schliessen

HINWEIS

Über diesen Link verlassen Sie die deutsche Accu-Chek Website.

OK, VERSTANDEN

Sollte Ihr Browser keine automatische Weiterleitung unterstützen, klicken Sie bitte hier.

Mit Diabetes Autofahren? Normalerweise problemlos möglich!

Mit Diabetes Autofahren? Normalerweise problemlos möglich!Mit Diabetes am Steuer – das verun-
sichert immer noch viele Menschen.
Eine neue Leitlinie klärt nun auf: Auto-
fahren? Im Normalfall kein Problem.

„Unfallursache Unterzucker“ oder „Todesfahrt im Zuckerschock“ – Schlagzeilen wie diese verunsichern viele Menschen. Handeln Menschen mit Diabetes etwa verantwortungslos, wenn sie sich hinter’s Steuer setzen? Ganz klares Nein! Die meisten von ihnen können problemlos am Straßenverkehr teilnehmen. Doch es gibt ein paar Dinge, auf die sie vor Fahrantritt achten sollten.

Vor einigen Jahren machte der Fall des Fußballprofis Boris Vukcevic vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim Schlagzeilen: Der Kicker hat Typ-1-Diabetes und verlor im September 2012 wegen einer Unterzuckerung bei einer Autofahrt die Kontrolle über sein Fahrzeug. Sein Wagen kollidierte frontal mit einem Lkw. Der damals 22-Jährige erlitt schwerste Kopfverletzungen und musste nach einer Notoperation in ein künstliches Koma versetzt werden. Von den Folgen seines Unfalls hat er sich bis heute nicht vollständig erholt und konnte bislang nicht auf den Fußballplatz zurückkehren.

Auch Menschen mit Diabetes haben ein Recht auf Mobilität!

Das öffentliche Interesse am Unfall des Fußballers war riesig. Nicht nur, weil Boris Vukcevic ein prominenter Sportler ist. Sondern auch, weil der eine oder andere sich bei derartigen Schlagzeilen die Frage stellt, ob Menschen mit Diabetes überhaupt Autofahren dürfen. Doch geht von den schätzungsweise sechs Millionen Menschen in Deutschland, die Diabetes und einen Führerschein haben, im Straßenverkehr tatsächlich eine Gefahr aus? Und wie steht es um Menschen mit Diabetes, die beruflich Busse, Taxis oder Lastwagen fahren? In der Vergangenheit gab es häufig Missverständnisse, ob und unter welchen Voraussetzungen die Betroffenen Auto fahren dürfen – was in letzter Konsequenz den Entzug der Fahrerlaubnis zur Folge haben kann und damit auch berufliche Existenzen gefährdet.

Empfehlungen gegen Diskriminierung – und für mehr Orientierung

Um die Diskriminierung von Menschen mit Diabetes zu reduzieren und gleichzeitig die Sicherheit im Straßenverkehr zu verbessern, hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) kürzlich Leitlinien herausgegeben. An diesen wissenschaftlich abgesicherten Empfehlungen können sich alle orientieren, die mit der Frage „Diabetes im Straßenverkehr“ in Berührung kommen. Dies sind Ärztinnen und Ärzte ebenso wie Beratungsteams in den Diabetespraxen, Psychologinnen und Psychologen, Behörden und politische Gremien sowie sozialmedizinische Beratungsstellen – und nicht zuletzt auch die betroffenen Menschen mit Diabetes.

Aufklärung über spezielle Risiken im Straßenverkehr

Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Diabetes verantwortungsvoll mit speziellen Risiken umgehen können, ist natürlich, dass sie darüber Bescheid wissen. Und so ist in der neuen Leitlinie nachzulesen, dass Menschen mit Diabetes bei jeder Umstellung der Therapie oder Dosisanpassung in der Diabetespraxis darüber aufgeklärt werden müssen, was diese Therapieanpassung für ihre Fahrtüchtigkeit bedeuten könnte. Hier ein Überblick über die zentralen Empfehlungen aus der neuen Leitlinie:

  • Stichwort Recht auf Mobilität. Autofahren bedeutet Mobilität und damit auch Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Es ist für viele Menschen Voraussetzung dafür, ihren Beruf ausüben zu können, etwa weil sie mit dem privaten Pkw zu ihrem Arbeitsplatz pendeln müssen. Dies gilt umso mehr für Menschen, die von Berufs wegen Busse, Taxis oder Lastwagen steuern. Ein generelles Fahrverbot für Menschen mit Diabetes wäre unverhältnismäßig und lässt sich auch nicht wissenschaftlich begründen. Deshalb muss jeder Einzelfall individuell betrachtet und ggf. mit einem verkehrsmedizinischen Gutachten untersucht werden. Selbst bei eingeschränkter Fahrsicherheit haben Menschen mit Diabetes zunächst Anspruch auf Hilfen, mit denen sie ihre Fahrsicherheit wiederherstellen bzw. verbessern können, bevor ihnen die Fahrerlaubnis entzogen wird.
  • Stichwort Hypoglykämien. Wenn der Blutzuckerspiegel sinkt, leidet die Konzentrationsfähigkeit. Bei gefährlich niedrigen Glukosewerten kann es sogar zu plötzlicher Bewusstlosigkeit kommen. Deshalb gilt: Menschen mit Diabetes sollten das Risiko für Hypoglykämien möglichst gering halten. Wer Insulin spritzt oder Medikamente einnimmt, die das Hyporisiko erhöhen, sollte vor jeder Autofahrt den Blutzucker messen. Der Wert sollte vor und während der Fahrt nicht unter 90 mg/dl liegen. Bei längeren Fahrten sollte man zwischendurch anhalten und erneut den Blutzucker messen – außerdem sollten kohlenhydrathaltige Snacks im Auto immer griffbereit sein. Hilfreich sind hier auch CGM-Systeme (Continuous Glucose Monitoring), die kontinuierlich meist alle fünf Minuten den aktuellen Glukosewert messen. Informationen rund um CGM gibt es unter www.mein-cgm.de. Ein Beispiel ist das erste Langzeit-CGM Eversense, das aus den drei folgenden Komponenten besteht: Ein Sensor, der bis zu 90 Tage unter die Haut eingesetzt wird, einem abnehmbaren Smart Transmitter mit Vibrationsalarm am Körper und einer leicht verständlichen Smartphone App, die die Glukosewerte anzeigt. Menschen mit Diabetes, die ihre Hypoglykämien nicht zuverlässig selbst wahrnehmen, haben u. U. Anspruch auf technische Hilfsmittel wie eine Insulinpumpe oder ein CGM-System, das sie bei sinkenden Glukosewerten warnt. In speziellen Schulungen kann man auch die eigene Wahrnehmung für Hypoglykämien trainieren. Das Ausmaß einer möglichen Beeinträchtigung durch Hypoglykämien im Straßenverkehr ist jedoch von einer Reihe von Faktoren abhängig und bedarf daher einer individuellen Beurteilung.
  • Stichwort Hyperglykämien. Auch hohe Zuckerwerte können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Sie machen müde, benommen und schläfrig. Wenn ein über einen längeren Zeitraum stark erhöhter Blutzuckerspiegel mit Insulin sehr schnell abgesenkt wird – wie es z. B. unmittelbar nach der Diagnose eines Typ-1-Diabetes häufig der Fall ist – kann sich vorübergehend das Sehvermögen verschlechtern. Anders als bei Hypoglykämien gibt es bei Hyperglykämien keine klar definierte Grenze, ab der Experten vom Autofahren abraten.
  • Stichwort Folgeerkrankungen. Wenn infolge des Diabetes das Sehvermögen Schaden genommen hat (diabetische Retinopathie, Makulopathie), sollten Menschen mit Diabetes kein Fahrzeug mehr führen. Gleiches gilt, wenn sie aufgrund von Nervenschäden an den Füßen (diabetische Neuropathie) das Gas- und Bremspedal nicht mehr betätigen können. In manchen Fällen kann das Auto zur Wiederherstellung der Fahrsicherheit aber technisch umgerüstet werden – hierfür gibt es ggf. sogar finanzielle Unterstützung von den Sozialleistungsträgern.
  • Stichwort Begleiterkrankungen. Menschen mit Diabetes sind statistisch häufiger von Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depression, Schlaf-Apnoe-Syndrom oder Demenz betroffen. In diesen Fällen kommt es auf die individuellen Umstände, das Ausmaß der Beeinträchtigung der Fahrsicherheit und die Nebenwirkungen ggf. erforderlicher Medikamente an, ob der Betroffene weiterhin aktiv am Straßenverkehr teilnehmen darf.
  • Stichwort jugendliche Fahranfänger. Junge Menschen mit Diabetes sollten sich möglichst frühzeitig – sprich: noch vor Beginn der Fahrschule – darüber informieren, inwieweit der Diabetes ihre Fahrsicherheit beeinträchtigen kann. Eine gute Stoffwechseleinstellung hilft bei den Fahrstunden – ebenso wie ein Fahrlehrer, der schon vor Beginn des Fahrtrainings über den Diabetes informiert wurde.
Quellen:
  • S2e-Leitlinie Diabetes und Straßenverkehr, AWMF-Register-Nr. 057-026, 1. Auflage 2017 [https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/2017/
    Leitlinie_S2e_Diabetes_und_Straßenverkehr_Endfassung.pdf]
  • Besseling J: Sicher im Straßenverkehr. In: Diabetes Zeitung Ausgabe 1/2.2018 (28. Februar 2018) https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/diabetes-zeitung.html
Accu-Chek.de
schliessen

Impressum

schliessen

Rechtliche Hinweise

schliessen

Datenschutzerklärung

schliessen

Über Roche Diabetes Care Deutschland GmbH

schliessen

Diabetes Lexikon