Schulungen helfen, Unterzuckerungen rechtzeitig zu erkennen

Nervenschäden vorbeugen

Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes können die Anzeichen und Symptome, die auf eine Unterzuckerung hinweisen, nicht erkennen und richtig deuten. Darauf weist der Diabetologe Dr. Stephan Kress aus Landau hin1. Werden Unterzuckerungen (Hypoglykämien) nicht erkannt und nicht frühzeitig gegengesteuert, steigt das Risiko, eine schwere Unterzuckerung zu erleiden, bei der Betroffene sich nicht mehr selbst helfen können.

Der Blutglukosespiegel kann nur dann zu stark absinken, wenn der Diabetes mit Medikamenten oder Insulin behandelt wird. Wer geschult ist und Kenntnis darüber besitzt, wie Unterzuckerungen zu vermeiden sind, kann diese schon im Vorfeld verhindern.

Sind die Blutzuckerwerte zu niedrig, kann sich dies an einer ganzen Reihe von Symptomen zeigen. So treten z.B. Zittern, Schwitzen, Frieren, Herzklopfen, Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwächegefühl, Heißhunger, Gleichgewichtsstörungen, taube Lippen, kalte Hände und Füße, Unruhe, Nervosität, nachlassende Konzentrationsfähigkeit, Orientierungslosigkeit, Unsicherheit und Angst auf. Auch Clownerie ("flapsiges Verhalten") und Aggressivität können Zeichen einer Unterzuckerung sein2. Wer nicht geschult ist, bringt diese Anzeichen nicht unbedingt mit der sinkenden Blutglukose in Verbindung.

Zu einem starken Absinken der Blutglukose kommt es, wenn ein Missverhältnis zwischen Ernährung, Insulin und Bewegung besteht: Entweder ist die Insulinwirkung zu stark (z.B. weil zu viel injiziert wurde) oder es wurden nicht genug Kohlenhydrate verzehrt, oder aber die körperliche Belastung war zu hoch2. Zwar sind die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes in Deutschland geschult im Umgang mit ihrer Erkrankung, doch schätzungsweise ein Drittel hat noch nie an einem strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogramm teilgenommen1. Nach der Diagnose erfahren Menschen mit Diabetes dort grundlegendes über die Erkrankung. Sie lernen viel über die richtige Ernährung, über die blutzuckersenkende Wirkung von Bewegung und Möglichkeiten zur Glukose-Selbstkontrolle. Wer Diabetes hat, hat Anspruch auf die Teilnahme. Diese Schulungen gehören in Deutschland zur Therapie, denn wer Diabetes hat, behandelt sich die meiste Zeit selbst und das funktioniert umso reibungsloser, je besser ein Patient sich auskennt. Zu den Behandlungszielen bei Diabetes mellitus gehört es, neben der Absenkung zu hoher Blutzuckerwerte, schwere Unterzuckerungen zu vermeiden. Dr. Stephan Kress sieht den Schlüssel zum Erfolg bei Hypoglykämien in der Schulung und Motivation von Menschen mit Diabetes.

Quellen:
1 Angela Monecke, Kirchheim Forum 2015. Nur motivierte Patienten schulen, Diabetes-Forum, 2015; 27 (3) Seite 44-47 (http://www.diabetologie-online.de/a/1698256; Stand: 14.04.2015 )

2 Detlev Kraft; Du kannst es - Diabetes und Leistungssport, Verlag Kirchheim, 2. Auflage 2002

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