Neue Behandlungsansätze bei Typ-1 Diagnosen älterer Kinder?

Neue Behandlungsansätze bei Typ-1 Diagnosen älterer Kinder?Diabetes bei Kindern: Bei Diagnosen
ab sechs Jahren sind mehr insulin-
produzierende Betazellen vorhanden
als bisher angenommen.

Zum Ausbruch eines Diabetes mellitus Typ-1 kommt es, wenn das körpereigene Immunsystem den Großteil der insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Die Folge ist ein absoluter Insulinmangel und damit die Manifestation eines Diabetes mellitus vom Typ-1. Bisher ging man davon aus, dass dies bei allen Betroffenen ab einem Betazell-Verlust von ca. 80 bis 90 Prozent der Fall ist. Wer an Diabetes mellitus Typ-1 erkrankt ist, muss lebenslang täglich Insulin spritzen oder sich das Hormon über eine Insulinpumpe zuführen.

Die Ursache der Erkrankung ist bislang nicht geklärt. Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren erkranken bislang am häufigsten an Typ-1-Diabetes, mit zunehmendem Alter sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Neuerkrankung. Die Erkrankungshäufigkeit in den verschiedenen Ländern Europas variiert sehr stark, mit einem deutlichen Nord-Süd-Gefälle. (1)

Mehr Betazellen bei Diagnose im Teenageralter

Ein internationales Forscherteam unter Federführung der Medical School der Universität Exeter (http://medicine.exeter.ac.uk/ - Großbritannien) hat nun entdeckt, dass Kinder mit einem Alter von sechs Jahren oder jünger nach einer Diabetes-Diagnose einen weit geringeren Rest an insulinproduzierenden Betazellen aufweisen als Kinder, die zur Diagnose bereits älter waren. Bei Teenagern konnten die Forscher sogar eine unerwartet große Menge dieser Zellen nachweisen, die in diesem Fall allerdings nicht mehr richtig funktionierten. (2,3)

"Bislang ging man davon aus, dass Teenager mit Typ-1-Diabetes ebenfalls rund 90 Prozent ihrer Betazellmasse verlieren, doch bei der Untersuchung ihres Bauchspeicheldrüsen-Gewebes haben wir entdeckt, dass dies nicht stimmt", kommentiert Studienleiter Prof. Noel Morgan die Ergebnisse. "Tatsächlich sind bei einer Diagnose im Teenageralter noch viele Betazellen vorhanden, was vermuten lässt, dass diese lediglich inaktiv sind."

Mögliche Chance für neue Therapie-Optionen

"Sollten wir einen Weg finden, diese Zellen zu reaktivieren, so dass sie wieder Insulin produzieren, könnten wir womöglich im Stande sein, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder sogar umzukehren", so Morgan weiter. "Als nächsten Schritt werden wir nun erst einmal untersuchen, weshalb der Entstehungsprozess des Typ-1-Diabetes abhängig vom Alter der Patienten unterschiedlich abläuft, um ein besseres Verständnis dafür zu erhalten, wie beide Gruppen effektiver behandelt werden könnten."

Im Rahmen der Untersuchung haben die Wissenschaftler mehrere große Datenbanken für Pankreas-Gewebeproben von Typ-1-Diabetikern analysiert. Die Studie wurde von der EU und der gemeinnützigen Organisation Juvenile Diabetes Research Foundation (JDRF) gefördert und wurde auf dem Onlineportal des Fachmagazins Diabetes (diabetes.diabetesjournals.org) veröffentlicht.

Quellen
  1. Basiswissen Typ-1-Diabetes ((http://www.diabetes-online.de/a/1626394)) Stand: 11.02.2016
  2. Ausbruch des Typ-1-Diabetes: Je früher, desto aggressiver ((http://www.diabetes-online.de/a/1750893) Stand 11.02.2016
  3. Childhood diabetes discoveries could lead to new treatments ((http://www.exeter.ac.uk/news/featurednews/title_495220_en.html?utm_source=exeter.ac.uk&utm_medium=billboard&utm_campaign=HomeDiabetes)) Stand: 11.02.2016
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