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Wenn dein Körper sauer reagiert: die Ketoazidose
Zu hohe Blutzuckerwerte sind ein Hinweis darauf, dass dein Körper mehr Insulin braucht, als er bekommt. Auch einzelne zu hohe Werte solltest du daher auf jeden Fall im Auge behalten und im Zweifelsfall mit deinem Arzt oder Diabetologen besprechen. Besonders ernst wird es, wenn du über einen längeren Zeitraum hohe Blutzuckerwerte misst. Dann kann es zu einer Ketoazidose kommen! Vorsicht ist dabei auch bei plötzlich ansteigenden Blutzuckerwerten während einer Krankheit geboten, denn hier kann sich eine Ketoazidose innerhalb weniger Stunden entwickeln.
Was ist eine Ketoazidose?
Als Typ-1-Diabetiker fehlt es dir an Insulin. Die Folge: Die Zellen können den Zucker (= Kohlenhydrate) nicht richtig verwerten, er sammelt sich im Blut und die Blutzuckerwerte steigen. Da der Körper nun nicht genügend Nahrung bekommt, bedient er sich an anderer Stelle: Er schaltet auf Fettabbau um. Dabei entstehen Fettsäuren, die in der Leber zu Keto-Säuren umgebaut werden. Diese Keto-Säuren führen zu einer Übersäuerung des Blutes, kurz zu einer Ketoazidose.
Der Körper versucht diese Säuren nun wieder "loszuwerden", indem er sie im Urin ausscheidet. Daher lässt sich eine Ketoazidose mit einem Urintest nachweisen.
Ein wenig Wortkunde:
Azidose = Säuerung; vergleiche z. B. auch acid = engl. für Säure, ein Wort, das du vielleicht im Unterricht schon einmal gehört hast.
Wie kann es zu einer Ketoazidose kommen?
Wenn du dein Diabetesmanagement im Griff hast - also den Blutzucker regelmäßig kontrollierst und die Insulindosis entsprechend anpasst - kann es eigentlich kaum zu einer Ketoazidose kommen. Anders sieht es aus, wenn dein Körper zu wenig Insulin bekommt. Ein solcher Mangel könnte entstehen:
- Bei schlechtem Diabetesmanagement
Wenn du über längere Zeit dein Diabetesmanagement stark vernachlässigst und dir zu wenig Insulin zuführst, kann es zu einer Ketoazidose kommen. - Bei Krankheit
Bei akuten Erkrankungen, besonders wenn du zugleich Fieber hast, steigt dein Insulinbedarf deutlich an. Wird dann die Insulinzufuhr nicht angepasst, kann es zu einer Unterversorgung kommen. Daher: Auf jeden Fall häufiger den Blutzucker messen, wenn du krank bist. - Bei Stress
Auch wenn du in der Schule, bei deiner Lehrstelle oder Zuhause stark unter Druck stehst, kann sich dein Insulinbedarf erhöhen. Im Zweifelsfall also öfter messen.
Wann und wie soll ich die Ketonwerte im Urin messen?
Sind deine Blutzuckerwerte über mehrere Stunden sehr hoch (240 mg/dl oder 13.3 mmol/l), dann solltest du deinen Urin auf Ketone testen.
Auch plötzlich ansteigende Blutzuckerwerte während einer Erkrankung sowie höhere Blutzuckerwerte in Verbindung mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen können Anzeichen für eine Ketoazidose sein.
Dein behandelnder Arzt oder Diabetologe verschreibt dir dazu spezielle Teststreifen und sagt dir, wie du im Falle einer Ketoazidose vorgehen sollst. Wichtig: Handelt es sich um eine Ketoazidose, gehe unbedingt sofort zum Arzt!
Unser Tipp: Verfallsdatum der Teststreifen regelmäßig überprüfen!
Eine Ketoazidose kommt relativ selten vor. Daher sind deine Keton-Teststreifen wahrscheinlich sehr selten im Einsatz und liegen oft jahrelang im Medikamentenschrank. Unsere Empfehlung: Überprüfe regelmäßig das Verfallsdatum der Teststreifen. Denn ist das Verfallsdatum überschritten, können die Teststreifen falsche Ergebnisse liefern.
Wie kannst du eine Ketoazidose vermeiden?
Vorbeugen ist die beste Medizin. Achte daher auf dein Diabetesmanagement. Ein korrekt eingestellter Blutzucker verringert das Risiko einer Ketoazidose. Und: Wenn du krank bist oder viel Stress hast, kontrolliere deinen Blutzucker häufiger als üblich.
Ganz wichtig: Eine akute Ketoazidose muss unbedingt behandelt werden. Sofort und ohne Aufschub! Bleibt eine Ketoazidose unbehandelt, so ist das äußerst gefährlich (bis hin zum Koma)!
Weitere Infos findest du unter netdoktor.de







