Gut gegen den Gedächtnisverlust und Typ-2-Diabetes: Gesunder Lebensstil schützt vor Demenz

Gut gegen den Gedächtnisverlust und Typ-2-Diabetes: Gesunder Lebensstil schützt vor DemenzGut bei Typ-2-Diabetes und schützt
gegen Demenz: Gemeinsame
Bewegung

Bei Menschen mit Typ-2 Diabetes kann es im Alter zu einem stärkeren Abbau der kognitiven Fähigkeiten kommen als bei Menschen mit einem normalen Blutzuckerspiegel.* Studienergebnisse lassen vermuten, dass eine erhöhte Konzentration der Blutglukose das Gehirn um rund fünf Jahre schneller altern lässt. Die Abnahme der kognitiven Fähigkeiten wie Erinnerung, Aufmerksamkeit und Orientierung in Verbindung mit Demenz kann auch das alltägliche Leben beeinträchtigen. [1]

Studien zeigten auch, dass bei HbA1c-Werten über 10,5 Prozent das Demenzrisiko mehr als doppelt so hoch war. Umgekehrt können aber auch niedrige Werte ein Risiko bergen: bei Menschen mit Typ-2-Diabetes war das wiederholte Auftreten von schweren Unterzuckerungen ebenfalls mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden. Eine gute Blutzuckereinstellung ohne Hypoglykämien und ohne dauerhafte Entgleisung ist also bereits ein guter Schutz vor einer Demenz. [2]

Das bestätigt auch eine US–Studie, die 16.000 Menschen mittleren Alters mit Typ-2-Diabetes über zwei Jahrzehnte untersuchte. Über die Studiendauer hatten diejenigen mit einem schlecht eingestellten Diabetes einen um 19 Prozent höheren geistigen Abbau als altersgemäß erwartet. Bei einem kontrollierten Blutzuckerspiegel (HbA1c-Wert kleiner 5,7 %) waren die Einschränkungen geringer als bei einem Prädiabetes (HbA1c-Wert 5,7 bis 6,4 %) und Diabetes (HbA1c-Wert 6,5 % und höher). [1]

Gesund ernähren, Bewegung und Gedächtnis trainieren

Als sinnvolle Maßnahmen zur Demenz-Prävention empfiehlt Dr. med. Andrej Zeyfang, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Geriatrie des Agaplesion Bethesda Krankenhauses in Stuttgart, die richtige Ernährung, ein gesundes Maß an Bewegung, eine optimale internistische Behandlung sowie kognitives Training für die Hirnleistung und Konzentration. „Bei den Basismaßnahmen gibt es klare Hinweise, dass bestimmte Ernährungsweisen, wie beispielsweise die Mittelmeerkost mit einem hohen Anteil an frischem Gemüse, und wenig, aber hochwertigem Fleisch sowie Fisch und vor allem Olivenöl protektive Effekte besitzen“, so Zeyfang. [2]

Wird zum mediterranen Essen auch ein Glas Wein getrunken, habe dies ebenfalls einen schützenden Effekt für das Gehirn. Doch hier gilt: Die Menge macht das Gift! Die empfohlenen Tagesmengen von einem Achtelliter Wein für Frauen und einem Viertelliter Wein für den Mann sollten nicht überschritten werden, sonst kann es für das Gehirn schnell schädlich werden.

„Dual Task“ besonders effektiv

Der wichtigste Lebensstilfaktor im Hinblick auf das Demenzrisiko scheint jedoch Bewegung zu sein. Wer sich regelmäßig bis zu fünf Stunden in der Woche bewegt, senkt sein Demenzrisiko auf fast die Hälfte. Besonders effektiv ist es, wenn gleichzeitig noch eine andere Aufgabe verrichtet wird, wie zum Beispiel sich mit einem Begleiter/Begleiterin angeregt zu unterhalten. Bei diesem sogenannten „Dual Task“ wird nicht nur das Körperliche, sondern auch das Geistige gefördert. Diese Art von Training ist besonders effektiv. Eine japanische Studie an Menschen mit und ohne Demenz belegt, dass die Zahl der Freunde sehr stark mit dem Demenzgrad korrelierte. „Hast Du genug Freunde, brauchst Du keine Demenz!“

Auch bestimmte Medikamente könne die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. So sollte z.B. bei einer Therapie mit Metformin immer auf den Vitamin-B12-Spiegel geachtet werden. Sinkt dieser ab, verschlechtert sich auch die geistige Leistungsfähigkeit.

* Menschen mit Typ-1-Diabetes scheinen weniger betroffen zu sein als Menschen mit Typ-2-Diabetes, verlässliche Zahlen zum Auftreten einer Demenz gibt es jedoch nicht.

Quellen:
  1. Blutzucker versus Denkleistung - Diabetes kann den kognitiven Abbau beschleunigen (http://www.aid.de/inhalt/pressemeldung-7371.html, letzter Aufruf: 25.01.2017)
  2. Dr. med. Andrej Zeyfang: Demenz bei Diabetes verhindern? Yes we can! Erschienen in: Diabetes-Forum, 2016; 28 (9) Seite 8-11 (http://www.diabetologie-online.de/a/demenz-bei-diabetes-verhindern-yes-we-can-1789391)
  3. Leitlinie Psychosoziales und Diabetes, (http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/DuS-246_Leitlinie_Teil1_Psychosoziales_und_Diabetes.pdf)
Accu-Chek.de

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