Diabetes und Depressionen - Symptome

Accu-Chek Services - Diabetes und Depressionen

Volkskrankheit Depression: Jeder fünfte Deutsche rutscht zumindest ein Mal im Leben in ein seelisches Tief, aus dem er sich ohne ärztliche Hilfe nicht mehr befreien kann. Trotzdem ist die Depression noch immer mit einem Tabu behaftet. Seit einigen Jahren diskutiert man über mögliche Wechselwirkungen zwischen den Erkrankungen Depressionen und Diabetes.

Die Depression ist eine schwere psychische Erkrankung, die Stimmung, Antrieb, Schlaf und die Fähigkeit, Freude zu empfinden, beeinträchtigen kann. Betroffene wirken von außen oft versteinert und sehen ihr gesamtes Leben in einem negativen Licht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht in der Depression die Erkrankung, die am meisten belastet, mit Abstand vor allen anderen psychischen und körperlichen Leiden.

Schuldvorwürfe, Gedankenkreisen und Hoffnungslosigkeit gehören zu den Symptomen der Depression. Gesunde Menschen können das oft nicht nachvollziehen und sind der Meinung, die Betroffenen sollten sich "einfach zusammenreißen". Gerade in der Berufswelt ist die Depression ein Tabuthema. Depressive gelten als weniger belastbar, weniger resistent gegen Stress und weniger leistungsfähig. Viele Betroffene verwenden deshalb viel Energie darauf, diese vermeintliche Schwäche geheim zu halten, statt sich einem Arzt anzuvertrauen.

Oft kann nur ein Mediziner feststellen, auf welche Ursachen Depressionen zurückzuführen sind. An ihrem Beginn kann ein seelisches Problem stehen, bis sich die Traurigkeit verselbstständigt. Depressionen lassen sich aber auch auf Stoffwechselstörungen im Gehirn zurückführen. Auch genetische Veranlagung, bestimmte Persönlichkeitsmerkmale (z. B. geringes Selbstvertrauen) oder körperliche Erkrankungen
(z. B. eine Schilddrüsenfunktionsstörung) können die Entwicklung der Depression begünstigen.

Diabetes und Depression: wechselseitiger Einfluss

Menschen mit Diabetes leiden doppelt so häufig an Depressionen wie Stoffwechselgesunde*. Das liegt vermutlich an der Überforderung im täglichen Umgang mit Diabetes und der Angst vor Folgeerkrankungen. Diabetiker mit Depressionen laufen nicht nur Gefahr, Blutzuckermessungen und Insulingabe zu vernachlässigen. Sie vergessen auch häufiger, ihre Medikamente einzunehmen, ernähren sich ungesund und bewegen sich seltener. All das kann die Blutzuckereinstellung verschlechtern. Schlechte Blutzuckerwerte wiederum können für depressive Verstimmungen verantwortlich sein. Eine Negativspirale ist in Gang gesetzt.

Studien haben ergeben, dass sich die Erkrankungen Diabetes und Depression wechselseitig beeinflussen**: Menschen mit Depressionen haben ein erhöhtes Risiko, einen Diabetes auszubilden. Dabei kann die Depression dem Diabetes teils um Jahre vorausgehen. Warum das so ist, ist noch nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise liegt der Grund in der veränderten Ausschüttung verschiedener Hormone, die beide Erkrankungen gemeinsam haben.

Die positive Nachricht: Depressionen sind gut behandelbar. Rund 80 Prozent der Betroffenen kann geholfen werden. Eine Verhaltenstherapie und unterstützende Medikamente sind erfahrungsgemäß ein erfolgreicher Weg zurück ins seelische Gleichgewicht.

* Anderson et al, 2001
** : Eaton et al,1996 und Kawakami et al, 1999

Geeignete Therapieansätze
  • Bei leichteren Beschwerden können auch Diabetesschulungen antidepressiv wirken. Denn dort werden Fertigkeiten und Fähigkeiten vermittelt, die dabei helfen, selbstbestimmt mit dem Diabetes umzugehen. Eine gute Lebensqualität gilt immer mehr als entscheidendes Therapieziel in der Behandlung des Diabetes. So erfasst z. B. der Gesundheits-Pass Diabetes, herausgegeben von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, seit seiner Neuauflage im Jahr 2008 auch das Wohlbefinden des Patienten. Fünf kurze Fragen geben Auskunft darüber, wie es um den allgemeinen Gemütszustand bestellt ist. Meist ist mit der Diagnose der erste Schritt in ein glücklicheres Leben getan.
  • Liegen Depressionen vor, kann vereinzelt bereits eine Umstellung der Diabetes-Therapie hilfreich sein. Ansonsten erfolgt die Behandlung mit antidepressiven Psychopharmaka oder Psychotherapie. Dabei schließen sich die beiden Möglichkeiten nicht aus. Es kann sinnvoll sein, die akuten Symptome pharmakologisch zu behandeln und gleichzeitig oder später parallel mit einer Psychotherapie zu beginnen. Seit einigen Jahren gibt es auch den Fachpsychologen Diabetes DDG. Dieser Psychotherapeut hat sich auf Probleme von Menschen mit Diabetes spezialisiert.
  • Bei Angststörungen ist die Psychotherapie die primäre Behandlung. Mit ihrer Hilfe werden Ängste schrittweise wieder abgebaut. Entspannungsübungen können unterstützend wirken, Psychopharmaka sind insbesondere bei schweren Fällen zusätzlich notwendig.

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