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Wie oft messen?
Wie häufig der Blutzucker im Einzelfall kontrolliert werden sollte, hängt grundsätzlich von der Diabetestherapie ab. Einzelheiten zur Blutzuckerselbstkontrolle, zu Therapiebesonderheiten und Ihre persönlichen Lebensumstände besprechen Sie am besten ausführlich mit Ihrem Arzt. Zusätzliche Blutzuckerbestimmungen können in Sondersituationen wichtig sein, z. B., wenn Anzeichen einer Unterzuckerung auftreten oder bei einer Erkrankung, die mit Fieber, Erbrechen und Durchfall verbunden ist. Auch vor Sport, auf Reisen, vor einer längeren Autofahrt oder bei einer Ernährungsumstellung kann es wichtig sein, dass man seine Blutzuckerwerte kennt und auf Veränderungen entsprechend reagiert. Zusätzliche Messungen sind zudem sinnvoll bei starken Verschiebungen im Tagesablauf, zum Beispiel bei Schichtdienst oder bei einem Urlaub mit Zeitverschiebung.
Tipps für eine sanfte Blutentnahme
- Legen Sie alle Messutensilien wie Blutzuckermessgerät, Teststreifen, Stechhilfe mit Lanzette und Tagebuch zurecht.
- Achten Sie darauf, dass Ihre Hände vor der Blutentnahme nicht zu kalt sind. Sonst könnte die austretende Blutmenge zu gering sein.
- Waschen Sie Ihre Hände mit rückfettenden Seifen.
- Das anschließende Abfrottieren der Hände verbessert zusätzlich die Durchblutung.
- Quetschen Sie nicht zu stark am Finger, wenn nicht sofort Blut austritt. Die dabei austretende Gewebeflüssigkeit könnte möglicherweise den Wert verfälschen. Haben Sie lieber etwas Geduld und massieren Sie nur leicht die Handfläche bis zur Fingerkuppe oder reiben Sie die Handflächen, damit die Durchblutung der Fingerspitzen verbessert wird oder lassen Sie die Arme etwa eine Minute lang seitlich am Körper herunterhängen.
- Falls diese Maßnahmen nicht helfen, ändern Sie die Einstichtiefe der Stechhilfe. Schon mit dem ersten Blutstropfen kann der Blutzucker gemessen werden. Im Gegensatz zu der früher vertretenen Ansicht ist es völlig unnötig, den ersten Tropfen wegzuwischen.
- Verwenden Sie O/W (Öl-in-Wasser)-Emulsionen, die eventuell zusätzlich Harnstoff als natürlichen Feuchthaltefaktor enthalten, zur täglichen Pflege.
Die Finger müssen nicht leiden
Umfragen zeigen, dass etwa zwei Drittel der Menschen mit Diabetes die Blutzuckerselbstkontrolle als wichtig und notwendig ansehen. Doch viele befürchten Schmerzen beim Stechen,Verhornungen oder Beeinträchtigungen der Sensibilität an den Fingern. Oft löst auch schon der Anblick der "nackten" Lanzette Angst aus.Moderne Stechhilfen,wie beispielsweise der neue Accu-Chek Multiclix, bei denen die Lanzette nicht sichtbar ist, können wesentlich dazu beitragen, diese Angst zu verlieren.
Stechen, wo es am wenigsten schmerzt
Es ist hilfreich zu wissen, dass es an der Fingerbeere - dem häufigsten Ort der Blutentnahme - Stellen gibt, die schmerzempfindlicher sind als andere. Das liegt daran, dass die Nervenrezeptoren in der Haut nicht gleichmäßig verteilt sind: Am Fingerspitzenballen befinden sich zum Beispiel wesentlich mehr Nervenfasern als an den seitlichen Fingerspitzen. Daher tut es auch am wenigsten weh, wenn man zur Blutentnahme die seitliche Fingerbeere bevorzugt. Dort ist übrigens auch die Blutversorgung am stärksten, sodass man dort nicht unnötig tief und damit schmerzhaft stechen muss.Jede Haut ist anders
Um beim Stechen die ausreichend durchbluteten Stellen in der Haut zu erreichen,muss die Lanzette die oberste Hautschicht (Oberhaut, Epidermis) durchstoßen (siehe Illustration). Die Oberhaut an Händen und Fingern ist jedoch von Mensch zu Mensch verschieden und durch äußere Einwirkungen wie Arbeit im Garten oder handwerkliche Tätigkeiten stellenweise verstärkt. Die Dicke der Hornschicht kann durch diese verschiedenen Einflüsse an den Fingerspitzen von 0,05 bis 1,0 Millimeter variieren. Die darunter liegende Keimschicht ist zwischen 0,1 und 0,2 Millimeter dick. Auch hierin befinden sich noch keine Blutgefäße, aber bereits erste Nervenendigungen, die auf mechanische und chemische Reize sowie auf Temperaturreize reagieren. Um eine Stelle mit ausreichender Blutversorgung zu erreichen, muss eine Stechhilfe also Einstichtiefen zwischen insgesamt 0,15 Millimeter und 1,2 Millimeter möglichst exakt und damit für die jeweilige Person möglichst schmerzarm durchstoßen. Denn erst die darunter liegende Hautschicht, die Lederhaut, enthält kleinste Blutgefäße.
Wie viel Hygiene muss sein?
Menschen mit Diabetes sind stärker gefährdet, eine Infektion zu bekommen als stoffwechselgesunde Menschen. Das betrifft vor allem bakterielle Hautinfektionen und Pilzinfektionen. Daher ist es wichtig, eine sorgfältige, aber nicht übertriebene Körperhygiene zu betreiben. Man sollte es vermeiden, die Haut zusätzlich durch Desinfektionsmittel zu reizen, denn das könnte zu Abszessbildungen führen. Da bei jeder Messung ohnehin immer eine neue sterile Lanzette verwendet werden sollte, ist eine zusätzliche Desinfektion der Einstichstelle nicht nötig. Es reicht aus, die Haut mit warmem Wasser kurz abzuwaschen. Sollte es dennoch einmal zu einer Infektion an der Fingerbeere kommen - zum Beispiel bei einem zu tiefen Einstich - ist sie an dieser Stelle mit einer desinfizierenden Salbe gut zu behandeln.
Gerade so tief wie nötig stechen
Je tiefer man in die Haut sticht, desto mehr Blutgefäße werden getroffen.Mit der Tiefe nimmt auch die Anzahl der Nervenfasern - und damit das
Schmerzempfinden - zu. Stechhilfen, die eine Anpassung der Einstichtiefe an die individuelle Hautdicke ermöglichen, helfen daher ganz entscheidend
dabei, das Schmerzempfinden zu verringern.
Optimal sind besonders kleine Intervalle zwischen den einzelnen Stechstufen, damit man einerseits genügend Blut gewinnen kann, aber andererseits
nicht zu tief und damit zu schmerzhaft sticht.
Auch die Verweildauer der Lanzette in der Haut spielt eine Rolle: Je länger die Schmerzrezeptoren in der Haut gereizt werden, desto intensiver wird der Schmerz wahrgenommen. Mit modernen Stechhilfen, die eine Automatik besitzen, wird die Lanzette "blitzschnell" wieder aus der Haut herausgezogen. So wird das Stechen kaum bemerkt.
Mittel-, Ringfinger und der kleine Finger sind die am besten geeigneten Finger für die Blutentnahme, weil kleine Verletzungen an Daumen und Zeigefinger bei vielen Handgriffen eher stören. Drücken Sie die Einstichstelle nach der Blutentnahme fest, etwa 30 Sekunden lang, zusammen. Das verhindert kleine Nachblutungen, die später bei Berührung schmerzen können.







