Besser messen statt verzichten

Besser messen statt verzichtenEgal welche Diabetestherapie:
Regelmäßig Blutzuckermessen
steigert die Lebensqualität und
die Lebenserwartung.

Viele Menschen mit Diabetes kontrollieren ihre Blutglukosekonzentration seltener als empfohlen. Doch wer öfter den Blutzucker misst und damit gut über seine Blutglukosewerte Bescheid weiß, profitiert sowohl von einer besseren Lebensqualität als auch von einem signifikant geringeren Sterberisiko, unabhängig von der Art der Diabetestherapie.

Wer Diabetes hat, kann seinen Glukosespiegel umso besser verstehen und kontrollieren, je öfter er oder sie misst. Gemäß den europäischen Leitlinien wird Menschen mit Diabetes und einer intensivierten Insulintherapie (ICT) empfohlen, mindestens viermal täglich ihren aktuellen Blutglukosewert zu bestimmen1.

Aktuelle Daten zeigen jedoch, dass viele Patienten ihren Glukosewert weniger als dreimal pro Tag messen2. Menschen mit Typ-2-Diabetes, die keine Insulinbehandlung durchführen, messen ihren Blutzucker zum Teil nur selten oder gar nicht und verlassen sich für die Kontrolle der Blutglukoseeinstellung auf die vierteljährlichen Ergebnisse der HbA1c-Bestimmung beim Arzt.

Blutglukoseselbstmessung von Vorteil bei jeder Therapieart

Doch eine regelmäßige Bestimmung der Blutglukosekonzentration bringt Vorteile, auch dann, wenn bei einem Typ-2-Diabetes noch gar keine Insulinbehandlung erforderlich geworden ist. Dass die Blutzucker-Selbstkontrolle sowohl mit einer signifikant besseren Lebensqualität als auch einer höheren Lebenserwartung einhergeht, zeigte bereits die ROSSO-Studie anhand der Daten von 3.268 Patienten mit Typ-2-Diabetes aus 192 Praxen, die über acht Jahre lang beobachtet worden waren.3, 4 Die Gruppe der Teilnehmer, die eine regelmäßige Selbstmessung des Blutzuckers durchführte, wies ein um etwa ein Drittel geringeres Erkrankungsrisiko auf; die Sterberate lag sogar um etwa die Hälfte niedriger. In der Gruppe der Teilnehmer mit Typ-2-Diabetes, die nicht mit Insulin therapiert wurden, erkrankten etwa ein Drittel weniger Personen und die Sterberate lag um rund 40 Prozent niedriger.4

Deshalb sollte auf die Selbstmessung der Blutglukose nicht verzichtet werden. Sie gilt heute als integraler Bestandteil eines modernen Diabetesmanagements, unabhängig von der Art der Therapie. Wer die Blutglukose selbst bestimmt, kann jederzeit und unmittelbar prüfen, welche Nahrungs- und Genussmittel und welche Verhaltensweisen sich günstig oder ungünstig auf seinen Blutzuckerspiegel auswirken. Dies stärkt auch die Eigenverantwortung im Umgang mit dem Diabetes. Moderne Geräte zur Blutglukoseselbstmessung sind benutzerfreundlich und erleichtern mit Hilfe eines durchdachten Produktdesigns die Verwendung unter Alltagsbedingungen.4

Wann und wie oft messen?

Die folgende Übersicht zeigt, wann und wie oft die Blutzuckerselbstmessung von den Experten des Verbandes der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe Deutschland (VDBD) bei den unterschiedlichen Therapieformen sinnvollerweise empfohlen wird5:

  • Bei Typ-2-Diabetes ohne Insulinbehandlung wird empfohlen, den Blutzucker an vier Zeitpunkten des Tages zu messen: Einmal morgens nüchtern und dann ca. 1,5 Stunden nach jeder Hauptmahlzeit. Während der Einstellungsphase auf ein neues Medikament sollte dieses Messschema einmal in der Woche angewendet werden; direkt nach der Diagnosestellung können zusätzlich auch Messungen vor den Hauptmahlzeiten sinnvoll sein. In stabilen Phasen genügt es, einmal in vier Wochen die Vier-Punkte-Messung durchzuführen.
  • Wird bei Typ-2-Diabetes zusätzlich zu den Tabletten eine Basal-Insulininjektion (meist zur Nacht) erforderlich, ist in der Einstellungs- und Anpassungsphase eine tägliche nüchterne Blutzuckermessung erforderlich. Einmal in der Woche wird zudem empfohlen, morgens und mittags jeweils nach dem Essen und spät abends zu messen. Sinnvoll können außerdem ergänzende Blutzuckermessungen vor dem Mittag- und Abendessen sein. Für die stabile Phase genügen alle vier Wochen vier tägliche Messungen.
  • Wer eine Insulintherapie anwendet, gleich ob konventionell oder intensiviert, profitiert von Blutzuckermessungen vor den Mahlzeiten. Die Häufigkeit richtet sich nach der jeweiligen Art der Insulintherapie und auch danach, ob eine Dosisanpassung erfolgt.

Menschen mit Diabetes profitieren davon, wenn sie ihre Blutglukose regelmäßig bestimmen. Deshalb ist es besser, den Blutzucker zu messen, als auf diese Kontrolle zu verzichten. Die Einweisung in die richtige und fehlerfreie Messtechnik kann beispielsweise in einer Schulung, in der Arztpraxis oder der Apotheke erfolgen.

Quellen:
  1. Schnell O, Alwai H, Battelino T, et al. Consensus statement on self-monitoring of blood glucose in diabetes. A European perspective. Diabetes, Stoffwechsel und Herz, Band 18, 4/2009:3-7 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4074758/; Stand: 8.3.2017)
  2. Vincze G, Barner JC, Lopez D. Factors associated with adherence to self-monitoring of blood glucose among persons with diabetes. Diabetes Educ. 2004;301(1);112-125. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14999899; Stand 8.3.2017)
  3. Strukturierte Blutzuckermessung: Gewusst wie! (http://www.accu-chek.de/services/de/forschung_studien/blutzuckermessung/strukturierte_blutzuckermessung.html) Stand: 2.3.2017
  4. ROSSO-Studie zur Selbstmessung der Blutglukose (http://www.diabetes-deutschland.de/archiv/4711.htm) Stand: 2.3.2017
  5. Leitfaden zur Blutzucker-Selbstkontrolle in Beratung und Therapie https://vdbd.de/Downloads/Web_Broschuere_BlutzuckerLeitfaden8_2015.pdf; Stand: 2.3.2017
Accu-Chek.de

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