Hohe Blutdruckwerte werden oft bagatellisiert

Hohe Blutdruckwerte werden oft bagatellisiertBluthochdruck: Sichere Diagnose mit
der 24-Stunden-Blutdruckmessung
statt nur in der Praxis.

Wer einen Typ-2-Diabetes und gleichzeitig einen zu hohen Blutdruck hat, lebt mit einem sehr hohen Risiko, im Laufe seines Lebens eine Herz- und Gefäßerkrankung zu entwickeln. Werden die Blutdruckwerte durch geeignete Therapiemaßnahmen gesenkt, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit für Herz- und Gefäßschäden. Maßgeblich für die Beurteilung des Behandlungserfolges ist ein in der Praxis gemessener Blutdruckwert von weniger als 145/85 mm Hg.

Doch sehr häufig werden zu hohe Blutdruckwerte in der Praxis nicht konsequent behandelt, wie eine nachträgliche Auswertung von Patientendaten laut einem aktuellen Bericht der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zeigt. Ein Grund dafür ist, dass Blutdruckmessungen in der Praxis nicht immer aussagekräftig sind: Es gibt Patienten mit einer so genannten Weißkittel-Hypertonie*, deren Blutdruckwerte in der Praxis stets höher ausfallen als die zu Hause selbst gemessenen Werte. Bei anderen Patienten zeigt zwar die Messung in der Praxis normale Werte, doch zu anderen Tageszeiten steigt der Blutdruck an. Auch kann das Auftreten erhöhter Blutdruckwerte auf die Nachtstunden beschränkt sein. Eine Methode zur sicheren Diagnose behandlungsbedürftiger Werte ist daher, den Blutdruck über 24 Stunden ambulant zu messen. Diese Methode wird auch in Ärzte-Leitlinien empfohlen. Prof. Dr. Thomas Mengden, Bad Nauheim stellt fest: "Mittels Langzeit-Blutdruckmessung konnte unter Praxisbedingungen im Rahmen unserer Registerstudie ein hoher Prozentsatz von unkontrollierten Hypertonikern mit Typ-2-Diabetes identifiziert werden. 15 Prozent hatten eine isolierte nächtliche Hypertonie, 14 Prozent eine Praxisnormotonie ("masked treated hypertension") und acht Prozent eine Praxishypertonie – Diagnosen, die nur durch die ABDM (Ambulantes 24-Stunden Blutdruck-Monitoring) gesichert werden können."

Notwendige Therapie-Steigerung oft nicht umgesetzt

Zudem werde das Risiko, das von zu hohen Blutdruckwerten in Verbindung mit Typ-2-Diabetes mellitus ausgeht, selbst von Ärzten häufig unterschätzt, heißt es weiter in dem Bericht. Dementsprechend erfolgt bei vielen Patienten oft nicht die Behandlung, die für eine optimale Risikoreduktion notwendig wäre. Das zeigt eine nachträgliche Auswertung der Daten von 919 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und behandeltem arteriellem Bluthochdruck über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Obwohl in der Gesamtgruppe 784 Patienten gemäß ABDM-Profil einen nicht kontrollierten Bluthochdruck aufwiesen, wurde bei nur 59 Prozent der Patienten eine Therapie-Steigerung vorgenommen, berichtet Prof. Mengden.

* Hypertonie: Bluthochdruck

Quellen:

  1. Blutdruck: Hohe Messwertehäufig bagatellisiert (( http://www.diabetologie-online.de/a/1729623)) (Stand: 16.9.2015))
  2. ESC 2015 Abstract Classification of blood pressure by office and ambulatory readings in hypertensive type 2 diabetic patients- results of the German T2Target registry in primary care; T. Mengden, U. Ligges, P. Bramlage, W. Sehnert

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