Erhöhte Leberwerte

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In Deutschland hat nahezu jeder dritte Erwachsene erhöhte Leberwerte. Unter den Diabetikern ist dieser Anteil noch wesentlich größer. Die Hauptursache von erhöhten Leberwerten ist eine Verfettung der Leber. Als Ursache einer solchen Leberverfettung unterscheidet man im Wesentlichen die nichtalkoholische von der alkoholischen Fettleber. Bei den "Leberwerten" handelt es sich um die Serum-Enzyme "GOT" (Glutamat-Oxalazetat-Transaminase), "GPT" (Glutamat-Pyruvat-Transaminase) und "γ-GT" (γ-Glutamyl-Transferase).

Nichtalkoholische Fettleber

Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLE) ist in den westlichen Industrienationen der häufigste Grund erhöhter Leberwerte. Die NAFLE selbst ist in der Regel symptomlos; selten berichten Patienten über Beschwerden im rechten Oberbauch, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Eine NAFLE als Ursache veränderter Leberwerte bei Diabetikern kann vermutet werden, wenn im Blut die Enzyme GOT, GPT und auch γ-GT erhöht sind und zusätzlich Übergewicht, eine Erhöhung der Blutfettwerte sowie ein deutlich erhöhter HbA1c-Wert vorliegen. Eine NAFLE kann auch mit einer Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs diagnostiziert werden. Die nichtalkoholische Fettleber hat eine gute Langzeitprognose, jedoch entwickelt sich bei 15 Prozent der Patienten zusätzlich eine Entzündung der Leber. Diese kann zur Leberfibrose und letztlich zur Leberzirrhose mit all ihren Folgen führen.

Das genaue Ausmaß der Leberschädigung wird durch weiterführende Untersuchungen ermittelt. Hierzu gehört heute die transiente Elastographie, eine schmerzlose Messung der Leberelastizität durch Ultraschall ("Fibroscan").

Die Therapie der nichtalkoholischen Fettleber ist die gleiche wie die des Metabolischen Syndroms, in dessen Rahmen sie oft auftritt: viel körperliche Bewegung, gesunde Ernährung, Gewicht und Blutdruck niedrig halten.

Alkoholbedingte Fettleber

Ca. sechs Millionen Menschen in Deutschland haben eine durch Alkohol ausgelöste Fettleber. Mit einer Schädigung der Leber ist zu rechnen, wenn man als Frau mehr als 40 Gramm, als Mann mehr als 60 Gramm Alkohol täglich konsumiert.

Wie bei der NAFLE entwickelt sich bei allen chronischen Trinkern zunächst eine Leberverfettung, die jedoch zu wesentlich mehr Komplikationen führt: Bei ca. einem Drittel folgt eine Leberentzündung, die im Verlauf bei einem weiteren Drittel in eine Fibrose/Zirrhose übergehen kann.

Bei chronischem Alkoholkonsum ist von den Leberenzymen die γ-GT sehr häufig erhöht. Gleichfalls sehr häufig erhöht sind die Blutwerte von GOT und GPT. Ein Quotient aus GOT/GPT > 2 wird nahezu als diagnostisch beweisend für eine alkoholbedingte Lebererkrankung angesehen. Weitere Laborergebnisse, die auf einen chronischen Alkoholmissbrauch mit seinen Folgen für die Leber hinweisen, sind eine Erhöhung des mittleren Volumens der roten Blutkörperchen (MCV) und des Transferrins (eines Eisentransporters, der in der Leber gebildet wird) mit unvollständigem Kohlenhydratanteil (CDT). Erhöhte CDT-Werte werden nach mindestens einwöchiger Aufnahme von mehr als 60 Gramm Alkohol pro Tag gefunden.

Die Diagnose der alkoholischen Fettleber kann zusätzlich zu den Blutuntersuchungen mit einem Oberbauch-Ultraschall und Fibroscan abgesichert werden.

Die Therapie aller Stadien alkoholbedingter Lebererkrankungen ist die Abstinenz. Die Prognose hängt dabei vom bereits erreichten Stadium ab, aber auch, ob eine Kombination mit anderen Lebererkrankungen, zum Beispiel einer Virus-Hepatitis vorliegt. Die Empfehlung an Diabetiker lautet, dass Männer den Grenzwert von 40 Gramm, Frauen den von 20 Gramm Alkohol pro Tag auf Dauer nicht überschreiten.

Toxische Leberschädigung

Zur Differentialdiagnose der Auslöser einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLE) gehört auch eine toxische Leberschädigung. Sie wird durch Virenbefall, eine Autoimmunerkrankung oder die Veränderung des Eisen- oder Kupferstoffwechsels ausgelöst. Die letzten drei Ursachen können durch eine einfache Blutuntersuchung unterschieden werden. Besteht der Verdacht auf eine toxische Leberschädigung, besteht die Behandlung darin, die auslösende Krankheitsursache zu beenden. Auch Medikamente können der Auslöser sein.

Besonders für Medikamente, die im Rahmen der überbordenden Selbstmedikation zum Teil unkritisch eingenommen werden, gilt: Jede Arznei birgt neben seiner eigentlichen Wirkung immer ein hohes Potenzial an Nebenwirkungen – im ungünstigsten Fall können sie bis zum Leberversagen führen.

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