Matthias Steiner im Interview: Vom #HANTELBALANCIERER zum #TANZBÄR

Matthias Steiner im Interview: Vom #HANTELBALANCIERER zum #TANZBÄRTyp-1-Diabetes hält einen Olympiasieger
nicht vom Tanzen ab: Matthias Steiner mit
Let's Dance-Partnerin Ekaterina Leonova.

Hallo Herr Steiner! Sie sind mit dem dritten Platz auf dem Siegertreppchen gelandet – Herzlichen Glückwunsch von unserer Seite! Wie geht es Ihnen heute, rund fünf Wochen nach dem Finale, und was machen Sie jetzt mit Ihrer gewonnenen Zeit?

Viel Freizeit bleibt mir nicht, ich bin mitten in den Vorbereitungen zu meiner Gewichtheben-Tour, die im August in Australien stattfinden wird. Außerdem steht noch ein Fotoshooting und Detailarbeiten für mein Buch "Das STEINER PRINZIP: Vom Superschwergewicht zum Wohlfühl-Ich" an, das im Oktober in den Handel kommt. Motivationsvorträge, TV-Auftritte, und, und, und ... Langweilig wird es mir gewiss nicht.

3 Monate tägliches Tanztraining liegen hinter Ihnen, in denen Sie sich zu einem richtigen #TANZBÄR entwickelt haben! Was war Ihr Höhepunkt der vergangenen Wochen?

Es gab in den vergangenen Wochen nur Höhepunkte. Jeder Tanz für sich war spannend zu lernen, aber den größten Spaß hatte ich beim Quickstep.

Gab es Momente, in denen Sie am liebsten aufgegeben hätten?

Ja, in der Woche, in der ich zwei Latein-Tänze lernen musste. Samba und Cha-Cha-Cha. Die Tanzprofis hatten mich schon vorgewarnt, als die Tänze bekannt gegeben wurden, dass dies in vier Tagen kaum zu bewältigen sei, da sich diese Tanzstile ähneln und doch grundverschieden sind. Als ich am dritten von vier Trainingstagen die Choreographien immer noch nicht im Ansatz im Kopf hatte, war ich kurz davor alles hinzuschmeißen.

Trotz der Herausforderung haben Sie nicht aufgegeben und sich vom #HANTELBALANCIERER zum #TANZBÄR entwickelt: Wo sehen Sie die größten Unterschiede zwischen den beiden Sportarten und wie schwierig war insbesondere die Umstellung der Diabetestherapie?

Beim Tanzen habe ich zwar zwischen acht und zwölf Stunden am Tag trainiert, war aber gewiss nicht mehr kaputt als beim Gewichtheben. Die Trainingszeit alleine ist nicht aussagekräftig. Gewichtheben ist deutlich intensiver und der Körper brennt viel länger nach, was teilweise sehr schwer einzuschätzen war bei der Diabetestherapie. Jetzt beim Tanzen war eher das Unvorhersehbare das Problem. Ich wusste ja nie, was ich wie lange in den kommenden Stunden trainiere, d.h. beispielsweise ob ich für den Quickstep eine Stunde am Stück schnelle Schritte wiederholen musste oder ob ich in derselben Zeit nur eine gewisse Körperhaltung üben musste - und somit musste ich ständig an meiner Basalrate rumschrauben.

... das heißt, dass Ihre Blutzuckerwerte lieber Achterbahn fuhren als Haltung zu bewahren? Man hat Sie als Zuschauer zudem oft essen sehen während des Tanzens. Hatten Sie durch die Bewegung oft Hypos?

Ja, bei den Livesendungen, die ja zum Teil vier Stunden gingen, war es schon eine Achterbahnfahrt. Denn da kommt ja noch die Aufregung ins Spiel. Besonders in der Finalsendung, wo ich drei Tänze präsentieren musste, habe ich meine Blutzuckerwerte im Blick gehalten, indem ich in regelmäßigem Abstand gemessen und bei Bedarf gegengesteuert habe. Hypos hatte ich aber nur sehr selten. Dass ich in den Sendungen öfter mal zwischendurch gegessen habe, lag eher am Hunger, denn auch die Tage im Studio hatten 12 Stunden ...

Stundenlange Bewegung, Stress und Lampenfieber: Welche Tipps können Sie anderen Menschen mit Diabetes geben?

Tja, es sind eigentlich keine neuen Geheimnisse. Bei jeder Form von Bewegung sollte man gut vorbereitet sein. Wichtig ist es, alle Therapiemittel in Reserve dabeizuhaben. Wenn eine sportliche Betätigung aufgrund der Dauer oder Intensität schwer einzuschätzen ist, dann empfehle ich vor allem engmaschiges Zuckermessen. Bei Lampenfieber gilt dasselbe, da die Werte dann schwer vorherzusehen sind: regelmäßig messen, aber sich auch nicht verrückt machen lassen!

Sie hatten nicht nur eine Tanzpartnerin, sondern auch Ihre Accu-Chek Spirit Combo Insulinpumpe war immer mit auf dem Parkett. Was haben Sie am meisten an ihr geschätzt?

Für diese Art der Bewegung war es enorm wichtig, die Basalrate ständig zu ändern. Das würde ohne Pumpe einfach nicht funktionieren. Vor allem aber bin ich überrascht von der Robustheit der Accu-Chek Spirit Combo, denn sie musste in der kurzen Zeit schon einiges mitmachen. Hitze, Stöße usw., aber sie funktioniert immer einwandfrei, und es gibt so gut wie nie eine Meldung wie z.B. Verstopfung. Ich bin begeistert. Zudem war die Fernbedienung ein Riesenvorteil; gerade in den Live-Shows, in denen die Pumpe gut versteckt im Kostüm untergebracht war und ich nicht mal eben schnell dran kam.

Sie haben mit der Show dazu beigetragen über Diabetes aufzuklären. Wie waren die Reaktionen auf Ihre Erkrankung?

Die Reaktionen waren und sind enorm positiv. Auch viele Nichtdiabetiker sind ganz angetan und haben Riesen-Respekt davor. Aber vor allem hat es viele Diabetiker gefreut, dass ich für uns Zuckersüßen wieder Aufklärung betrieben habe, und es tut einfach gut, wenn wir zusammen stark auftreten. Für mich gilt die Devise: Nur nicht verstecken, dazu gibt es keinen Grund, im Gegenteil. Je mehr Leute über unsere Erkrankung Bescheid wissen, umso einfacher lässt sich damit leben. Ich denke da an die vielen Kinder mit Typ-1, die aus Unwissenheit im Alltag oft benachteiligt werden.

Eine letzte Frage: Haben Sie Tanzen in Ihr sportliches Repertoire aufgenommen oder bleiben die Tanzschuhe ab sofort in der Ecke liegen?

Zurzeit liegen die Tanzschuhe in der Ecke, weil einfach keine Zeit dazu ist. Wenn, dann möchte ich gerne mit meiner Frau tanzen gehen, aber unser Terminplan ist derzeit überfüllt ...

Also wir würden uns freuen, Sie irgendwann noch einmal tanzen sehen zu können! Vielen Dank für das Interview!

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