Diabetes und Schlafstörungen - wo liegen die Ursachen?

Accu-Chek Services - Diabetes und Schlafstörungen

Gibt es einen Zusammenhang zwischen chronisch gestörtem Schlaf und Diabetes? Accu-Chek im Gespräch mit Privatdozentin Dr. Ursula Voss vom Schlaflabor der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main.

Dr. Ursula Voss:
Von chronisch gestörtem Schlaf sprechen wir, wenn ein subjektives Empfinden von gestörtem Schlaf besteht oder der Patient Schwierigkeiten hat, ein- oder durchzuschlafen. Dies äußert sich in einer Einschlafdauer von mehr als 30 Minuten und einer Durchschlafzeit von unter 85 Prozent der Nachtruhe. Ein weiteres Kriterium ist, wenn die Beschwerden häufiger als drei Mal wöchentlich auftreten und über einen Zeitraum von sechs Monaten andauern. Natürlich gibt es noch eine Vielzahl anderer Schlafstörungen. Grundsätzlich gilt, wenn der Leidensdruck zu groß wird und der Betroffene Einbußen seiner Lebensqualität spürt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Symptome sind sowohl körperlicher als auch psychischer Natur und äußern sich durch Tagesmüdigkeit, depressive Verstimmungen, Gereiztheit und Konzentrationsschwäche.

Accu-Chek Dialog:
Wie verhält sich der Blutzucker während des Schlafes?

Dr. Ursula Voss:
Wahrscheinlich ist der Anstieg des Blutzuckers an Tiefschlaf- und der Abfall an REM*-Schlafphasen gebunden. Schlafentzug führt zu verminderten Glukose- und Insulinkonzentrationen. Schlaf mit häufigen Unterbrechungen, beispielsweise durch eine Schlaf-Apnoe, ist mit Glukose- und Insulin-Schwankungen verbunden. Vermutlich bedingen sich beide Faktoren gegenseitig, das heißt Schlaf mit häufigen Unterbrechungen führt zu einer Glukose- und Insulinschwankung und eine instabile Glukose-/Insulinkonzentration führt zu häufigen Schlaf-Unterbrechungen.

Accu-Chek Dialog:
Welche Erfahrungen haben Sie bei der Behandlung diabetischer Patienten im Schlaflabor gemacht?

Dr. Ursula Voss:
In der Regel stellen sich Diabetiker erst in einem Schlaflabor vor, wenn Begleit-Beschwerden wie eine Schlaf-Apnoe oder eine Angststörung auftreten. Letztere kann einen realen Hintergrund haben, wie etwa die Angst vor einer Hypoglykämie. Allerdings führt diese Angst und nicht die Hypoglykämie selbst zum häufigen Erwachen. Dementsprechend müde sind diese Menschen am folgenden Tag.

Accu-Chek Dialog:
Kann insbesondere bei Menschen mit Diabetes eine Verminderung des Gewichts zu besserem Schlaf führen?

Dr. Ursula Voss:
Tatsächlich ist Übergewicht das bedeutendste Verbindungsglied zwischen Diabetes und einer Apnoe. Wenn also der Mensch mit Diabetes unter einer Schlaf-Apnoe leidet und übergewichtig ist, kann durch eine Gewichtsreduktion eine bedeutende Verbesserung der Situation erzielt werden.

Accu-Chek Dialog:
Wie bereiten Sie sich auf eine erholsame Nacht vor?

Dr. Ursula Voss:
Erholsame Nächte sind für Schlafforscher leider eher selten. Wenn jedoch Zeit dafür ist, versuche ich mich bei einem guten Essen mit meiner Familie zu entspannen, und sorge für stressfreie Freizeitgestaltung zum Tagesausklang.

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