Unterzuckerung bei Diabetes - der typische Stressfaktor

Accu-Chek Services - Unterzuckerung bei Diabetes

Wenn der Blutzucker abstürzt, gilt es, schnell zu handeln. Wer sinkende Blutzuckerwerte zu spät bemerkt, läuft Gefahr in eine schwere Unterzuckerung zu geraten, die handlungsunfähig macht und bis zur Bewusstlosigkeit führen kann. Besonders Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten darüber, dass sowohl die Risiken schwerer Hypoglykämien als auch die Angst davor große Stressfaktoren im Alltag sind. Eine australische Studie hat nun untersucht, welche Auswirkungen das Risiko für Unterzuckerungen auf die Lebensqualität von Menschen mit Typ-1-Diabetes hat.

Unterzuckerungen gehören zu den schwerwiegenden Komplikationen der Diabetesbehandlung und können auftreten, wenn Insulin gespritzt wird oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente zum Einsatz kommen. Deshalb ist es für Menschen mit Diabetes wichtig, Informationen über den Umgang mit dem Unterzuckerungsrisiko zu bekommen. Das Thema "Hypoglykämie" gehört deshalb in jede Schulung zum Thema Diabetesbehandlung.

Dennoch berichten vor allem viele Menschen mit Typ-1-Diabetes darüber, dass Hypoglykämien und die damit verbundenen Risiken und Ängste für sie im Alltag eine besondere Belastung darstellen. Das zeigt auch eine Australische Studie, die an drei Diabeteskliniken durchgeführt wurde und die Zusammenhänge zwischen schweren Hypoglykämien und Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen, sowie deren Auswirkungen auf Stressbelastung und Wohlbefinden untersuchte. Die Studie mit rund 420 Teilnehmern bestätigte, dass schwere Hypoglykämien weitreichende psychische Folgen haben können, über die Erwachsene mit Typ-1-Diabetes und längerer Diabetesdauer berichten.

Bei knapp einem Fünftel der Teilnehmer (18,5%) aus der Studiengruppe war schon mindestens einmal eine schwere Hypoglykämie aufgetreten, d.h. sie waren in dieser Situation auf die Hilfe anderer angewiesen. Ebenfalls rund ein Fünftel (20,5%) berichtete über eine Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung, d.h. sie bemerken Unterzuckerungen erst spät und haben ein hohes Risiko für schwere Unterzuckerungen.

Insbesondere wenn schon in jungen Jahren ein Typ-1-Diabetes aufgetreten war oder nach einer längeren Diabetesdauer, traten schwere Unterzuckerungen häufiger auf. Diese Studienteilnehmer berichteten oft auch über eine eingeschränkte Hypo-Wahrnehmung. Offensichtlich keinen Einfluss auf die Häufigkeit von schweren Hypoglykämien hatten dagegen die Art der Insulintherapie und der HbA1c-Wert.

Menschen mit Diabetes, die nach längerer Diabetesdauer ihre Unterzuckerungen erst sehr spät oder gar nicht mehr bemerken, können von speziellen Schulungsangeboten profitieren. In diesen Seminaren wird sowohl die Wahrnehmung von Unterzuckerungen trainiert als auch die entsprechenden Behandlungsmaßnahmen detailliert vermittelt. Ob eine für die Diabetesbehandlung zertifizierte Einrichtung solche Schulungen anbietet, kann in der jeweiligen Einrichtung erfragt werden.

Quellen:

  1. Severe hypoglycaemia and its association with psychological well-being in Australian adults with type 1 diabetes attending specialist tertiary clinics, Diabetes Res Clin Pract 2014; doi: 10.1016/j.diabres.2013.12.005 [Epub ahead of print]
  2. http://www.diabetologie-online.de/a/1642660 (Stand: 30.06.2014)

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