Blutzuckermessung: Blutzucker selber messen - so funktioniert's!

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Ist es für Typ-2-Diabetiker sinnvoll, selbst den Blutzucker zu messen? Wer nicht Insulin spritzt, kann schließlich nicht durch eine Insulin-Dosisanpassung unmittelbaren Einfluss auf seinen Blutzuckerverlauf nehmen. Die Blutzuckerselbstmessung ist zunächst eine diagnostische Maßnahme und hat keinen direkten Effekt auf die Blutzuckereinstellung. Erst wenn Ernährung, Bewegung und Medikation den regelmäßig gemessenen Werten angepasst werden und Ärzte sie zur Überprüfung ihrer Therapieempfehlungen heranziehen, trägt die Blutzuckerselbstkontrolle zum Erreichen der Therapieziele bei.

Europäischer Konsens

Empfehlungen zur Blutzuckerselbstmessung gibt das europäische "Konsensuspapier zur Selbstmessung der Blutglukose", das im Juli 2009 veröffentlicht wurde. Es gibt Empfehlungen für verschiedene Behandlungsansätze. Für Typ-2-Diabetiker mit alleiniger Ernährungstherapie werden wöchentlich 6-8 Tests der Blutglukose empfohlen. Das gleiche gilt für Menschen, die Tabletten zur Diabetesbehandlung einnehmen. Messungen sowohl vor als auch nach der Mahlzeit geben Auskunft über die Stoffwechsellage und den Verlauf der Werte. Erfolgen die Messungen als Tagesprofile, lässt sich der Blutzuckerverlauf besser beurteilen als bei Zufallsmessungen.
Auch beim Autofahren, bei akuten Erkrankungen und bei Veränderungen der Therapie geben Blutzuckertests Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung. Zudem können einige orale Antidiabetika Hypoglykämien auslösen. Eine Blutzuckerselbstmessung kann dabei helfen, z.B. nächtliche Hypoglykämien sicher als solche zu erkennen. Schwere Unterzuckerungen gehen mit einer hohen Eigen- und Fremdgefährdung einher und sind zudem mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko verbunden.

Schulung ist Voraussetzung für strukturierte Messung

Wird die Blutzuckerselbstmessung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung im Zusammenhang mit einer Schulung eingesetzt, kann sie dazu beitragen, das Bewusstsein des Patienten für die Erkrankung zu schärfen. Die Motivation zur Änderung des Lebensstils wird gestärkt, ebenso die Therapietreue.

"Die Selbstkontrolle ist einer der grundlegenden Bausteine, die jeder Patient zum Umgang mit seiner Erkrankung in einer Diabetesschulung vermittelt bekommt. Denn jeder Mensch mit Diabetes muss in der Lage sein, eine Blutzuckermessung sachgerecht durchzuführen, die Ergebnisse zu dokumentieren und die Fähigkeit besitzen, entsprechend den Ergebnissen zu reagieren", betont PD Dr. Bernhard Kulzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Psychologie und Verhaltensmedizin der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und Geschäftsführer des Forschungsinstitutes der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM). "Studien, in denen die Schulung leitliniengerecht angewandt wurde, zeigen, dass Patienten, die Blutzuckerselbstkontrolle durchführen, entgegen dem Bericht des IQWiG signifikant bessere Blutzuckerwerte aufweisen", ergänzt PD Dr. Kulzer.

Messen nach der Mahlzeit

Blutzuckerspitzen nach der Mahlzeit steigern nach heutiger Erkenntnis das Risiko für diabetische Begleit- und Folgeerkrankungen wie Gefäßschäden und Herzinfarkt. Deshalb ist es besonders wichtig, den Blutzucker nach der Mahlzeit (postprandial) zu bestimmen. Die Internationale Diabetes Föderation (IDF) empfiehlt in ihrer "Leitlinie für die postprandiale Glukoseeinstellung" die Blutglukoseselbstmessung als die "derzeit praktikabelste Methode zur Bestimmung des postprandialen Glukoseverlaufs". Sind die Werte zu hoch, kann der postprandiale Glukosewert mit geeigneten nicht-medikamentösen oder medikamentösen Therapien beeinflusst werden.

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