Immunsystem stärken bei Diabetes

Accu-Chek Services - Immunsystem

Über den gesamten Körper verteilt arbeitet ein Netzwerk von Abwehrkräften für unsere Gesundheit - das Immunsystem ist genial organisiert und kann durch gezielte Pflege und Training unterstützt werden.

So gut wie überall lauern Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger auf uns. Dass wir dennoch nicht andauernd krank sind, haben wir einem ausgeklügelten Abwehrmechanismus zu verdanken - unserem körpereigenen Immunsystem: Seine stabile und gut funktionierende Abwehr kann Krankheitserregern Paroli bieten und sie unschädlich machen. Manchmal bekommen wir von der Arbeit unseres Immunsystems etwas mit: Wer Fieber hat, merkt, dass seine Abwehrtruppen gerade arbeiten. Doch das Immunsystem ist tagtäglich aktiv. Ohne dass wir es bemerken, hält es für uns schädliche Keime in Schach und hilft uns so, gesund zu bleiben.

Aber nicht immer kann das Immunsystem optimal arbeiten. So genügt schon länger anhaltender Stress, und die Abwehr funktioniert nicht mehr ganz so reibungslos. Wir werden anfälliger für Infekte und fühlen uns schlapp und kraftlos.

So stärken Sie Ihr Immunsystem
  • Blutzucker messen: Gut eingestellte Werte unterstützen die Abwehrkräfte.
  • Moderat bewegen: Täglich eine halbe Stunde Bewegung kurbelt die Abwehr an und sorgt für Nachschub an Immunzellen - allzu intensives Training jedoch kann die Immunabwehr schwächen.
  • Gesund essen: Wichtig sind Vitamine und Mineralstoffe, vor allem aus Früchten und Gemüse. Auch Ballaststoffe scheinen sich positiv auf das Immunsystem auszuwirken.
  • Gewicht reduzieren: Fettgewebe, besonders am Bauch, schüttet entzündungsfördernde Botenstoffe aus. Außerdem begünstigt es Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck.
  • Regelmäßig abschalten: Stressabbau, etwa mit autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung, verbessert nachweislich die Abwehrkräfte.
  • Genug schlafen: Schon nach einer durchwachten Nacht steigt im Blut die Konzentration von Entzündungsstoffen.
  • Genussgifte meiden: Nikotin und Alkohol legen unter anderem die "Fresszellen" lahm, die eingedrungene Viren und Bakterien vernichten sollen.

Dass schon Stresshormone genügen, um die Abwehrkräfte zu schwächen, liegt an der komplexen Verzweigung des Netzwerks Immunsystem. Immerhin verteilt es sich über den gesamten Körper. Organe wie Thymus, Milz, Mandeln und Darm gehören ebenso dazu wie das Knochenmark und die Lymphknoten. Zudem schwimmen viele Immunzellen direkt im Blut, um im Bedarfsfall schnell von einem Ort zum anderen zu gelangen. Dabei verständigen sich alle Teile des Immunsystems in einer "Sprache", in der sie sich zum Beispiel durch Botenstoffe Nachrichten übermitteln. Ist alles im Lot, geht diese Verständigung schnell und reibungslos. Sind jedoch die Leitungsbahnen, also die Blut- und Lymphgefäße, durch eine Krankheit geschwächt oder durch Überlastung, zum Beispiel durch Stress hormone, blockiert, leidet darunter das gesamte Netzwerk.

Immungedächtnis

Alle Abwehrzellen gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Bis zu 100 Milliarden hat jeder Erwachsene davon. Ein wesentlicher Teil von ihnen wird uns schon bei der Geburt mitgegeben. Bei diesem angeborenen Immunsystem handelt es sich um verschiedene Gruppen von sogenannten Fresszellen. Sie reagieren allgemein auf Eindringlinge und sind sofort einsatzbereit. Erst die hoch spezialisierten Abwehrzellen des erworbenen Immunsystems können Krankheitserreger genau identifizieren und gezielt beseitigen. Diese "Spezialisten" müssen im Laufe des Lebens erst durch die Begegnung mit Umweltkeimen trainiert werden. Viel passiert dabei in den ersten Lebensjahren. Denn immer wenn Kinder viel draußen sind, in der Erde wühlen oder Kontakt zu Tieren haben, lernt die Abwehr, sich mit neuen Erregern auseinanderzusetzen. Aber auch Erwachsene trainieren ständig ihr Immunsystem. So machen wir bei einem Kuss auch Bekanntschaft mit neuen Bakterien oder Viren. Alle diese neuen Erreger werden von einem intakten Immunsystem schnell identifiziert und von Fresszellen markiert und aussortiert. Sind die Erreger besiegt, sterben auch die entsprechenden Immunzellen schnell wieder ab. Nur wenige "Gedächtniszellen" bleiben und bilden das Archiv der Abwehrkräfte. Taucht der Erreger wieder auf, wird er so schneller erkannt und beseitigt. Nach diesem Prinzip funktionieren auch Schutzimpfungen.

Fitmacher
  • Vitamin C: Schützt vor freien Radikalen und aktiviert Abwehrzellen. Da ist es drin: Beerenfrüchte, Paprika, Sanddorn
  • Vitamin A: Hält Schleimhäute feucht und stimuliert Abwehrzellen. Da ist es drin: Eigelb, Thunfisch, Vollmilch
  • Vitamin E: Unterstützt die Bildung von Antikörpern und schützt vor freien Radikalen. Da ist es drin: Nüsse, Avocado, Pflanzenöle, zum Beispiel Rapsöl
  • Magnesium: Erhöht die Beweglichkeit der Fresszellen. Da ist es drin: Vollkornprodukte, Milch und Milchprodukte, Bananen
  • Zink: Fördert die Bildung von Gedächtniszellen, erhöht die Aktivität der Fresszellen. Da ist es drin: Mageres Fleisch, Vollkorngetreide, Kerne, zum Beispiel Kürbiskerne

Diabetes bremst die Abwehr

Bei Menschen mit Diabetes arbeitet das Immunsystem langsamer, weil hohe Blutzuckerwerte die Abwehrarbeit der weißen Blutkörperchen beeinträchtigen. So zeigt eine Studie, dass sich der überschüssige Zucker im Blut direkt an die Immunzellen heftet und diese so "blind" macht. Sie können keine Krankheitserreger mehr erkennen. Hohe Blutzuckerwerte bewirken auch, dass im Stoffwechsel vermehrt sogenannte freie Radikale entstehen. Das sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die Körperzellen zerstören und möglicherweise schon geschädigten Gefäßen noch mehr zusetzen können. Kommen dann vielleicht noch Durchblutungsstörungen hinzu, gelangen die Abwehrzellen schlechter zu ihrem Einsatzort. Zudem fehlt es Menschen mit Diabetes aufgrund des veränderten Stoffwechsels häufig an Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin C oder Zink, die unter anderem auch für eine starke Abwehr wichtig sind. So arbeitet das Immunsystem bei Diabetes ständig an den Grenzen der Belastbarkeit. Um es für zusätzliche Herausforderungen zu stärken, hilft am besten eine gesunde Lebensweise.

Fehlgeleitete Abwehr

Leider wendet sich das Immunsystem manchmal gegen den eigenen Körper. Bei diesen Autoimmunerkrankungen werden gesunde, körpereigene Zellen als Feind betrachtet und bekämpft. So greifen fehlgeleitete Abwehrzellen bei Typ-1-Diabetes die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse an. Bei Multipler Sklerose wird das Nervensystem zerstört und bei rheumatischen Erkrankungen werden unter anderem Gelenke und Bindegewebe angegriffen. Und eine Autoimmunerkrankung kommt leider selten allein. Auch Menschen mit Diabetes Typ-1 können von weiteren Autoimmunerkrankungen betroffen sein:

  • Zöliakie, eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, entwickeln zum Beispiel 5 bis 7 Prozent der Typ-1-Diabetiker - gegenüber einem halben Prozent im Durchschnitt der gesamten Bevölkerung. Betroffene reagieren empfindlich auf Gluten, ein Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten vorkommt. Hier hilft nur, konsequent glutenhaltige Lebensmittel zu vermeiden.
  • Etwa 10 bis 15 Prozent der Typ-1-Diabetiker entwickeln zudem das Schilddrüsenleiden Hashimoto Thyreoiditis. Die Folge ist meist eine Schilddrüsenunterfunktion mit einer Verlangsamung des Stoffwechsels und Gewichtszunahme. Werden in Kontrolluntersuchungen Schilddrüsenantikörper nachgewiesen, kann durch die Einnahme von Schilddrüsenhormonen gegengesteuert werden.
  • Auch zwischen Uveitis, verschiedenen entzündlichen Erkrankungen des Augen - inneren, und Diabetes Typ-1 wird eine Verbindung vermutet.

Hilfe fürs Immunsystem

Damit der Körper freie Radikale in weniger gefährliche Stoffwechselprodukte umwandeln kann, braucht er Vitamine: vor allem C, E und Betacarotin, eine Vorstufe von Vitamin A. Der beste Weg, sich ausreichend mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen, ist eine Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch und wenig Fleisch. Und auch Bewegung, Entspannung und ausreichend Schlaf stärken das Immunsystem. Denn wer sich regelmäßig bewegt, fördert nicht nur die Durchblutungund damit den besseren Transport der Abwehrzellen, auch deren Anzahl wird erhöht. Regelmäßige Saunabesuche oder Wechselduschen sorgen ebenfalls für eine gute Durchblutung. Ein weiterer Baustein ist Entspannung. Wer sich immer mal wieder eine Auszeit gönnt, gibt dem Stress keine Chance. Kombiniert mit ausreichend Schlaf hat das Immunsystem so Zeit, sich ohne Schwierigkeiten seinen Aufgaben zu widmen.

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