Studie zu Wundheilung bei Diabetes

Studie zu Wundheilung bei DiabetesNeue Therapie-Ansätze:
Eine aktuelle Studie
zur Wundheilung bei Diabetes

Menschen mit Diabetes haben häufiger mit schlecht heilenden Wunden zu kämpfen. Bislang wurde vermutet, dass hohe Glukosemengen im Blut die Gefäße und Nervenzellen schädigen, zu einer verminderten Immunabwehr führen und dadurch für eine verzögerte oder gestörte Wundheilung sorgen.

Neue Erkenntnisse durch Fruchtfliegen

Die Kölner Forschergruppe um Linda Partridge, Direktorin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, wollte in der aktuellen Studie den zellulären Mechanismen an der Wundstelle auf die Spur kommen. Dafür untersuchte sie die Haut von Fruchtfliegen, deren Insulinstoffwechsel dem des Menschen sehr ähnlich ist. Mit einem punktgenauen Laser entfernten die Wissenschaftler den Fruchtfliegen Zellen der obersten Hautschicht und beobachteten sie unter dem Mikroskop: Direkt nach der Verletzung reagierten die umliegenden Zellen mit der Bildung einer ringähnlichen Struktur aus Proteinen, welche sich zusammenziehen und so die entstandene Lücke schließen können. Wie die Forscher anschließend an gentechnisch veränderten Fruchtfliegen zeigen konnten, wird dieser Proteinring bei gestörtem Insulinstoffwechsel nur schwach und viel später ausgebildet. Dadurch ist die Wundheilung unvollständig oder verlangsamt.

Neue, lokale Therapiemethoden für eine bessere Wundheilung könnten genau auf diesen Mechanismus abzielen, schlussfolgern die Studienautoren. Nach Aussagen der beteiligten Wissenschaftler könnte es in Zukunft möglich sein, die Wundstelle örtlich mit Medikamenten zu behandeln, die den Insulinstoffwechsel aktivieren. Um diesen Ansatz weiterzuentwickeln, arbeitet das Forscherteam bereits mit der Dermatologin Sabine Eming zusammen – wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht.

Quellen:
  1. Kakanj, P. et al.: Insulin and TOR signal in parallel through FOXO and S6K to promote epithelial wound healing. Nat. Commun. 7, 12972 doi: 10.1038/ncomms12972 (2016). (http://www.nature.com/articles/ncomms12972)
  2. University of Cologne: Diabetes: new hope for better wound healing. Pressemitteilung vom 10. Oktober 2016
  3. Fundstelle: https://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/aktuelles/nachrichten/nachrichten-aus-der-diabetesforschung/news/article/36185/index.html (Stand: 26.10.2016)
  4. Neue Hoffnung für verbesserte Wundheilung, http://www.diabetologie-online.de/a/1791677 (Stand: 26.10.2016)
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