Blutbestandteile im Überblick

Accu-Chek Services - Blutbestandteile

Blut besteht aus Blutplasma, roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen. Sie alle haben ihre eigene, wichtige Funktion in unserem Blutkreislauf. Welche genau, können Sie hier in einem Überblick erfahren.

Blutplasma

Als "Blutplasma" wird der flüssige, zellfreie Anteil bezeichnet. Hauptbestandteil des Blutplasmas ist Wasser (93 Prozent). Darin gelöst sind Eiweiße, Enzyme, Nährstoffe, Salze sowie Stoffwechselprodukte.

Im Labor wird Blutplasma durch Zentrifugieren von Vollblut gewonnen. Um die Blutgerinnung zu verhindern, wird die Probe vorher mit Natriumcitrat oder Heparin versetzt.

Lässt man das Blut im Reagenzglas gerinnen, trennt sich eine gelblich-klare Flüssigkeit – das Blutserum – von den zellulären Blutbestandteilen ab. Es enthält alle Inhaltsstoffe des Plasmas, außer Fibrinogen.

Das Blutplasma dient als Transportmedium für den zellulären, also "festen" Anteil des Blutes. Dieser besteht aus Blutzellen, die jeden Tag milliardenfach im Knochenmark (Stammzellen) produziert und in den Blutkreislauf abgegeben werden. Dabei handelt es sich um rote und weiße Blutkörperchen (Erythrozyten und Leukozyten) sowie die Blutplättchen (Thrombozyten).

Rote Blutkörperchen – Erythrozyten

Rote Blutkörperchen werden im Knochenmark gebildet. Sie haben die Form einer bikonkaven Scheibe, d.h. sie sind von beiden Seiten nach innen gekrümmt, während ihr Rand dicker ist. Ihre Lebensdauer beträgt etwa 120 Tage. Die Erythrozyten enthalten das Protein Hämoglobin, das dem Blut seine charakteristische rote Farbe verleiht. Das Hämoglobin ist der Stoff, an den sich der Sauerstoff bindet, wenn die Blutkörperchen die Lungenbläschen passieren. Das mit Sauerstoff angereicherte Blut wird so durch die Pumpleistung des Herzens im gesamten Körper verteilt. Stoffwechselendprodukt ist das Kohlenstoffdioxid, das wiederum von den Blutkörperchen aufgenommen und zu den Lungen transportiert wird. Die Anzahl der roten Blutkörperchen wird durch Zählung, z.B. mittels Partikelzählautomaten, bestimmt.

Die Normwerte liegen bei
Männern: 4,8-5,9 Mio./µl bzw. 4,8-5,9 x 1012 pro Liter,
Frauen: 4,3-5,2 Mio./µl bzw. 4,3-5,2 x 1012 pro Liter.

Weiße Blutkörperchen – Leukozyten

Im Gegensatz zu den roten Blutkörperchen enthalten die weißen Blutkörperchen keinen Blutfarbstoff. Bei den so genannten Leukozyten handelt es sich nicht um eine homogene Gruppe von Zellen, sondern vielmehr um eine Zellfamilie, die sich aus den Untergruppen Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten zusammensetzt. Sie alle sind für die Abwehr gegen in den Körper eingedrungene Krankheitserreger und Fremdstoffe verantwortlich. Ein besonderes Merkmal der weißen Blutkörperchen ist ihre Fähigkeit, die Kapillarwände zu durchdringen. Sie können also aus der Blutbahn austreten und eingedrungene Erreger zerstören. Die Bestimmung der Leukozytenanzahl im Blut kann Hinweise auf im Körper ablaufende Entzündungen oder Infektionen geben.

Der Referenzwert liegt bei 4.000 - 10.000 Zellen/µl bzw. 4-10 x 109 pro Liter.

Blutplättchen (Thrombozyten)

Thrombozyten sind – wie die roten Blutkörperchen - im strengen Sinne keine Zellen, da sie keine Zellkerne mehr besitzen. Es handelt sich bei ihnen um sehr kleine, unregelmäßig geformte Plättchen, die von entscheidender Bedeutung für die Blutgerinnung sind. Sie verklumpen auf bestimmte Reize hin und verschließen so Verletzungen an Blutgefäßen. Innerhalb weniger Minuten ist das "Leck" abgedichtet, indem sich zuerst ein Thrombozytenpfropf und später ein Pfropf aus Fibrin sowie roten und weißen Blutkörperchen bildet, der sich nach der Gerinnung zusammenzieht. Die Blutstillung dauert länger, wenn die Anzahl der Blutplättchen krankheitsbedingt gesenkt ist. Der Normalwert bei Erwachsenen liegt bei150.000-350.000 Blutplättchen pro µl bzw. 150-350 x 109 pro Liter.

Blut – auf den Punkt gebracht

Vollblut mit allen flüssigen, gelösten und zellulären Bestandteilen: Wird zur Erhebung des Blutbildes und zur Bestimmung der Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) herangezogen.

Blutplasma: Vollblut ohne Blutzellen, aber mit allen wichtigen Substanzen, die im Blut transportiert werden sowie aller Gerinnungsfaktoren. Nur im Blutplasma ist die Konzentration von Gerinnungsfaktoren ermittelbar.

Blutserum: Vollblut ohne Blutzellen und Gerinnungsfaktoren. Reicht für die Bestimmung u.a. der Bluteiweiße, Blutfette, Blutzucker, Leberwerte, Nierenwerte, Mineralstoffe, Antikörper (Nachweis von Infektionskrankheiten) sowie Medikamenten-, Alkohol-, Drogen- und Giftstoffspiegel aus.

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