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Was beim Blutspenden mit Diabetes zu beachten ist

Einfach Leben retten: Was beim Blutspenden mit Diabetes zu beachten ist

In Deutschland werden täglich etwa 14.000 Blutspenden benötigt. Doch nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung spenden regelmäßig Blut. Was viele nicht wissen: Auch Menschen mit Diabetes dürfen Blut spenden – zumindest, so lange sie ihren Blutzucker ohne Insulin oder andere Injektionstherapien managen.

Eine komplizierte Operation, eine schwierige Geburt, ein dramatischer Verkehrsunfall - es gibt viele Situationen, in denen Menschen plötzlich auf eine Blutspende angewiesen sind. Einige Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren sind auch durch den Fortschritt auf dem Gebiet der Transfusionsmedizin überhaupt erst möglich geworden. Die Statistik des Deutschen Roten Kreuzes1 zeigt, dass das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt wird. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass für die Behandlung schwerer innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen.

Die Zahl der aktiven Blutspender sinkt seit Jahren

Allerdings befürchten Experten der wissenschaftlichen Fachgesellschaften, dass die Zahl der Blutspender in den kommenden 20 Jahren durch den demografischen Wandel sinkt, während gleichzeitig der Bedarf durch den wachsenden Anteil älterer Patienten ansteigt.2 Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt, dass in den kommenden Jahren viele bisherige Spenderinnen und Spender, die sich teilweise über Jahrzehnte hinweg mit ihrer Blutspende für andere Menschen engagiert haben, altersbedingt nicht mehr spenden können.3 Bereits heute liegt das Durchschnittsalter der Spenderinnen und Spender in vielen Einrichtungen bei über 50 Jahren. Ebenso kommt es durch die geringe Haltbarkeit der Blutkonserven immer wieder zu Engpässen.

Blutspenden sind möglich von 18 bis 68 Jahren

Das Mindestalter fürs Blutspenden liegt bei 18 Jahren, das Höchstalter für die erste Spende beträgt 60 Jahre. Regelmäßige Spenden sind dann bis zum 68. Lebensjahr möglich. Auch ältere Personen können noch Blut spenden, wenn es ihr Gesundheitszustand zulässt. Darüber hinaus gilt, dass Blutspender gesund sein und mindestens 50 Kilogramm wiegen müssen. Wer angeschlagen oder krank ist, kann vorübergehend von der Blutspende zurückgestellt werden. Menschen mit bestimmten Erkrankungen und einige Infektionen werden hingegen dauerhaft von einer Blutspende ausgeschlossen.

Empfänger und Spender vor Komplikationen schützen

Die Ausschlusskriterien zur Blutspende sind behördlich geregelt.4 Allgemein bekannt ist, dass Menschen nicht zur Blutspende zugelassen werden, bei denen beispielsweise eine Infektion mit HIV, Hepatitis oder Tuberkulose festgestellt wurde. Dies dient vor allem dem Schutz der Empfänger von Blutkonserven. Weniger bekannt sind die Ausschlusskriterien, mit denen Blutspender vor vermeidbaren Komplikationen geschützt werden sollen. Hierzu zählen beispielsweise schwere Herz- und Gefäßkrankheiten oder Erkrankungen des Zentralnervensystems, Blutgerinnungsstörungen, Krebserkrankungen.

Wer Insulin spritzt, darf leider kein Blut spenden

Auch Diabetes taucht in der Liste der Ausschlusskriterien auf: So dürfen Menschen mit Typ-1-Diabetes grundsätzlich kein Blut spenden, da sie Insulin spritzen. Menschen mit Typ-2-Diabetes hingegen können bei einer guten Blutzuckereinstellung und sofern sie lediglich Tabletten einnehmen, zur Blutspende zugelassen werden. Wenn aber Insulin oder ein anderes Antidiabetikum injiziert werden muss, sind auch Menschen mit Typ-2-Diabetes von der Blutspende ausgeschlossen.

Gefahr für Blutzuckerentgleisungen beim Spender steigt

Ein Grund für diese Einschränkungen ist, dass die Gefahr für Blutzuckerentgleisungen beim Spender steigt. Immerhin wird bei jeder Blutspende etwa ein halber Liter Blut abgezapft, dessen Fehlen Stoffwechsel und Kreislauf erst einmal kompensieren müssen. Auch bei stoffwechselgesunden Menschen kommt es immer wieder einmal vor, dass nach der Blutspende der Kreislauf streikt und sie sich wackelig auf den Beinen fühlen oder sogar kollabieren. Bei Menschen mit Diabetes, die ihren Zuckerstoffwechsel selbst mit Insulin ausbalancieren müssen, können zusätzlich auch noch Glukose und Insulin aus dem Gleichgewicht geraten.

Bei der Untersuchung Diabetes und Insulintherapie nicht verschweigen

Dieses Risiko wollen und können die Blutspendedienste nicht eingehen. Wichtig ist also auch, die Erkrankung oder Behandlungsmethode nicht zu verschweigen. Ebenso sollte man bedenken, dass das eigene Blut bei einer Insulintherapie möglicherweise Insulin in anderen Mengen enthält als dies bei stoffwechselgesunden Menschen der Fall ist. Beim Spendenempfänger könnte es hierdurch zu Nebenwirkungen kommen. Wer eine Blutkonserve braucht, ist schließlich in der Regel schwerstverletzt oder anderweitig schwer krank – daher wollen Krankenhäuser keine Blutkonserven verwenden, die ein möglicherweise sehr kleines, aber eben doch nicht zu vernachlässigendes Risiko bergen.

Doch wer nicht vom Blutspenden ausgeschlossen ist – ob mit oder ohne Diabetes – sollte regelmäßig seinen kostbaren Lebenssaft spenden. Weitere Informationen bieten zum Beispiel die BZgA und der DRK-Blutspendedienst.

Und so geht’s:

  • Wann und wo die nächsten Blutspendentermine in der eigenen Region stattfinden, kann man zum Beispiel hier herausfinden.
  • Am Tag der Blutspende sollte man sich gesund fühlen, keinen Alkohol oder andere Suchtmittel konsumiert und ausreichend gegessen und getrunken haben.
  • Personalausweis beziehungsweise vergleichbares Ausweisdokument mitbringen und zur Blutspende registrieren.
  • Fragebogen zu Vorerkrankungen, Infektionen, Reisen in Länder mit hohem Infektionsrisiko etc. ausfüllen.
  • Bei der ärztlichen Untersuchung werden bestimmte Parameter wie Körpergewicht, Temperatur, Puls und Eisenwerte bestimmt. Erst dann folgt die Entscheidung, ob Sie an diesem Tag für eine Blutspende in Frage kommen.
  • Für die Blutspende selbst werden mit sterilem Einwegmaterial 450 bis 500 Milliliter Blut aus der Vene abgenommen. Der Vorgang dauert etwa 10 Minuten.
  • Nach der Blutspende sollte man sich 20 bis 30 Minuten ausruhen und etwas essen und trinken. Für den Rest des Tages sind körperliche Anstrengung und Alkohol tabu.
  • Das gespendete Blut wird im Labor gründlich untersucht, um die Übertragung von Krankheitserregern auszuschließen. Aber auch Blutgruppe und Rhesusfaktor werden bei Erstspendern bestimmt.
  • Einige Wochen nach der ersten Spende kommt per Post der Blutspendeausweis, auf dem Blutgruppe, Rhesusfaktor und bisherige Blutspenden eingetragen sind.
  • Sollten die Untersuchung des Bluts im Labor Auffälligkeiten ergeben, wird der Spender umgehend informiert.
  • Männer dürfen maximal sechsmal jährlich, Frauen maximal viermal jährlich Blut spenden. Diese Abstände braucht es, bis der Eisenverlust durch die Blutspende sicher ausgeglichen ist.
Quelle

1 Quelle: https://www.drk-blutspende.de/informationen-zur-blutspende/wofuer-wird-m...

2 Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie(DGTI) https://dgti.de/fileadmin/user_upload/PM_DGTI_Weltblutspendertag_F.pdf

3 Quelle: www.bzga.de/programme-und-aktivitaeten/blutspende/

4 Und zwar in der Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten, die sich am Transfusionsgesetz orientiert www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/MuE...

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