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Diabetes im Alter:
Hauptsache keine Unterzuckerungen!

Diabetes im Alter: Hauptsache keine Unterzuckerungen!

Die Menschen in den Industrienationen werden immer älter. Und zum Glück sind längst die Zeiten vorbei, in denen die Diagnose Diabetes gleichbedeutend war mit einer geringen Lebenserwartung. Wir sollten uns also darüber freuen, dass auch Menschen mit Diabetes immer häufiger ein hohes Alter erreichen. Wissenschaftler und Ärzte stellt dies allerdings vor einige Herausforderungen: Wie muss eine gute und sichere Diabetestherapie aussehen, wenn die Betroffenen den 70. Geburtstag hinter sich gelassen haben? Welche Therapieziele sollte man verfolgen? Welche Faktoren sind für die Sicherheit und nicht zuletzt die Lebensqualität älterer Menschen mit Diabetes besonders wichtig? Aus diesem Grund haben Experten verschiedener medizinischer Fachgesellschaften kürzlich eine neue wissenschaftliche Leitlinie1 veröffentlicht, in der die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu all diesen Fragen zusammengefasst sind.

Anzeichen von Hypoglykämien können sich im Alter verändern

Besonders aufmerksam widmen sich die Experten dem Thema Unterzuckerungen. Denn durch diverse Studien weiß man mittlerweile, dass ältere Menschen Hypoglykämien häufig erst spät bemerken, wenn die Zuckerwerte bereits bedenklich tief abgesunken sind. Wer dann nicht mehr ganz so sicher auf den Beinen ist, kann bei einer Unterzuckerung leicht stürzen und sich verletzen. Hinzu kommt, dass sich die Anzeichen von Hypoglykämien im Alter verändern können: Wer jahrzehntelang durch Symptome wie Heißhunger, Schwitzen oder Herzrasen auf niedrige Zuckerwerte aufmerksam wurde, reagiert im Alter möglicherweise mit Benommenheit, Verwirrtheit, Sprach- oder Sehstörungen auf eine Hypoglykämie. Auch das Gehirn dankt es einem, wenn die Werte nicht in den Keller rauschen – mittlerweile weiß man, dass Unterzuckerungen die Gehirnfunktion beeinträchtigen und damit das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Demenz erhöhen können. Es gibt also gute Gründe, im höheren Alter lieber auf Nummer Sicher zu gehen und niedrige Zuckerwerte zu vermeiden. Dafür darf im Alter der Langzeitzuckerwert HbA1c ruhig ein bisschen höher ausfallen.

Wenn motorische und kognitive Fähigkeiten nachlassen

Doch nicht nur die Therapieziele sollten dem Alter angepasst werden – auch die Therapieform gehört bei älteren Menschen mit Diabetes manchmal auf den Prüfstand. Denn wenn Menschen älter, gebrechlich oder dement werden, fallen ihnen zunehmend auch ganz selbstverständliche Handgriffe schwer. Manche vergessen die Einnahme ihrer Medikamente. Anderen gelingt es nicht mehr so optimal, die Kohlenhydrate einer Mahlzeit zu schätzen und die erforderliche Insulindosis korrekt zu berechnen. Wer trotz Brille nicht mehr gut sehen kann, kann möglicherweise die Dosierungsskala auf dem Insulinpen nicht mehr erkennen. Auch die Handhabung von moderner Diabetestechnologie wie Insulinpumpen oder rtCGM-Systemen kann Menschen der älteren Jahrgänge überfordern. Das ist nichts, wofür man sich schämen müsste – doch es ist wichtig, Probleme dieser Art rechtzeitig mit dem Diabetesteam zu besprechen. Nur dann kann man gemeinsam darüber sprechen, welche Therapieform in dieser Lebensphase besser geeignet ist.

Das geht auch zu Hause: Münzen abzählen und Alltagsfähigkeiten einschätzen

Es gibt eine einfache Methode, mit der das Diabetesteam oder nahe Angehörige feststellen können, ob ein älterer Mensch mit Diabetes seine Erkrankung noch eigenständig managen kann. Die Autoren der Leitlinie empfehlen hierfür den sogenannten Geldzähltest nach Nikolaus2, der ursprünglich einmal für die Einschätzung von Pflegebedürftigkeit entwickelt wurde. Er zeigt, wie es um Feinmotorik, Sehkraft im Nahbereich und kognitive Fähigkeiten eines Menschen bestellt ist. Dabei erhält der Patient einen Geldbeutel mit verschiedenen Münzen. Aus diesen Münzen soll er nun einen vorab definierten Betrag abzählen. Wer diese Aufgabe in weniger als 45 Sekunden bewältigt, gilt als selbstständig. Dauert es 45 bis 70 Sekunden, liegt Hilfsbedürftigkeit vor. Jemand, der über 70 Sekunden für den Geldzähltest benötigt, gilt als „erheblich hilfsbedürftig“. Je besser ein älterer Mensch beim Geldzähltest abschneidet, umso geringer die Gefahr, dass er zum Beispiel an seinem Insulinpen die falsche Zahl von Insulineinheiten einstellt.3

Erstmals auch Empfehlungen für Typ-1-Diabetes im Alter

Erstmals enthält die neue Leitlinie nun auch Empfehlungen speziell für das Management von Typ-1-Diabetes bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen. Denn auch Menschen mit Typ-1-Diabetes erreichen immer häufiger ein hohes Lebensalter: Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehr als 100.000 Menschen mit Typ-1-Diabetes älter als 70 Jahre. Viele von ihnen nutzen seit vielen Jahren moderne Diabetestechnologie wie Insulinpumpen oder rtCGM-Systeme. Doch wenn das Gedächtnis und die Feinmotorik nachlassen, kann es sein, dass ihnen die Bedienung dieser Geräte irgendwann nicht mehr so leicht von der Hand geht. Dann sollten Menschen mit Diabetes bzw. ihre Angehörigen gemeinsam mit dem Diabetesteam abwägen, ob sie ihre gewohnte CGM- und Insulinpumpentherapie beibehalten können oder ob es möglicherweise sinnvoll ist, auf andere Therapieformen zu wechseln. Kein ganz leichter Schritt, wenn man sich über viele Jahre an die Vorzüge moderner Diabetestechnologie gewöhnt hat – manch einem fällt er ebenso schwer wie nach Jahrzehnten als Autofahrer irgendwann den Führerschein abzugeben. Den einen oder anderen Älteren tröstet in dieser Situation vielleicht der Gedanke, dass sein Diabetesteam nun nicht mehr auf allzu ehrgeizigen HbA1c-Zielen pocht. Und bei solchen Aussichten kann man sich vielleicht sogar wieder mit einem Insulinpen anfreunden ...

1 S2k-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Alter

2 Geldzähltest nach Nikolaus

3 Zeyfang A. et al: A short easy test can detect ability for autonomous insulin injection by the elderly with diabetes mellitus. In: J Am Med Dir Assoc 2012; 13(1): 81.e15–8

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