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Auf den Zahn gefühlt - Warum Menschen mit Diabetes besonders auf sorgfältige Mundhygiene achten sollten

Du bist, was du isst! Wie die Darmflora Blutzuckerverläufe beeinflusstBei Diabetes ist ein strahlendes
Lächeln besonders wichtig:
Zahnfleischprobleme sind
wahrscheinlicher und können den
Langzeitblutzuckerwert erhöhen.

„Zähne putzen nicht vergessen!“ Warum Menschen mit Diabetes dieses Mantra beachten sollten: Sie haben ein dreifach erhöhtes Paradontitis-Risiko. Und diese Entzündung des Zahnfleisches kann sogar negative Auswirkungen auf den Langzeitblutzuckerwert haben. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft gibt weitere Empfehlungen:

Zahnfleischbluten, geschwollenes Zahnfleisch, Mundgeruch, eine veränderte Zahnstellung oder länger werdende, gelockerte Zähne – dies sind Alarmzeichen, bei denen man schleunigst zum Telefon greifen und einen Termin mit der Zahnarztpraxis vereinbaren sollte. Denn diese Symptome sind typisch für eine Parodontitis, eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats, die zwar nicht weh tut, aber im schlimmsten Fall zum Zahnverlust führen kann – und bei Menschen mit Diabetes den Langzeitblutzuckerwert erhöhen kann. Mehr als 50 Prozent aller 35- bis 44-Jährigen und sogar knapp zwei Drittel aller 65- bis 74-Jährigen sind laut Mundgesundheitsstudie davon betroffen. Risikofaktoren für eine Parodontitis sind – neben mangelnder Mundhygiene – Rauchen, Stress und genetische Faktoren.

Ungünstige Blutzuckerwerte erhöhen das Risiko für Zahnfleischprobleme – und umgekehrt

Doch was viele nicht wissen: Auch ein Typ-1- und Typ-2-Diabetes mit schlecht eingestelltem Blutzuckerspiegel erhöht die Gefahr, an einer Zahnfleischentzündung zu erkranken. Das Risiko ist gegenüber Stoffwechselgesunden gleich dreifach erhöht. Gleichzeitig ist bei ungünstigen Blutzuckerwerten eine Zahnfleischbehandlung komplizierter, und es kommt häufiger zu einem Zahnverlust. Umgekehrt kann eine Parodontitis auch das Blutzuckermanagement von Menschen mit Diabetes erschweren. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) bringt es auf eine einfache Formel: Je tiefer die Zahnfleischtaschen, desto höher der Langzeitblutzuckerwert. Zudem können sich die entzündlichen Prozesse im Zahnfleisch negativ auf das Herz auswirken und sogar das Sterberisiko erhöhen. Es gibt also gute Gründe, weshalb Menschen mit Diabetes ihrer Mundgesundheit besondere Aufmerksamkeit schenken sollten.

Die Vorsorge beim Zahnarzt gehört genauso dazu, wie die beim Augenarzt

Doch obwohl die Zusammenhänge zwischen Diabetes und Zahnfleischerkrankungen gut erforscht sind, wird die Gefahr häufig unterschätzt. So erinnern Diabetologen ihre Patientinnen und Patienten zwar regelmäßig daran, beim Augenarzt die Netzhaut auf Veränderungen checken zu lassen. Auch die Füße von Menschen mit Diabetes haben sie meist gut im Blick. Doch es passiert eher selten, dass Menschen mit Diabetes in ihrer Diabetespraxis auf den nächsten Vorsorgetermin beim Zahnarzt angesprochen werden. Umgekehrt geben auch Zahnärzte ihren Patientinnen und Patienten mit Parodontitis so gut wie nie den Tipp, einmal ihren Blutzuckerwert testen zu lassen, weil möglicherweise ein unentdeckter Diabetes hinter ihren Zahnfleischbeschwerden steckt.

Selbsttest ermittelt das persönliche Risiko für Parodontitis

Die DDG und auch die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) möchten dies ändern. Sie arbeiten derzeit an neuen wissenschaftlichen Leitlinien mit Empfehlungen für alle Arzt- und Zahnarztpraxen, die Menschen mit Diabetes und Parodontitis behandeln. In Zukunft könnte es also möglich sein, sich in der Zahnarztpraxis auf Diabetes und in der Diabetespraxis auf Parodontitis testen zu lassen. Außerdem wollen die beiden Fachgesellschaften Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete, aber auch die breite Bevölkerung stärker für die Zusammenhänge zwischen Diabetes und Zahnfleischerkrankungen sensibilisieren. So hat die DG PARO einen Selbsttest entwickelt, mit dem Menschen ganz einfach online ihr persönliches Risiko für eine Parodontitis einschätzen können. Neben Alter und Geschlecht werden darin Risikofaktoren wie Rauchen, Zahnfleischbluten und locker sitzende Zähne abgefragt. Die jeweiligen Antworten werden mit Punkten bewertet. Aus der erzielten Gesamtpunktzahl ergibt sich der persönliche Risiko-Score für Parodontitis – und damit ein wichtiger Hinweis, wie dringlich ein rascher Termin in der Zahnarztpraxis ist.

Was Menschen mit Diabetes – neben mindestens einmal jährlichen Vorsorgeterminen in der Zahnarztpraxis – vorbeugend für ihre Mundgesundheit tun können, hilft übrigens auch beim Diabetes-Management: z. B. auf Rauchen verzichten, sich ausgewogen ernähren und Übergewicht und Stress vermeiden.

Quellen:
  • Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft vom 16.7.2018: „Diabetes und Parodontitis: ein gefährliches Duo – Experten raten zur regelmäßigen Zahnarztkontrolle“ https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/ddg-pressemeldungen/meldungen-detailansicht/article/diabetes-und-parodontitis-ein-gefaehrliches-duo-experten-raten-zur-regelmaessigen-zahnarztkontr.html
  • Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie vom 21.2.2018: „Für die praxis: Risiken screenen, Parodontitis behandeln. https://www.dgparo.de/presse/presse_detail/article-5a816bbe4b87a
  • Jordan, A. R. & Micheelis, W. (2016): Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V). Köln: Deutscher Zahnärzte Verlag DÄV. https://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/dms/Zusammenfassung_DMS_V.pdf
  • Deschner J, Haak T, Jepsen S, Kocher T, Mehnert H, Meyle J, Schumm-Draeger P-M, Tschöpe D: Diabetes mellitus und Parodontitis. Wechselbeziehung und klinische Implikationen. Ein Konsensuspapier. Internist 52, 466-477 (2011). https://www.springermedizin.de/parodontitis-und-diabetes/10587918
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