Angststörungen bei Diabetikern

Accu-Chek Services - Angststörungen

Erhöhter Puls, schnelle Atmung, gesteigerter Blutdruck und angespannte Muskeln: Angst. Die natürliche Reaktion auf Bedrohungen warnt vor Gefahren und kann anspornen. Diabetiker sind nicht ängstlicher als andere Menschen, aber diabetesbedingte Befürchtungen vor Folgekrankheiten können zusätzliche Ängste auslösen.

Angst gehört zu unserem Leben. Als ihr Zentrum gilt ein winziger Teil im Gehirn, der Mandelkern genannt wird. In Alarmsituationen werden Informationen von außen dort emotional eingefärbt. Der Körper schüttet Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin aus. Energiereserven werden mobilisiert, die Insulinproduktion gehemmt. Wenn keine Gefahr mehr besteht, gibt das Gehirn Entwarnung und wir beruhigen uns wieder.

Wenn die Angstgefühle überhand nehmen, kommt es zum Fehlalarm. Die Angst verselbständigt sich, das System gerät aus dem Gleichgewicht. Zu den bekanntesten Angststörungen zählen: Panikattacken, Phobien (speziell gegen ein Objekt gerichtete Angst, z. B. Spinnen) und die Generalisierte Angststörung (lang anhaltende Angst, die nicht auf eine bestimmte Situation begrenzt ist).

Diabetestypische Ängste

Diabetesbedingte Befürchtungen wie etwa die Angst vor Folgeerkrankungen oder schweren Unterzuckerungen (Hypoglykämien) sind völlig normal. Und sie sind ein Antrieb, den Blutzucker regelmäßig zu messen und zu dokumentieren, Arzttermine wahrzunehmen und die Diabetes-Therapie einzuhalten.

Die Angst wird dann zum Problem, wenn sie verhindert, dass Sie ein normales Leben führen. Zum Beispiel wenn sich Ihr Alltag und Ihre Aktivitäten fast ausschließlich darum drehen, den Blutzucker niedrig zu halten und Sie aus Angst vor Hypos nicht mehr aus dem Haus gehen wollen. Oder Sie den Diabetes und seine möglichen Risiken aus Angst verharmlosen, Blutzuckermessungen am liebsten vermeiden und nicht regelmäßig zum Arzt gehen.

Wie können Sie mit diesen Ängsten umgehen?

  • Die Diabetes-Schulung ist eine wichtige Grundlage, um Ängste einzudämmen. Hier lernen Sie mit dem Diabetes in verschiedenen alltäglichen Situationen umzugehen.
  • Ihr behandelnder Arzt kann Sie unterstützen und einen individuellen Therapieplan mit Ihnen ausarbeiten.
  • Angststörungen mit Hilfe von diabetologisch geschulten Psychotherapeuten abbauen. Psychopharmaka sind insbesondere bei schweren Fällen zusätzlich notwendig.
  • Es gibt kein Leben ohne Angst. Vielmehr geht es darum, die individuellen Risiken realistisch einschätzen und angemessen handeln zu können. Damit immer Sie die Zügel in der Hand haben und nicht der Diabetes.
  • Unterdrücken Sie Ihre Gefühle nicht: Wer Angst hat, kann angemessen vorbeugen. Tauschen Sie sich mit anderen aus und nehmen Sie Hilfe an.
  • Versuchen Sie, Situationen wertfrei zu betrachten. Fragen Sie: Was ist passiert? Wie habe ich reagiert? War meine Reaktion angemessen?
  • Haben Sie keine Angst zu handeln, fragen Sie sich vielmehr: Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Wäre das wirklich so schlimm?
  • Versuchen Sie bewusst, negative Gedanken zu stoppen und durch positive oder neutrale zu ersetzen.
  • Lernen Sie eine Entspannungstechnik wie Yoga oder autogenes Training.
  • Machen Sie sich bewusst: Ganz angstfrei kann niemand leben.

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