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Knochen stärken und Osteoporose bei Diabetes verhindern

Knochen stärken und Osteoporose bei Diabetes verhindernMit viel Bewegung und ausgewogener
Ernährung gegen den Knochen-
schwund bei Diabetes.

Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes erkranken zwar häufiger an Knochenschwund als Stoffwechselgesunde. Doch die gute Nachricht lautet: Man kann Osteoporose durch viel Bewegung und eine ausgewogene Ernährung vorbeugen. Außerdem lässt sich die Erkrankung gut behandeln, wenn sie rechtzeitig erkannt wird.

Dass Menschen mit Diabetes auch auf ihre Knochengesundheit achten sollten, stand für die medizinische Fachwelt lange Zeit nicht im Mittelpunkt des Interesses. Dabei sind Menschen mit Diabetes mehr als andere gefährdet, eine Osteoporose (Knochenschwund) oder erniedrigte Knochenstabilität zu entwickeln. Und weil leider immer mehr Menschen bereits in jungen Jahren zu viel Gewicht mit sich herumschleppen, sich nicht ausreichend viel bewegen und früher an Typ-2-Diabetes erkranken, gibt es auch zunehmend mehr Menschen mit Typ-2-Diabetes und Osteoporose. Beim Typ-1-Diabetes nimmt die Zahl der Osteoporose-Fälle sogar noch dramatischer zu. Dies liegt zum einen daran, dass Menschen mit Typ-1-Diabetes ein bis zu dreifach erhöhtes Risiko haben1, an Osteoporose erkranken. Zum anderen steckt dahinter aber auch die erfreuliche Tatsache, dass Menschen mit Typ-1-Diabetes dank moderner Therapien heutzutage viel älter werden als früher. Damit haben sie inzwischen schlicht mehr Lebenszeit, in denen sich Folgeerkrankungen wie Osteoporose einstellen können. Trotzdem verständlich, dass man bei solchen Nachrichten am liebsten den Kopf in den Sand stecken möchte. Doch es lohnt sich, weiterzulesen. Denn zum einen kann man Knochenschwund effektiv vorbeugen. Und zum anderen kann man durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen dazu beitragen, dass eine mögliche Osteoporose frühzeitig erkannt wird.

Ungleichgewicht zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau

In jedem Knochen wird permanent Knochensubstanz ab-, auf- und umgebaut. Für den Abbau sind sogenannte Osteoklasten zuständig; ihre Gegenspieler heißen Osteoblasten und bilden die Grundlage der Knochensubstanz. Bei einer Osteoporose kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau. Dabei ist die Anzahl der Knochenbälkchen im Knocheninnern (Spongiosa) und auch deren Verknüpfung untereinander vermindert. Die Knochendichte nimmt ab. Auch die äußere Knochenschicht ist oft dünner als bei einem gesunden Knochen. Insgesamt wird der Knochen also poröser und kann leichter brechen. Daher haben Menschen mit Osteoporose ein größeres Risiko, bei Stürzen oder sogar bei ganz alltäglichen Tätigkeiten wie Heben oder Tragen einen Knochenbruch zu erleiden. Gefährdet sind insbesondere die Wirbelsäule und der Oberschenkelhals.

Hohe Glukosewerte, Bauchfett und Medikamente schaden den Knochen

Lange Zeit betrachteten Ärzte einen beeinträchtigten Knochenstoffwechsel und einen gestörten Zuckerstoffwechsel als zwei separate Phänomene. Doch inzwischen wissen sie, dass erhöhte oder stark schwankende Glukosewerte den Knochenstoffwechsel ungünstig beeinflussen können2. Denn sie führen zu entzündlichen Prozessen im gesamten Körper, durch die Osteoblasten vorzeitig absterben können. Auch Übergewicht, das häufig mit einem Typ-2-Diabetes einhergeht, kann sich ungünstig auf den Knochenstoffwechsel auswirken: So können sich insbesondere im gesundheitsschädlichen Bauchfett hormonähnliche Substanzen bilden, welche die Knochensubstanz schädigen. Auch einzelne Diabetesmedikamente können Osteoblasten aus dem Gewebe verdrängen und damit die Knochenzusammensetzung verschlechtern. Bei ungünstigen Glukosewerten heilen Knochenbrüche außerdem nicht so gut wie bei einem stabilen Zuckerstoffwechsel.

Ausgewogene Ernährung und viel Bewegung stärken die Knochen

Die Experten raten deshalb zum einen, dass Menschen mit Diabetes regelmäßig auch auf Osteoporose untersucht werden sollten.3 Spezialisierte Orthopäden oder Radiologen können die Knochendichte messen und das persönliche Risiko für Knochenbrüche ermitteln. Auf diese Weise lässt sich eine beginnende Osteoporose immerhin rechtzeitig feststellen. Doch Menschen mit Diabetes können selbst eine Menge tun, damit es erst gar nicht soweit kommt. In verschiedenen Leitlinien für Patienten und für Fachleute4,5, findet man eine ganze Reihe praktischer Tipps für starke Knochen:

  • Ernährung mit viel Kalzium. Kalzium ist der wichtigste Baustein des Knochens. Fehlt dem Körper Kalzium, wird Knochen abgebaut. Kalzium ist vor allem in Milch, Milchprodukten, grünem Gemüse und kalziumreichem Mineralwasser enthalten. Es gibt allerdings auch Erkrankungen, bei denen die Zufuhr von Kalzium stark reglementiert werden muss, deshalb sollte z.B. bei Störungen der Nebenschilddrüsen oder Neigung zu Nierensteinen mit dem behandelnden Arzt Rücksprache gehalten werden.
  • Ausreichende Versorgung mit Vitaminen. Damit Kalzium in die Knochen eingelagert werden kann, benötigt der Körper Vitamin D. Dieses Vitamin ist z. B. in Seefisch enthalten, kann aber auch unter dem Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet werden. Also so oft wie möglich raus an die frische Luft und Sonne tanken! Aber auch die Vitamine B12 und Folsäure (B9) stärken die Knochen. Vitamin B12 ist vor allem in Lebensmitteln tierischen Ursprungs (insbesondere Fleisch) enthalten. Folsäure finden sich vor allem in grünen Blattgemüsesorten. Auch für die Vitamine gelten wie bei Kalzium bestimmte Einschränkungen bei Begleiterkrankungen wie z.B. Störungen der Nebenschilddrüsen.
  • Untergewicht vermeiden. Zu viel Speck auf den Rippen ist bekanntlich ungesund, doch ein zu geringes Körpergewicht (Body Mass Index unter 20) ist oft mit einer verringerten Knochendichte und damit mit einem erhöhten Frakturrisiko verbunden. Die Knochen fühlen sich bei Normalgewicht am wohlsten.
  • Bewegung ist der Baumeister für Knochen. Der menschliche Körper wirtschaftet gern sparsam. Wenn die Knochen nur selten mechanischen Reizen durch Bewegung ausgesetzt werden, baut der Körper Knochensubstanz ab. Umgekehrt verstärkt er die Knochen bei Belastung, um seine Stütz- und Bewegungsfunktion zu erhalten. Die Knochen freuen sich über Krafttraining ebenso wie über Ausdauersport. Angenehmer Nebeneffekt: Bewegung lässt auch die Pfunde und die Zuckerwerte purzeln!
  • Auf Zigaretten verzichten. Der Konsum von Nikotin wirkt sich nicht nur negativ auf die Atemwege, das Herz-Kreislauf-System und die Gefäße aus, sondern kann auch die Knochen schädigen. Ein Grund mehr, den Glimmstängeln Lebewohl zu sagen!
  • Die Zuckerwerte stabil halten. Wenn der Blutzucker keine allzu heftigen Ausschläge nach oben macht, kommt es nicht zu den gefährlichen Entzündungsreaktionen im Körper, die der Knochensubstanz zu schaffen machen. Stabile Zuckerwerte sorgen also auch für stabile Knochen.

Fazit: Stabile Zuckerwerte, ausgewogene Ernährung, ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen, viel Bewegung und ausreichend Zeit an der frischen Luft zahlen sich nicht nur in puncto Diabetes aus. Auch die Knochen freuen sich über einen gesunden Lebensstil!

1 AWMF-Leitlinie "Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose" des Dachverbands der Deutschsprachigen Wissenschaftlichen Osteologischen Gesellschaften von 2017, siehe https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/183-001l_S3_Osteoporose-Prophylaxe-Diagnostik-Therapie_2018-04.pdf

2 Birgit Willmann und Prof. Walter Josef Faßbender: Diabetes und Osteoporose – wie hängen sie zusammen? In: Info Diabetologie 2017; 11(1), S. 27 ff. https://www.springermedizin.de/diabetes-und-osteoporose-wie-haengen-sie-zusammen/12077836

3 P. Pietschmann, J.M. Patsch, G. Schernthaner, Diabetes and Bone, Horm Metab Res 2010; 42; 763-768, siehe auch: https://www.diabetesde.org/content/osteoporose-antidiabetika-vitamin-d-mangel

4 Osteoporose Patientenleitlinie vom Dachverband deutschsprachiger Osteoporose-Selbsthilfeverbände und patientenorientierter Osteoporose-Organisationen e. V. (DOP), 2010 http://www.osteoporose-dop.org/fileadmin/user_upload/Pll_2010.pdf

5 Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Männern ab dem 60. Lebensjahr und bei postmenopausalen Frauen. S3-Leitlinie des Dachverbands der Deutschsprachigen Wissenschaftlichen Osteologischen Gesellschaften e.V., 2014 https://www.laekb.de/files/14BC112BB91/DVO_Leitlinie_18092014.pdf

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