Ängste überwinden bei Diabetes: Tipps gegen die Angst vor der Spritze

Ängste überwinden bei Diabetes: Tipps gegen die Angst vor der SpritzeKind hat Angst vor der Spritze

Die Diagnose eines Diabetes stellt die Betroffenen und Ihre Umgebung vor viele Herausforderungen und Ängste. Vor allem bei Kindern mit Diabetes, die eine Insulintherapie durchführen müssen, ist das Spritzen des Insulins ein großer Angstfaktor. Den meisten Eltern geht es mit der Vorstellung, ihr Kind selbst spritzen zu müssen, nicht besser. Auch die Tatsache, dass die heutigen Insulinpens schon deutlich weniger beängstigend aussehen und sehr viel leichter zu handhaben sind als frühere Insulinspritzen, beruhigt am Anfang nur wenig.


Die Angst vor der Spritze: Ursachen und Gründe

Die ersten Insulininjektionen bei einer Insulintherapie kosten Kinder und Eltern in der Regel viel Überwindung. Kinder verbinden das Spritzen oft schon im Voraus mit unangenehmen Stechen und Schmerzen. Ob durch Impfungen oder Ähnliches – wenn Kinder vor der Diabetes-Diagnose schon schlechte Erfahrungen mit einer Spritze gemacht haben, werden diese durch die Insulininjektionen wieder hervorgerufen und eventuell sogar verstärkt. Allerdings kann sich eine solche Angstreaktion auch erst im weiteren Behandlungsverlauf – beispielsweise durch eine ungeschickt verabreichte Insulininjektion – herausbilden.

Die Gründe für die Angst müssen nicht immer in der Diabetes-Therapie an sich begründet liegen: Auch der bloße Wechsel der Spritzstelle, allgemeines Unwohlsein, Schulprobleme oder Überforderungen im Alltag können eine abwehrende Haltung hervorrufen und kurzfristige oder dauerhafte Angstreaktionen sowie trotzige Verhaltensweisen auslösen.

Insbesondere bei Kindern zwischen 5 und 12 Jahren gehören Wunden, Schmerzen, Operationen sowie Eingriffe mit ärztlichen Instrumenten zu den größten angstauslösenden Faktoren im Alltag. Bei der Angst vor der Spritze handelt es sich also um eine natürliche Reaktion, die für eine erfolgreiche Therapie gelindert werden sollte.1

Die Angst vor der Spritze verlernen – Wie kann das funktionieren?

So, wie die Angst durch Erfahrungen oder Beobachtungen erlernt werden kann, kann sie auch – zwar etwas komplizierter und nur mit ausreichender Geduld – wieder verlernt werden. Hierfür kommen zwei wesentliche Möglichkeiten infrage: Das Vergessen der Ängste und/oder das Dazulernen von neuen positiven Erfahrungen.

Empfehlungen für das Insulinspritzen bei Kindern
  • Die richtige Spritztechnik und Spritzstelle im Vorfeld von einem Fachmann erklären und zeigen lassen. Auch die Verwendung des richtigen und individuell angepassten Zubehörs ist wichtig, um unangenehme Empfindungen zu vermeiden.
  • Kühlende Sprays verwenden und vorher auf die Spritzstelle geben, um möglicherweise auftretende Stichschmerzen schon im Voraus zu mindern.
  • Kinder beruhigen, Mut zureden, körperliche Nähe schenken und mit positiven Gedanken beeinflussen.
  • Negative Erfahrungen mit positiven überlagern und Kinder spielerisch an den Diabetes und die Insulintherapie heranführen – zum Beispiel anhand einer Veranschaulichung an Kuscheltieren oder Puppen, die dem Kind nahestehen und die durch eine Insulinspritze wieder "naschen" dürfen – oder anhand von kinderfreundlichen Diabetes-Geschichten, den Diabetes kindgerecht erklären und dadurch die Angst nehmen.
  • Nicht langsam einstechen, sondern kurz mit Schwung – auch wenn es ein hohes Maß &Uuuml;berwindung kostet.

Tipp: Sollten alle Versuche, das Kind auf spielerische Art und Weise an die Insulintherapie zu gewöhnen, nicht fruchten, kommt eventuell eine Schulung für die Eltern in Frage (siehe: DAK-Gesundheitsprogramm Diabetes mellitus Typ 1).

1 Quelle: Der große TRIAS-Ratgeber Diabetes bei Kindern von Wolfgang Hecker und Béla Bartus

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