Neue Diabetesformen: Gibt es mehr als nur Typ-1 und Typ-2-Diabetes?

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Diabetes ist nicht gleich Diabetes: Eine aktuelle Auswertung der DiMelli-Studie deutet auf viel mehr Ausprägungen als die bisher hauptsächlich bekannten Formen Typ-1- und Typ-2-Diabetes hin. Die Studie untersucht die verschiedenen Erscheinungsformen (Phänotypen) von Diabetes mellitus sowie deren Profile in Immunsystem, Stoffwechsel und Genen. Es scheint eine ganze Reihe an Formen und Mischtypen des Diabetes mit fließenden Übergängen zu geben – was eine verfeinerte Unterscheidung und Diagnostik notwendig macht, um die jeweils richtigen Behandlungsschritte einzuleiten.

Grundlage für die Studie ist ein bayerisches Diabetesregister, das Daten zu biologischen Parametern im Blut und körperlichen Symptomen und Merkmalen bei frisch diagnostizierten Diabetikern erhebt.

Autoantikörper und klinische Diabetes-Merkmale

Zwischen April 2009 und Juni 2012 wurden 630 Personen ins Register aufgenommen, von denen 522 zwei oder mehr Diabetes-spezifische Antikörper und 64 Studienteilnehmer jeweils einen Antikörper aufwiesen. Bei 44 Teilnehmern ließen sich keine Autoantikörper nachweisen. Das Vorliegen von Antikörpern charakterisiert den autoimmunen Typ-1-Diabetes, während der Typ-2-Diabetes ohne eine spezifische immunologische Reaktion verläuft. Obwohl sich die Teilnehmer mit und ohne Diabetes-spezifische Autoantikörper erwartungsgemäß in den Charakteristika Körpergewicht, Gewichtsverlust und Restfunktion der Insulinproduktion unterschieden, ließen sich die phänotypischen Eigenschaften den Erkrankungsformen nicht eindeutig zuordnen. Die Bildung von Autoantikörpern geht also nicht mit einer klar trennbaren Kombination von anderweitigen Blutwerten und klinischen Merkmalen einher.

Verfeinerte Diabetes-Diagnostik nötig?

Das Münchener Wissenschaftlerteam um Professor Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Dr. Katharina Warncke und Dr. Andreas Beyerlein stellt daher fest, dass eine starre Einteilung des Diabetes den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr gerecht wird. Vielmehr scheint es eine ganze Reihe an Formen und Mischtypen des Diabetes zu geben, mit fließenden Übergängen. "Eine verfeinerte Unterscheidung und Diagnostik verschiedener Diabetesformen ist wichtig, um richtige Behandlungsschritte einzuleiten und den Patienten korrekte Informationen zu ihrer Erkrankung anbieten zu können", erklärt Ziegler. "Weitere Untersuchungen müssen nun klären, wie sich die Ausprägungsformen des Diabetes langfristig entwickeln und wie sich die Verteilung von Diabetesformen und ihren Merkmalen bei erwachsenen Patienten verhält."

Die DiMelli (-Diabetes Mellitus Incidence Cohort Registry)-Studie untersucht, wie die verschiedenen Diabetesformen charakterisiert sind und wie häufig sie bei Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren vorkommen. Verglichen werden dabei die unterschiedlichen verschiedenen Ausprägungsformen anhand von Markern und Profilen in Immunsystem, Stoffwechsel und Genen. Hintergrund der Studie ist die steigende Zahl von Menschen mit Diabetes, insbesondere im Kindes- und Jugendalter. Das Projekt wird gefördert durch das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD).

Quelle:
Mitteilung des Helmholtz-Zentrum München
http://www.helmholtz-muenchen.de/diabetes/news/news/article/22313/index.html
Original-Publikation:
Warncke, K. et al. (2013): Does Diabetes Appear in Distinct Phenotypes in Young People? Results of the Diabetes Mellitus Incidence Cohort Registry (DiMelli), PLOS ONE, doi:10.1371/journal.pone.0074339.s002

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