Blutzuckerwerte (unter 50 mg/dl). Ursache können zu niedrige Kohlenhydrataufnahme, zuviel Insulin oder übermäßige körperliche Anstrengung sein. Beschwerden: Schwitzen, Zittern, Sehstörungen, Koordinationsstörungen, Schwindelgefühl, Launigkeit, Verwirrung. Eine unbehandelte Unterzuckerung kann zu Bewusstlosigkeit führen.

Hypoglykämische Reaktion: Symptome wie Kopfschmerzen, Schwächegefühl, sinkende Konzentrationsfähigkeit, Sehstörungen und Heißhunger, die bei einem Diabetes-Patienten mit zu niedrigem Blutzuckerspiegel (unter 40-80/mg/dl) auftreten. Ausgelöst wird die Reaktion durch zu viel Insulin, zu viel körperliche Aktivität, zu wenig essen und andere Faktoren.

 

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ICT: Intensive Insulinbehandlung mit einem lang wirksamen (Verzögerungs-) Insulin als Basisinsulin, zu dem zu den Mahlzeiten kürzer wirkendes Normal- oder Alt-Insulin dazu gespritzt wird. Mehrmals tägliche Insulin-Injektionen und Blutzuckermessungen sind erforderlich.

Immunchemischer Test: Testmethode, bei der eine Substanz mit Hilfe von Antikörpern nachgewiesen werden kann.

Immunsuppression: Abschwächung des Immunsystems. Menschen, die eine Nieren- oder Bauchspeicheldrüsentransplantation hinter sich haben, bekommen immunsuppressive Medikamente verabreicht, um zu verhindern, dass das Immunsystem das neue Organ abstößt.

Impaired fasting glucose: Siehe: Abnorme Nüchternglukose.

Insulin: Hormon der Bauchspeicheldrüse. Unterstützt die Zellen bei der Aufnahme von Glukose, die als Energiespender dient. Das Hormon wird als Antwort auf die im Blut kreisende Glukose in den Langerhans-Zellen (Betazellen) der Bauchspeicheldrüse gebildet. Schlüsselfunktion beim Einschleusen des Blutzuckers in die Zellen und zur folgenden Energiegewinnung. Ein Fehlen oder eine ungenügende Wirksamkeit des Insulins sowie eine verminderte Empfindlichkeit auf Insulin beeinflusst den Zucker- und Fettstoffwechsel.

Insulin-Analoga: Insulin, das gentechnologisch oder chemisch verändert ist. Dadurch soll z.B. eine schnellere Resorption und damit eine früher einsetzende Wirkung im Blut erreicht werden. Bsp.: Lispro-Insulin: schnellerer Wirkeintritt und kürzere Wirkdauer wie Altinsulin.

Insulin-Pen: kleine, wiederaufladbare, stiftähnliche Insulinspritze.

Insulinpumpe: Durch eine kleine, tragbare Pumpe wird kontinuierlich Normalinsulin (oder ein schnell wirkendes Insulinanalogon) in den Körper gepumpt.

Insulinresistenz: die Körperzellen sind nicht in der Lage, Glukose bei gleichzeitigem Vorhandensein von Insulin aufzunehmen, d.h. dass Insulin keine oder verringerte Wirkung entfaltet. Eine grundlegende Stoffwechselabnormalität, die oft Ursache für den Typ-2-Diabetes ist. Die Körperzellen reagieren zu gering oder gar nicht mehr auf Insulin. Sie sind resistent für Insulin.

Insulinsekretionsstörung: Eine Insulinsekretionsstörung liegt vor, wenn die Betazellen der Bauchspeicheldrüse nach dem Essen ungenügend Insulin zur Verfügung stellen. Dies führt zu erhöhten Blutzuckerwerten.

Insulinsensitizer: Gehören zur Klasse der Glitazone. Hauptvertreter sind Pioglitazon und Rosiglitazon. Insulinsensitizer erhöhen die Sensitivität der Körperzellen für Insulin und bewirken so eine Verminderung des Blutzuckers.

Intensivierte Insulinbehandlung (ICT): Vielfache tägliche Anwendung von Insulininjektionen, um eine ganz strenge Blutzuckerkontrolle zu gewährleisten. Sie ist verbunden mit häufigen Selbstkontrollen des Blutzuckerspiegels.