Vitamin-D-Mangel Folgen: Höheres Risiko für Typ-1-Diabetes

Accu-Chek Services - Vitamin D Mangel

Die Zahl der neu an Diabetes-Typ-1 erkrankten Kinder und Jugendlichen steigt - Experten befürchten eine Verdopplung bis 2020. Eine amerikanische Studie gibt nun Hinweise darauf, dass ein Vitamin-D-Mangel als Ursache an der Diabetesentstehung beteiligt sein könnte.

Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie (AGPD) Dr. Andreas Neu prognostiziert, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren mit Typ-1-Diabetes sich bis zum Jahr 2020 verdoppeln wird: von derzeit 15.000 auf 30.000. Weltweit nimmt Typ-1-Diabetes pro Jahr um etwa zwei bis drei Prozent zu. Auch der Typ-2-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen sei auf dem Vormarsch. "Im Moment gibt es in Deutschland etwa 5.000 Fälle mit rasch steigender Tendenz", ergänzte Neu auf der gemeinsamen Jahrestagung der AGPD mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und -diabetologie (DGKED) in Erlangen.

Als ein möglicher Risikofaktor für den Typ 1-Diabetes mellitus wird seit einiger Zeit ein Vitamin-D-Mangel diskutiert. Der Körper bildet dieses Vitamin vor allem mit Hilfe der UVB-Strahlung des Sonnenlichts in der Haut selbst, insbesondere in den sonnenreicheren Monaten von April bis September. Über Nahrungsmittel kann nur ein geringer Teil des Bedarfs gedeckt werden. Das würde beispielsweise erklären, warum die Neu-Erkrankungsrate mit zunehmender geographischer Breite steigt. So weist Finnland weltweit die höchste Erkrankungsrate des Diabetes Typ 1 auf, sie ist etwa dreimal so hoch wie in Deutschland. Dort erkranken 45 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren pro 100 000 an Typ-1-Diabetes mellitus, in Deutschland sind es 15. Generell ist eine starke Zunahme in den Industrieländern zu beobachten.

In einer aktuellen Studie der Universität von Kalifornien in San Diego wurden die Serumproben von 1.000 Armeeangehörigen untersucht, die im Laufe von 10 Jahren nach der Blutentnahme an einem insulinpflichtigen Diabetes erkrankt waren. Die Proben wurden verglichen mit Blutproben von gesunden Kontrollen. Die Teilnehmer mit der niedrigsten Vitamin D-Konzentration (unter 43 nmol/l) erkrankten mit 3,5-fach höherer Wahrscheinlichkeit als diejenigen mit mehr als 100 nmol/l Vitamin D im Serum. Es zeigte sich, dass das Risiko für eine Diabetes-Typ-1-Erkrankung mit dem Vitamin-D-Defizit stieg. Diese Dosis-Wirkungsbeziehung in Fall-Kontroll-Studien wird von Wissenschaftlern als Hinweis darauf angesehen, dass ein ursächlicher Zusammenhang vorliegt. Bewiesen werden könnte dieser Zusammenhang allerdings nur durch eine Untersuchung, in der eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung letztlich Neuerkrankungen anTyp-1-Diabetes verhindern kann.

Legt man die Studienergebnisse zugrunde, würde bereits eine Serumkonzentration von 50 µg /ml Hydroxy-Vitamin D (1µg = 1/1000 mg) die Hälfte aller Erkrankungen am Typ 1-Diabetes verhindern - sofern der Zusammenhang tatsächlich kausal sein sollte.

Von der eigenmächtigen Einnahme von Vitaminpräparaten raten die Forscher dennoch ab. Sinnvoll sei es allerdings, bei Kindern auf eine ausreichende Vitamin-D-Prophylaxe zu achten.

In Deutschland gelten bereits seit Anfang 2012 neue, deutlich höhere Referenzwerte für die Vitamin D-Zufuhr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene demnach 20 µg pro Tag, das ist viermal so hoch wie vorher. Für Senioren hat sich der empfohlene Zufuhr-Wert verdoppelt. Der Grund: Die DGE geht davon aus, dass in Deutschland 60 Prozent der Menschen nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt sind.

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