Fasten bei Diabetes - was sollte man beachten?

Accu-Chek Services - Fastenzeit

Laut Kirchenkalender herrscht von Aschermittwoch bis Ostern Fastenzeit. Unabhängig von religiösen Hintergründen wird das Fasten zur Reinigung des Körpers und zur Stärkung der Immunabwehr zunehmend populärer. Auch für Menschen mit Diabetes spricht einiges für und eigentlich nichts gegen eine Fastenkur - wenn sie ein paar Besonderheiten beachten: Weniger Kohlenhydrate aufzunehmen erfordert z.B. eine entsprechende Anpassung der Insulindosis.


Was sollten Sie beachten?

Zunächst gelten für Menschen mit Diabetes dieselben Tipps wie für alle, die vorhaben ernsthaft zu fasten: Es sollte abgeklärt sein, dass keine Erkrankungen an Herz, Kreislauf oder Nieren vorliegen, die gegen eine Fastenkur sprechen. Grundsätzlich sollten gerade Menschen mit Diabetes ihr Vorhaben mit ihrem Arzt besprechen und gegebenenfalls auch ärztlich begleiten lassen, um mögliche Risiken zu vermeiden.

Häufigere Blutzuckermessungen sollten zu Ihrem Programm während des Fastens gehören, um Unterzuckerungen zu vermeiden und Veränderungen Ihres Stoffwechsels im Auge zu behalten. Im Falle einer Insulinbehandlung ist es normalerweise notwendig, die Insulindosis dem geänderten Essverhalten und der dadurch veränderten Stoffwechsellage anzupassen - in der Regel läuft dies auf eine Senkung der Dosis hinaus. Bei oraler Therapie müssen die Tabletten zur Diabetesbehandlung bei längerem Fasten eventuell angepasst werden. Dies muss individuell mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Es gibt etliche unterschiedliche Methoden, wie genau gefastet werden kann. Für Menschen mit Diabetes ist eine "Nulldiät", bei der nur Wasser und einige Teesorten erlaubt sind, weniger geeignet. Empfehlenswerter sind Varianten, bei denen die Versorgung mit Nähr- und Mineralstoffen gewährleistet ist. Damit während der Fastenkur nicht nur Wasser und Eiweiß (in Form von Muskelmasse) verloren gehen, können Diabetiker Molke und Buttermilch ohne Zuckerzusatz trinken. Magen und Darm kommen dann wie beim herkömmlichen Fasten zur Ruhe.

Welcher Nutzen kann Fasten Menschen mit Diabetes bringen?

Die Medizin geht mittlerweile davon aus, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes vom Fasten profitieren. Neben der erwähnten möglichen Reduktion des Insulins während des Fastens ist es aber, trotz möglicher schneller Verbesserung der Stoffwechselwerte, kein empfehlenswerter Königsweg zur dauerhaften Gewichtsabnahme. Da man nur über einen kurzen Zeitraum fasten sollte, legt man das verlorene Gewicht in der Regel schnell wieder zu, wenn man im Anschluss wieder zur gewohnten Ernährungsweise übergeht.

Wer aber seine Diabetes-Einstellung dauerhaft verbessern will, weiß ohnehin, dass er im Marathon und nicht im Sprint antritt. Und dafür kann Ihnen eine Fastenkur eine gute Startposition verschaffen: Für viele Menschen ist Fasten der Auslöser für eine dauerhaft Umstellung ihres Lebensstils: Nach dem Fasten ist eine abwechslungsreiche fett- und kalorienarme Mischkost mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten empfehlenswert. Fasten scheint eine solche Ernährungsumstellung zu erleichtern, was teilweise psychologisch erklärbar sein kann: dadurch, dass man die Fastenkur "durchgehalten" hat, fällt es leichter, sich dazu zu motivieren Gewohnheiten umzustellen. Hinzu kommt, dass viele Menschen während des Fastens schlicht auch die Lust auf fett- und zuckerreiche Nahrung verlieren - also beginnen, sich an gesündere Kost zu gewöhnen.

Nicht zuletzt: Fasten wirkt nach einer kurzen Eingewöhnungszeit häufig stimmungsaufhellend – der bekannte Neurobiologe Gerald Hüther macht Veränderungen an den Serotonintransport-Strukturen im Gehirn für diesen Umstand verantwortlich1. Diese Wirkung auf die Psyche mag auch ein Grund sein, weshalb der spirituelle Aspekt des Fastens in vielen Kulturen und Religionen eine Rolle spielt.

1 Huether, G., Zhou, D., Schmidt, S., Wildfang, J., Ruther, E.,: long-term food restriction down- regulates the density of serotonin transporters in the rat frontal cortex. Biol Psychiatry. 1997; 41 (12; 1174-80).

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