Typ-1-Diabetes: Schlafmangel beeinflusst Insulinempfindlichkeit und HbA1c-Wert

Accu-Chek Services - Schlafmangel

Moderne Insulintherapien machen im Leben von Menschen mit Diabetes vieles möglich. Auch die Teilnahme am Schichtdienst rückt in den Bereich des Machbaren. Dennoch scheint ein geregelter Tages- und Nachtablauf für Menschen mit Typ-1-Diabetes von Vorteil zu sein.

Schlafmangel im Allgemeinen beeinträchtigt die Wirkung von Insulin bei Stoffwechselgesunden. Dass auch bei Menschen mit Typ-1-Diabetes die Insulinempfindlichkeit durch eine verkürzte Schlafdauer herabgesetzt werden kann, zeigte eine Studie1 mit sieben Teilnehmern. Drei Männer und vier Frauen mit Typ-1-Diabetes wurden einmal nach einer Nacht mit normaler Schlafdauer und einmal nach einer Nacht mit nur vier Stunden Schlaf mittels Clamp-Technik untersucht: Dabei werden bei einer konstanten Insulininfusion gleichzeitig variable Glukosegaben verabreicht. Ziel ist es, den normalen Nüchternblutzucker zu erreichen.

In der Studie wurde gezeigt, dass nach Nächten mit verkürzter Schlafdauer die Rate der Glukoseinfusion um rund 21% herabgesetzt war, was als Nachweis für eine verringerte periphere Insulinempfindlichkeit gilt.

Eine aktuelle Studie2 ging der Frage nach, ob eine geringe Schlafdauer auch die HbA1c-Werte bei Patienten mit Typ-1-Diabetes beeinflusst. Untersucht wurden 79 Erwachsene mit Typ-1-Diabetes. Die Teilnehmer trugen unter alltäglichen Bedingungen an drei aufeinanderfolgenden Tagen ein Aktimeter, um die tägliche mittlere Schlafdauer zu erfassen. Das Aktimeter sieht wie eine Armbanduhr aus und enthält einen Sensor, der aufzeichnet, wann sich der Körper bewegt und wann er bewegungslos ist. Alle Teilnehmer wurden außerdem zu ihrem Schlafverhalten befragt. Ebenso erhoben die Forscher Daten zur Erkrankung und zur diabetesbezogenen Lebensqualität (DQOL-Score).

In der Studienauswertung wurden kürzere und längere Schlafdauer, die Diabetesdauer, das Maß der körperlichen Aktivität und der DQOL-Score mit dem HbA1c-Wert abgeglichen. Dabei stellte sich die Schlafdauer als einziger unabhängiger Einflussfaktor heraus. Die 21 Teilnehmer mit einer mittleren Schlafdauer unter 6,5 Stunden pro Tag hatten einen höheren HbA1c-Wert als die 58 Teilnehmer mit einer Schlafdauer über 6,5 Stunden täglich.

Die Forscher vermuten, dass Schlafmangel bei Menschen mit Typ-1-Diabetes auf Dauer zu einem erhöhten Risiko für die Herz- und Gefäßgesundheit beitragen kann3. Weitere Studien sollen nun klären, inwieweit die Verlängerung des Schlafes den HbA1-Wert verbessern kann.

Quellen:
  1. Donga et al., Partial Sleep Restriction Decreases Insulin Sensitivity in Type 1 Diabetes. Diab Care 2010; 33: 1573
  2. Borel et al., Short Sleep Duration Measured by Wrist Actimetry Is Associated With Deteriorated Glycemic Control in Type 1 Diabetes, Diabetes Care 2013; 36: 2902 – 2908 ((http://care.diabetesjournals.org/content/36/10/2902.short?rss=1))
  3. Hummel, Schlafmangel schlecht für die Diabeteseinstellung, Diabetes-Congress-Report, 2013; 13 (6) Seite 38, ((http://www.diabetologie-online.de/a/1604479))
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