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Videosprechstunde und Telemedizin: Was Menschen mit Diabetes von den neuen Möglichkeiten erwarten dürfen

Videosprechstunde und Telemedizin: Was Menschen mit Diabetes von den neuen Möglichkeiten erwarten dürfenKontakt mit dem Arzt per Videochat
auf dem Laptop? Dank der Aufhebung
des Fernbehandlungsverbots ist das
zukünftig möglich.

Ob Routinekontrolle oder schneller Rat zwischendurch – auch 2018 geht es in der medizinischen Versorgung in Deutschland vornehmlich analog zu. Wenn Menschen mit Diabetes ärztlichen Rat suchen, müssen sie erst einmal in der Praxis anrufen, eventuell mehrere Minuten am Telefon warten, dann einen Termin vereinbaren. Am Tag des Arzttermins müssen sie in die Praxis fahren, am Empfang die Chipkarte einlesen lassen und im Wartezimmer in den Zeitschriften blättern. Und können dann, für maximal 15 Minuten, im Sprechzimmer gemeinsam mit dem Diabetologen Glukoseverläufe und andere Fragen erörtern. Zwischen zwei Besuchen in der Arztpraxis gibt es meist wenig Kontakt – obwohl Menschen mit Diabetes durchaus häufiger einmal eine kurze Einschätzung und Unterstützung gebrauchen könnten.

Menschen mit Diabetes wollen Smartphone, Video-Chat und WhatsApp nutzen

Muss man wirklich immer persönlich in der Diabetespraxis erscheinen, um Glukosewerte zu besprechen, Rezepte in Empfang zu nehmen oder schnelle Hilfe bei der Anpassung der Dosierung von Insulin oder anderen Medikamenten zu bekommen? Angesichts der Geschwindigkeit, mit der digitale Anwendungen in unser Leben Einzug halten, erscheint es vielen Menschen mit Diabetes längst anachronistisch, dass sie mit ihrem Behandlungsteam nicht viel mehr via Smartphone-App, Video-Chat oder WhatsApp kommunizieren können. Eine aktuelle repräsentative Studie [1] hat gezeigt, dass sich 72 Prozent der Bevölkerung wünschen, auch über moderne Kommunikationsmedien Kontakt zur Arztpraxis aufnehmen zu können. Einer der Gründe, warum sich viele Ärzte im Umgang mit digitalen Lösungen bislang eher zurückgehalten haben, ist das sogenannte Fernbehandlungsverbot. Es war lange Bestandteil der ärztlichen Musterberufsordnung, in der es wörtlich hieß: "Ärztinnen und Ärzte dürfen individuelle ärztliche Behandlung, insbesondere auch Beratung, nicht ausschließlich über Print- und Kommunikationsmedien durchführen. Auch bei telemedizinischen Verfahren ist zu gewährleisten, dass eine Ärztin oder ein Arzt die Patientin oder den Patienten unmittelbar behandelt."

Ärztliche Berufsordnung erlaubt nun auch Fernbehandlung

Genau diesen Passus haben die Delegierten des 121. Deutschen Ärztetages im Mai 2018 geändert [2]. Nun heißt es darin: "Ärztinnen und Ärzte beraten und behandeln Patientinnen und Patienten im persönlichen Kontakt. Sie können dabei Kommunikationsmedien unterstützend einsetzen. Eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien ist im Einzelfall erlaubt, wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird und die Patientin oder der Patient auch über die Besonderheiten der ausschließlichen Beratung und Behandlung über Kommunikationsmedien aufgeklärt wird." Künftig kann der Arzt im Einzelfall also selbst entscheiden, ob es möglich ist, einen Patienten ausschließlich per Telefon oder digital per Videosprechstunde, Chat etc. zu behandeln. Die meisten Betroffenen wünschen sich telemedizinische Lösungen ohnehin gar nicht als Ersatz für die direkte Beratung, sondern als ergänzendes Instrument. Sobald die Landesärztekammern ihre für die Ärzte rechtsverbindlichen Berufsordnungen entsprechend angepasst haben, ist dann auch die medizinische Versorgung im digitalen Zeitalter angekommen.

Darüber dürften sich gerade Menschen mit Diabetes freuen, die heutzutage längst selbstverständlich digitale Helfer wie Blutzuckermessgeräte mit Datenspeichern (wie etwa Accu-Chek Guide), smarte Insulin-Pens mit Memoryfunktion (wie etwa Pendiq 2.0) oder rtCGM-Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung mit umfassenden digitalen Verlaufsdaten (wie etwa Eversense XL) nutzen. Moderne Therapielösungen bieten darüber hinaus die Möglichkeit, diese zu vernetzen, um alle Diabetes Informationen zu erfassen, übersichtlich darzustellen und sie auch den Behandlern zur Verfügung zu stellen.

Videosprechstunde: Beratungstermin beim Diabetesteam vom Sofa aus

Welche Möglichkeiten sich durch Fernbehandlung für Menschen mit Diabetes und ihre Behandlungsteams ergeben, zeigt beispielsweise ein Modellprojekt aus Lübeck, das 2017 ins Leben gerufen wurde und nun in ähnlicher Form auch anderswo Schule machen könnte. In der "Virtuellen Diabetesambulanz für Kinder und Jugendliche" (ViDiKi) erhalten die beteiligten Kinder und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes sowie ihre Eltern zusätzliche Sprechstundentermine, für die sie ihre heimischen Wände nicht verlassen müssen. Einmal monatlich können sie sich bequem von ihrem PC oder Laptop aus mit der Klinik verbinden, ihre Glukosedaten hochladen und per Videokonferenz gemeinsam mit ihrem Behandlungsteam auswerten – auch abends oder an Wochenenden. Den Familien bleiben so lange Anfahrten erspart, außerdem können die Termine flexibel und passend zu den Arbeitszeiten der Eltern vereinbart werden.

Als weitere mögliche Einsatzgebiete der Telemedizin für Menschen mit Diabetes kommen unter anderem Ernährungsberatung, Bewegungs-Coaching oder auch die Verlaufskontrolle von Wunden in Betracht. Allerdings steht und fällt die Möglichkeit, sich auf digitalem Wege auszutauschen, auch mit dem Angebot leistungsfähiger Übertragungswege. Sprich: Schnelle Leitungen, die auch bei größeren Datenmengen nicht gleich in die Knie gehen – und zwar gerade in ländlichen Regionen, in denen die Menschen am meisten von Telemedizin und Fernbehandlung profitieren.

Quellen:
  1. Studie "Future Health 2018" von PwC https://e-health-com.de/details-news/neue-pwc-studie-future-health-2018-sieht-telemedizin-vor-dem-durchbruch/2ea75ba15a4a7ccdf733bf30f340c67e/
  2. Beschluss des 121. Deutschen Ärztetages vom 10. Mai 2018 http://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/121-deutscher-aerztetag-ebnet-den-weg-fuer-ausschliessliche-fernbehandlung/
  3. Landesweites Telemedizin-Projekt ‚Virtuelle Diabetesambulanz für Kinder und Jugendliche‘ am UKSH Lübeck https://www.uksh.de/Presse/Pressemitteilungen/2017/Landesweites+Telemedizin_Projekt+%E2%80%9AVirtuelle+Diabetesambulanz+f%C3%BCr+Kinder+und+Jugendliche%E2%80%98+in+L%C3%BCbeck+gestartet_+Familien+k%C3%B6nnen+sich+ab+sofort+zur+digitalen+Sprechstunde+anmelden-p-62253.html
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