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Achterbahn Looping

Die Glukose in die Grenzen weisen

Im Alltag von Menschen mit Diabetes können Achterbahnfahrten der Blutzuckerwerte belastend sein. Langfristig entscheiden die Blutzuckerwerte darüber, ob es im Laufe des Lebens mit Diabetes zu Folgeerkrankungen kommt. Wie Studien zeigen, kommt es häufiger zu diabetesbedingten Komplikationen, wenn die Blutzuckerwerte über längere Zeit außerhalb des angestrebten Zielbereiches liegen.

Gründe dafür können sowohl zu hohe als auch zu niedrige Blutzuckerwerte sowie stark schwankende Blutzuckerverläufe sein. Wer mehr Zeit im Zielbereich verbringt, kann diese Risiken für Folgeerkrankungen wie z. B. Schäden an Augen, Nerven und Blutgefäßen minimieren.

Überzuckerungen verkleben Gewebe

Bei häufigen Hyperglykämien lagern sich Zuckermoleküle in Organen und Gewebe an und beeinträchtigen auf Dauer deren Funktion, so der Diabetologe Prof. Dr. Hellmut Mehnert1. Dies gelte für die Schädigung kleinster Blutgefäße (Mikroangiopathie), die bei der diabetischen Augen- oder Nierenerkrankung maßgeblich sind. Ebenso für Einlagerungen („Plaques“) in den großen Blutgefäßen (Makroangiopathie), die Gefäßverschlüsse verursachen können. Dadurch steigt z. B. das Risiko für einen Herzinfarkt oder das diabetische Fußsyndrom.

Unterzuckerungen werden häufig unterschätzt

Nicht nur die Zeiten in der Überzuckerung sollten nach Möglichkeit verringert werden, auch sehr niedrige Werte sollten nicht zu oft auftreten. Bereits leichte Unterzuckerungen bergen die Gefahr, bei weiter sinkenden Werten in einer schweren Hypoglykämie zu münden. Von einer schweren Hypoglykämie spricht man, sobald Selbsthilfe nicht mehr möglich ist und Hilfe von Außenstehenden erforderlich wird.

Symptome einer Hypoglykämie sind beispielsweise Übelkeit, Schwindel, Blutdruckanstieg, Tachykardie bis hin zu eingeschränktem Bewusstsein, Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit bei schweren und protahierte Hypoglykämien2. Mögliche Langzeitfolgen von Unterzuckerungen sind noch nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass häufige Hypoglykämien auch ein kardiovaskuläres Risiko bedeuten: In einer Studie mit älteren Typ-2-Diabetikern3 hatten vor allem diejenigen Teilnehmer ein höheres Infarktrisiko, die während der Beobachtungsphase mehrere schwere Unterzuckerungen erlebt hatten.

Alles im grünen Bereich? Glukosewerte im Zielbereich halten

Fazit: Liegen die Blutzuckerwerte immer wieder außerhalb des Zielbereiches, geht dies mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Komplikationen einher. Doch wo liegt eigentlich der optimale Zielbereich? Studien nennen Werte zwischen 70 und 180 mg/dl. Ihren individuellen Zielbereich sollten Menschen mit Diabetes aber immer mit ihrem Arzt besprechen.

Eine neue Möglichkeit, die Blutzucker- bzw. die Glukosewerte besser zu überprüfen, ist die kontinuierliche Glukosemessung (CGM), bei der rund um die Uhr die Gewebeglukose gemessen wird. Systeme wie z. B. das Eversense XL CGM System werten diese Daten direkt aus und zeigen dem Nutzer in anschaulichen Diagrammen, wie viel Zeit im, über und unter dem Zielbereich liegt. Darüber hinaus warnen sie, wenn sich der Glukosewert der festgelegten Grenze nähert: So können Menschen mit Diabetes vorausschauend Maßnahmen ergreifen, um mehr Zeit in ihrem Zielbereich zu verbringen.

Quelle

1 Hellmut Mehnert: Zwei Übel der Glykämie: zu hoch oder zu niedrig;
Diabetes, Stoffwechsel und Herz, 2017; 26 (1) Seite 37-39.

2 Iris Hinneburg: Hypoglykämie unterschätzte Gefahr; Pharmazeutische Zeitung online (35/2012) (http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=43221)
(Letzter Zugriff: 28.8.2017).

3 Duckworth et al: Glucose Control and Vascular Complications in Veterans with Type 2 Diabetes; N Engl J Med 2009; 360:129-139 (http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa0808431#t=article )
(Letzter Zugriff: 23.8.2017).

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