Diabetes und Sex: Aufklärung und Verhütung

Accu-Chek Services - Diabetes und Sex

Jugendliche mit Diabetes stehen vor den gleichen Entscheidungen wie andere auch. Soll ich mit meinem Freund schlafen? Wie verhüte ich? Mit wem kann ich darüber reden? Sicher wird Ihre Tochter oder Ihr Sohn nicht mit all diesen Fragen zu Ihnen kommen, denn vielen ist es peinlich mit ihren Eltern über Sex zu reden. Doch Sie können Ihrem Kind Hilfestellungen anbieten. Wir haben hier einige der wichtigsten Fragen Ihrer Tochter oder Ihres Sohns zusammengetragen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet Jugendlichen auf den beiden Websites www.loveline.de und www.profamilia.de umfassende Informationen zum Thema Sexualität und Aufklärung. Eine spezielle Website für Eltern finden Sie unter www.starke-eltern.de.

Diabetes und Sex

Diabetiker haben ein ebenso erfülltes Sexualleben wie Nichtdiabetiker. Auch die Pumpe ist keine Hürde. Manche Paare koppeln sie einfach ab, andere behalten sie lieber an. Entgegen anderslautender Gerüchte wirkt sich Diabetes auch nicht auf die Fruchtbarkeit aus: Mädchen mit Diabetes werden genauso leicht schwanger wie andere junge Frauen. Umso wichtiger ist es, genau über Verhütung Bescheid zu wissen.

Sex und Unterzuckerung

Sex ist körperliche Anstrengung und wie beim Sport kann eine Unterzuckerung eintreten. Das sollte Ihre Tochter/Ihr Sohn wissen, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen, zum Beispiel etwas Traubenzucker bereit zu halten. Auch die Partnerin bzw. der Partner Ihres Kindes sollte über Diabetes informiert sein, um im Falle einer Hypoglykämie reagieren zu können. Bestärken Sie Ihr Kind also, mit dem Freund oder der Freundin über den Diabetes zu sprechen. Oft verheimlichen Teens den Diabetes, weil sie Angst haben, sonst weniger attraktiv zu sein.

Risiken und Infektionen

Für Menschen mit Diabetes besteht wie für alle anderen das Risiko, sich an einer beim Geschlechtsverkehr übertragbaren Krankheit anzustecken. Die Anwendung von Kondomen schützt davor, außerdem verhindert sie das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft. Menschen mit Diabetes sind anfälliger gegen Pilzinfektionen, da Pilze durch Zucker im Urin stimuliert werden. Pilzinfektionen, die Juckreiz und Ausfluss hervorrufen, können übrigens auch auftreten, ohne dass der Betroffene sexuell aktiv war und sind leicht behandelbar.

Verhütung und Diabetes

Wie für alle jungen oder "angehenden" Frauen ist es im Teenageralter für eine Schwangerschaft einfach noch zu früh. Bei Mädchen mit Diabetes ist eine ungewollte (bzw. unbemerkte) Schwangerschaft noch problematischer. Denn in den ersten Schwangerschaftswochen muss Diabetes besonders gut eingestellt sein. Das ist für die gesunde Entwicklung des Babys entscheidend.

Gezielte Verhütung ist also ein Muss. Versuchen Sie die Verhütungsmethoden so neutral wie möglich darzustellen. Für Frauen und Mädchen mit Diabetes sind alle Arten von Empfängnisverhütung geeignet. Am häufigsten wird mit der Pille verhütet, die bei regelmäßiger Einnahme eine ungewollte Schwangerschaft zuverlässig verhindert, jedoch nicht vor übertragbaren Krankheiten wie zum Beispiel Aids schützt. Ebenso verhält es sich mit der Spirale oder einem Diaphragma. Am besten entscheidet ein Gynäkologe gemeinsam mit Ihrer Tochter, welches Mittel zur Empfängnisverhütung für sie geeignet ist. Verhütung ist nicht nur ein Mädchenthema. Auch Ihr Sohn sollte dies wissen - die Benutzung und Anwendung von Kondomen beim Sex sollte für ihn selbstverständlich sein, um sich und seine Partnerin zu schützen.

Betonen Sie, dass z. B. Kondome, richtig angewendet, auch vor AIDS und anderen Geschlechtskrankheiten schützen. Selbst wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn bereits Bescheid weiß, so sollte man die wichtigen Fakten noch einmal in Erinnerung rufen. Die "Sache mit dem lästigen Kondom" wird nur allzu gerne verdrängt. Falls Ihre Tochter oder Ihr Sohn bei diesem Thema abblockt, bitten Sie die Frauenärztin oder den Arzt mit ihr/ihm über Verhütung zu reden. Ärzte sind übrigens auch den Eltern gegenüber an ihre Schweigepflicht gebunden.

Jede/r tut es. Dieser Eindruck entsteht leicht, wenn man sich in der Clique umhört. Meist stimmt das nicht. Manche geben einfach nur an, ohne jemals mit dem Partner intim gewesen zu sein. Ihre Tochter oder Ihr Sohn sollte sich auf seine innere Uhr verlassen: Man spürt es meist selbst am besten, wann man dazu bereit ist. Und: Im Zweifelsfall ist "Warten" die bessere Entscheidung.

Mehr rund um das Thema Empfängnisverhütung finden Sie unter www.firstlove.at, www.gyn.de.

Diabetes und Potenz

In manchen Diabeteszeitschriften steht, dass Diabetes die Potenz beeinflussen kann. Und da Ihr Sohn sich sicher informiert, hat er vielleicht schon davon gehört. Geben Sie gleich Entwarnung: Erst nach sehr langer Zeit beeinflusst ein schlecht eingestellter Diabetes die Potenz. Seien Sie übrigens nicht überrascht, wenn Ihr vierzehnjähriger Sohn nach Potenzstörungen fragt. Diese Themen beschäftigen ihn, auch wenn noch kein "Handlungsbedarf" besteht.

Diabetes und Kinderwunsch

Auch wenn die eigene Familie noch in weiter Ferne ist, denkt Ihre Tochter oder Ihr Sohn wahrscheinlich eines Tages an Kinder. Das ist kein Problem. Die Gefahr, dass Kinder von Typ-1-Diabetikern ebenfalls einen Diabetes entwickeln, ist zwar höher als bei Nichtdiabetikern, doch immer noch sehr gering. Wichtig ist, wie schon erwähnt, eine gute Diabeteseinstellung – vor allem in der Schwangerschaft.

Wenn Sie es aber ganz genau wissen möchten, hier die Aufschlüsselung:

Hat der Vater eines Kindes einen Typ-1-Diabetes, liegt das Risiko für das Kind im Laufe seines Lebens einen Typ-1-Diabetes zu bekommen bei ca. sechs Prozent.

Hat die Mutter einen Typ-1-Diabetes, liegt das Risiko bei ca. ein bis vier Prozent, abhängig vom Alter der Mutter.

Haben beide Elternteile einen Typ-1-Diabetes, liegt das Risiko bei ca. 20 Prozent.

Sind beide Elternteile gesund, hat jedes Kind ein Risiko von 0,3 Prozent im Laufe seines Lebens an einem Typ-1-Diabetes zu erkranken.

Die angegebenen Zahlen sind Durchschnittswerte, d. h. im Einzelfall kann das Vererbungsrisiko anders aussehen, wenn eine spezifische genetische Konstellation vorliegt.

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