Neue Studie: Lösliche Ballaststoffe gegen Diabetes

Neue Studie: Lösliche Ballaststoffe gegen DiabetesLösliche Ballaststoffe scheinen
Diabetes zu beeinflussen. Hier ein
Beispiel, wie sie sich in Form von
Chicorée und Äpfeln lecker
zubereiten lassen.

Äpfel, Chicorée, Hafer – könnten neuartige Spezial-Diäten Diabetes beeinflussen? Lösliche Ballaststoffe spielen eine große Rolle, wenn sie mit Hilfe von Darmbakterien ihre schützende Wirkung entfalten. Interessante Forschungsergebnisse gibt es sowohl im Hinblick auf Typ-2- als auch Typ-1-Diabetes.

Ballaststoffe verringern Typ-2-Diabetes-Risiko

Die Ergebnisse vieler Langzeit-Beobachtungsstudien lassen annehmen, dass Menschen ihr Typ-2-Diabetes-Risiko verringern, wenn sie ausreichend Ballaststoffe verzehren. Jedoch erreichen nur wenige Menschen die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Aufnahmemenge von 30 g pro Tag. Weiterhin weisen Studien darauf hin, dass Menschen, die in ihrem Blut hohe Spiegel von bestimmten Fettsäuren (C15- und C17-Fettsäuren) besitzen, ebenfalls ein vermindertes Diabetes-Risiko haben.1

Wissenschaftlerinnen des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) untersuchten nun den Zusammenhang zwischen dem Ballaststoffverzehr, den Fettsäurespiegeln im Blut und dem Risiko für Typ-2-Diabetes. Sie konnten nachweisen, dass bei Versuchsteilnehmern sowohl nach dem Verzehr löslicher Ballaststoffe als auch nach der Gabe von Propionat die Fettsäurespiegel anstiegen.1 Lösliche Ballaststoffe sind in Früchten und Gemüse enthalten. Dazu gehören beispielsweise Pektin aus Äpfeln, Inulin aus Chicorée oder Beta-Glucan aus Hafer. Propionat ist das Salz einer kurzkettigen Fettsäure, die beim Abbau löslicher Ballaststoffe durch Darmbakterien entsteht.

Kurzkettige Fettsäure verbessert Insulinempfindlichkeit

Die Ergebnisse geben einen neuen Einblick in die Stoffwechselmechanismen, die mit dem Verzehr von Ballaststoffen in Zusammenhang stehen. Für die Bildung der C15- und C17-Fettsäuren scheint es sehr wichtig zu sein, wie viel Propionat für den Aufbau zur Verfügung steht. „Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Propionat die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen verbessert. Daher spricht vieles dafür, dass ein kausaler, biologischer Zusammenhang zwischen einer erhöhten Aufnahme löslicher Ballaststoffe, erhöhten Blutwerten der C15- und C17- Fettsäuren sowie einem verminderten Typ-2-Diabetes-Risiko besteht“, sagt die DIfE-Wissenschaftlerin Sara Schumann. Eine ausreichende Ballaststoffzufuhr könnte somit wesentlich dazu beitragen, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Darmkrebs vorzubeugen.1

Auch bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes könnte der Abbau löslicher Ballaststoffe durch Darmbakterien eine Rolle spielen. Eine ballaststoffarme Ernährung verändert die Zusammensetzung der Darmbakterien so, dass sie die Entstehung von entzündlichen Prozessen und Autoimmunerkrankungen fördert. Wissenschaftler versuchen nun, diesen Weg therapeutisch zu nutzen, entweder über die Aufnahme von Ballaststoffen, von Probiotika, die dabei helfen die Darmflora aufzubauen, oder direkt von kurzkettigen Fettsäuren. Einer australischen Forschergruppe ist es auf diesem Weg bereits gelungen, im Tierversuch bei einer bestimmten Art von Mäusen (NOD-Mäuse), die normalerweise innerhalb weniger Wochen einen Typ-1-Diabetes entwickelt, die Entstehung des Diabetes zu verhindern.2

Quellen:
  1. Deutsches Institut für Ernährungsforschung: Fettsäuren im Blut geben Auskunft über die Höhe des Ballaststoffverzehrs (http://www.dife.de/presse/pressemitteilungen/?id=1388) Stand: 18.05.2017
  2. Darmmikrobiota: Spezialdiät gegen Typ-1-Diabetes (http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=69146) Stand 16.05.2017
Accu-Chek.de

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