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Du bist, was du isst! Wie die Darmflora Blutzuckerverläufe beeinflusst

Du bist, was du isst! Wie die Darmflora Blutzuckerverläufe beeinflusstKohlenhydrate sind nicht gleich
Kohlenhydrate: Wie sie sich auf die
Blutzuckerverläufe auswirken, hängt
auch mit den Bakterien im Darm
zusammen.

Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate – das lernen alle Menschen mit Diabetes gleich in ihrer ersten Schulung. Da gibt es schnellwirksame Kohlenhydrate und solche, die langsamer verstoffwechselt werden. Doch damit nicht genug: Wie Wissenschaftler nun herausgefunden haben, haben darüber hinaus auch die Bakterien im Darm großen Einfluss darauf, wie schnell der Blutzucker auf bestimmte Lebensmittel reagiert.

„Wenn ich einen Apfel esse, dann steigt mein Blutzucker danach fast überhaupt nicht an – nach Pflaumen dafür umso mehr!“ oder „Es heißt immer, dass Haferflocken den Blutzucker langsam ansteigen lassen – bei mir ist es aber umgekehrt!“ Wer sich mit anderen Menschen mit Diabetes unterhält, der stellt rasch fest: Nicht jeder Körper reagiert gleich auf die verschiedenen Lebensmittel. Speisen, die bei dem einen Menschen ohne nennenswerte Blutzuckerspitzen verstoffwechselt werden, führen bei einem anderen zu einem raschen Blutzuckeranstieg. Die Merksätze zu „schnellen und langsamen Kohlenhydraten“ und dem glykämischen Index scheinen dann auf einmal nicht mehr zu gelten.

Algorithmus sagt den Blutzuckerverlauf nach dem Essen vorher

Wissenschaftler aus Israel haben nun herausgefunden, woran diese unterschiedliche Blutzuckerreaktion liegen könnte. Als Hauptverantwortliche haben sie die Darmflora ausgemacht, die bei jedem Menschen individuell eine andere Zusammensetzung hat. In ihrer Studie untersuchten die Forscher das Darm-Mikrobiom von 800 Menschen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren ohne bekannte Diabeteserkrankung. Zusätzlich erhoben sie Blutwerte, Körpergewicht, Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten sowie Glukosewerte mittels kontinuierlicher Glukosemessung. Während der Studie dokumentierten die Teilnehmer Alltagsaktivitäten, Essen, Sport und Schlaf in einer Smartphone-App. Ihre Ernährung bestand für den Versuchszeitraum aus vorgegebenen Standardmahlzeiten mit jeweils 50 Gramm Kohlenhydraten und sehr unterschiedlichem glykämischen Index.

Es zeigte sich, dass die Glukosekurven bei den verschiedenen Teilnehmern sehr unterschiedlich verliefen, selbst wenn sie die exakt gleichen Standardmahlzeiten zu sich genommen hatten. Je nachdem, welche Bakterien sich in der Darmflora der Studienteilnehmer tummelten, wirkte sich zum Teil sogar ein vermeintlich blutzuckerfreundliches Frühstück mit Vollkornbrot ungünstig aus. Umgekehrt verursachte bei manchen Teilnehmern selbst eine Mahlzeit, bei der die Werte eigentlich rapide ansteigen sollten, keinen dramatischen Blutzuckeranstieg.

Individuelle Ernährung zur Beeinflussung der Darmflora

Aus den Ergebnissen entwickelten die Forscher einen Algorithmus, mit dem sie den Blutzuckerverlauf nach dem Essen vorhersagen konnten. Und sie stellten sich die Frage, ob man dieses Wissen nicht dafür nutzen könnte, die Darmflora mithilfe der Ernährung so zu beeinflussen, dass Blutzuckerspitzen nach dem Essen ausbleiben. Die Wissenschaftler starteten also einen zweiten Studienteil und erhoben bei einer weiteren Gruppe ebenfalls diverse Laborwerte und untersuchten die Darmflora. Anhand des bewährten Algorithmus erarbeiteten sie für diese zweite Gruppe nun ein individuell angepasstes Ernährungsprogramm und untersuchten die Blutzuckerreaktionen nach dem Essen. Tatsächlich veränderte sich die Darmflora unter den personalisierten Ernährungsplänen bereits innerhalb einer Woche. Dies schlug sich entsprechend auch auf die Glukoseverläufe nach dem Verzehr verschiedener Lebensmittel nieder.

Mehr Vielfalt in den Ernährungsempfehlungen!

Für Menschen mit Diabetes sind dies spannende Erkenntnisse: Es ist kein böser Zauber im Spiel, wenn der Blutzucker bei Menschen nicht einheitlich auf Nahrungsmittel reagiert. Je nachdem, wie sich das Darm-Mikrobiom zusammensetzt, können die Blutzuckerverläufe nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel unterschiedlich sein. Die Studienautoren schlagen vor, Ernährungsempfehlungen weniger pauschal auszusprechen und stattdessen vielmehr Ernährungsprogramme stärker zu individualisieren. Denn eine Mahlzeit, die bei dem einen Menschen blutzuckerfreundlich wirkt, kann bei einem anderen das genaue Gegenteil auslösen. Menschen mit Diabetes können allerdings nur herausfinden, wie ihr Körper auf Nahrungsmittel reagiert und ihre Ernährung entsprechend anpassen, wenn sie ihre Blutzuckerverläufe genau im Blick behalten – ob mit klassischen Blutzuckermessungen oder mit Systemen zur kontinuierlichen Glukosemessung.

Quelle:
  • Zeevi D et al. Personalized Nutrition by Prediction of Glycemic Responses. Cell 2015; 163: 1079-109 https://www.cell.com/cell/pdf/S0092-8674(15)01481-6.pdf
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