Gesunde Ernährung bei Diabetes? Eine Typsache!

Gesunde Ernährung bei Diabetes? Eine Typsache!Allgemeine Empfehlungen scheinen
bei Ernährung bei Diabetes wenig
hilfreich zu sein.

Wenn es darum geht, persönliche Gesundheitsziele zu erreichen, scheinen allgemeine Ernährungs-Empfehlungen für einige Menschen wenig hilfreich zu sein.1 Im Rahmen einer israelischen Studie2, wurde der Blutzuckerspiegel von 800 Personen eine Woche lang überwacht. Dabei konnte bestätigt werden, dass der glykämische Index (GI) keinen für jeden Menschen anwendbaren Wert darstellt. Ganz im Gegenteil: Er unterliegt sogar starken Schwankungen.


Wie berechnet sich der glykämische Index?

Um den glykämischen Index (GI) in Prozent zu ermitteln, wird der Verlauf des Blutzuckeranstieges nach dem Verzehr von 50g Kohlenhydraten aus einem Lebensmittel gemessen. Als Vergleichswert wird der Blutzuckeranstieg nach Aufnahme von 50g Glucose ermittelt und gleich 100% gesetzt. Je schneller und/oder höher der Blutzucker durch den Verzehr von 50g Kohlenhydraten ansteigt, desto höher ist der glykämische Index für dieses Lebensmittel.


Dass die Messwerte für den GI aus verschiedenen Quellen für ein und dasselbe Lebensmittel teilweise erheblich schwanken, war bereits aus früheren Untersuchungen bekannt3. Zudem können selbst bei der gleichen Testperson Messungen an verschiedenen Tagen unterschiedliche Werte liefern. Überrascht waren die Forscher vom tatsächlichen Ausmaß der Schwankungen und davon, dass eigentlich als gesund geltende Lebensmittel unerwartet starke Blutzuckeranstiege bewirkten. Eran Segal, einer der Studienautoren, kommentiert die Ergebnisse so: "Diese Unterschiede gehen so weit, dass in manchen Fällen zwei Menschen komplett gegensätzlich auf ein Lebensmittel reagieren. Diese Umstände stellen eine große Wissenslücke in der gegenwärtigen Literatur dar."

Im Rahmen der vorgestellten Studie wurden die Teilnehmer dazu aufgefordert, jeden Morgen ein standardisiertes Frühstück zu sich nehmen und zum anderen sollten sie alle Mahlzeiten in einer mobilen Tagebuch-App dokumentieren. Im Gegenzug dafür erhielten die Probanden eine von den Wissenschaftlern erstellte Analyse ihrer persönlichen Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel.

Das individuelle Feedback ergab viele Überraschungen für Teilnehmer und Wissenschaftler. So wurde im Fall einer Frau mittleren Alters mit Adipositas und Prä-Diabetes nachgewiesen, dass ihre vermeintlich "gesunde" Ernährung zu ihren gesundheitlichen Problemen beigetragen haben könnte. Die Wissenschaftler beobachteten, dass ihr Blutzucker nach dem Verzehr von Tomaten sehr markant und immer wieder anstieg. Zuvor waren bei ihr verschiedene Diäten gescheitert.

Um zu verstehen, warum so große Unterschiede zwischen den Menschen existieren, untersuchten die Forscher die Stuhlproben der Teilnehmer. Sie konnten nachweisen, dass bestimmte Darmbakterien tatsächlich einen Zusammenhang mit den Blutzuckeranstiegen nach einer Mahlzeit zeigten. Mit Hilfe von personalisierten Ernährungsempfehlungen konnte anschließend der Anstieg der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit verringert und die Darmflora verändert werden.

Die Wissenschaftler hoffen, dass die neuen Erkenntnisse künftig auf ein größeres Publikum übertragen werden können, indem sich jedermann anhand vereinfachter Fragebögen und Tagebücher seinen personalisierten Ernährungsplan erstellen kann.

Quellen:
  1. Gesunde Nahrungszufuhr liegt im Auge des Betrachters ((https://www.esanum.de/gesunde-nahrungszufuhr-liegt-im-auge-des-betrachters/)) Stand: 20.01.2016
  2. Zevi, d. et al, Personalized Nutrition by Prediction of Glycemic Responses DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.cell.2015.11.001
  3. Weigt S.: UGB-FORUM Spezial: Ernährungsrichtungen aktuell bewertet 2007, S.39-41
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