Neuropathie – oft unerkannt und folgenschwer

Neuropathie – oft unerkannt und folgenschwerNervenschäden bei Diabetes:
Durch gesunden Lebensstil vorbeugen

Anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im Mai stellt die Aufklärungsinitiative "Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?" neue Studien-Daten vor. Diese zeigen deutlich, wie wichtig die Aufklärung über die diabetische Neuropathie und die regelmäßige Untersuchung der Füße sind – insbesondere dann, wenn bereits Warnsignale wie Kribbeln, Brennen, Taubheit oder Schmerzen an den Füßen auftreten.

Gewonnen wurden die Daten Im Rahmen einer bundesweiten Informationstour in den Jahren 2013 bis 2015. Dabei konnte man auf einem Barfuß-Parcours mit vier unterschiedlichen Belägen das eigene Gespür in den Füßen auf die Probe stellen. Bei Anzeichen von Empfindungsstörungen wurde vor Ort ein Fuß-Check von einem Podologen durchgeführt. Dabei wurden Temperatur-, Druck-, und Vibrationswahrnehmung sowie das Tasten der Fußpulse überprüft – und zusätzlich der Langzeitblutzucker (HbA1c-Wert) als auch der BMI erfasst und ausgewertet.

Fast jeder Zweite war betroffen

Die Untersuchungsergebnisse von insgesamt 1.589 Studienteilnehmern zeigen: Viele Menschen mit Diabetes sind von einer Neuropathie betroffen, häufig ohne es zu wissen. Bei fast jedem zweiten Untersuchten zeigte sich der Verdacht auf eine Nervenschädigung, die in jeweils zwei Dritteln der Fälle schmerzhaft bzw. zuvor nicht diagnostiziert worden war.1,2 Eine Nervenschädigung scheint zudem bei Vorstufen des Typ-2-Diabetes genauso häufig aufzutreten wie bei einem frisch diagnostizierten Diabetes.3

Faktoren, die zum Fortschreiten einer Nervenschädigung beitragen, seien neben einer erhöhten Blutglukose auch der Lebensstil – ungünstige Ernährung, mangelnde Bewegung, hohes Körpergewicht, Alkoholkonsum und Rauchen – sowie hoher Blutdruck, erklärte Prof. Karlheinz Reiners, Facharzt für Neurologie aus Würzburg.

Vitamin-B Mangel beeinträchtigt die Nervenfunktion

Eine besonders wichtige Rolle für Menschen mit Diabetes spielen u.a. die B-Vitamine. "Ein Mangel oder eine unzureichende Verfügbarkeit fast aller B-Vitamine führt zu empfindlichen Störungen der Nervenfunktion", verdeutlichte der Neurologe.

So hat beispielsweise das Vitamin B1 (Thiamin) einen entscheidenden Einfluss auf das Nervensystem, das den ganzen Körper durchzieht. Vitamin B1 ist vor allem für die Erregungsleitung im Nervensystem und die Aufrechterhaltung der Muskulatur verantwortlich.

Vitamine der B-Gruppe haben im Körper überwiegend die Funktion von Katalysatoren – das heißt: sie unterstützen bestimmte Prozesse im Stoffwechsel. Eine wichtige Vitamin-B-Quelle sind zum Beispiel die Randschichten von Getreidekörnern. Vollkornmehl und Vollkornprodukte sind besonders reich an diesen Vitaminen. Bei hellem Mehl, bei dem die Schale zum Großteil entfernt wurde, ist der Vitamin B-Gehalt hingegen relativ gering.4

Ein gesunder Lebensstil hilft also nicht nur dabei, eine gute Blutzuckereinstellung zu erreichen, sondern kann auch dazu beitragen, Nervenschädigungen zu vermeiden, die mit einer deutlichen Minderung der Lebensqualität verbunden sind.

Quellen:
  1. Pressekonferenz der Aufklärungsinitiative „Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?“ am 4. Mai 2016 in Berlin.
  2. Ziegler D et al.; J Diabetes Compl. 2015; 29: 998–1002
  3. Peripheral neuropathy and nerve dysfunction in individuals at high risk for type 2 diabetes: The PROMISE Cohort Diabetes Care 2015; 38(5): 793 – 800 (http://www.diabetologie-online.de/a/1721975)
  4. Prof. Dr. I. Elmadfa, W. Aign, Prof. E. Muskat, Dipl. oec. Troph. D. Fritzsche Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle, Ausgabe 2016/2017, S. 73
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