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Spritze in die Schulter.

Kleiner Pieks, großer Schutz: Welche Impfungen bei Diabetes empfohlen werden

Der Herbst ist da – und damit auch die alljährlichen Erinnerungen an die Grippeimpfung. Für Menschen mit Diabetes sind neben dem Schutz vor Influenza aber auch weitere Impfungen ratsam. Denn der Diabetes kann den Körper anfälliger für Erkrankungen machen und zugleich den Verlauf von Infektionen negativ beeinflussen. Daher am besten gleich den Impfpass suchen und beim Hausarzt die nötigen Impfungen auffrischen lassen!

Impfungen gehören zu den größten medizinischen Errungenschaften überhaupt. Sie schützen vor Infektionskrankheiten, die schwer verlaufen können und oft nicht ursächlich behandelbar sind. Impfungen verhindern nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO jährlich zwei bis drei Millionen Todesfälle. Weitere 1,5 Millionen könnten hinzukommen, wenn weltweit mehr Menschen geimpft würden. In ärmeren Ländern ist vor allem der Mangel an Impfstoffen dafür verantwortlich, dass nicht alle Menschen die empfohlenen Impfungen erhalten. In den westlichen Industrienationen wiederum sind die mittlerweile weit verbreiteten Zweifel am Nutzen von Impfungen eine große Gefahr für die öffentliche Gesundheit.1

Häufigere Infektionen – auch bei stabiler Stoffwechsellage

Insbesondere für Menschen mit chronischen Erkrankungen – wie etwa Diabetes mellitus – sind Impfungen allerdings immens wichtig. Denn Menschen mit Diabetes sind häufig anfälliger für Infekte, gleichzeitig verlaufen diese bei ihnen oft schwerer, sind eher mit Komplikationen verbunden und enden häufiger tödlich als bei Stoffwechselgesunden. Sind die Erreger in den Körper eingedrungen, kommt es schneller zu schweren Krankheitsverläufen. Häufig sind sie mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Dies kann auch Menschen mit Diabetes und stabilen Glukoseverläufen betreffen. Die Liste der möglichen Erkrankungen ist lang: So treten bei Menschen mit Diabetes unter anderem Lungenentzündungen (Pneumonien), Entzündungen der Harnwege oder Haut- und Weichteilinfektionen gehäuft auf. Auch Grippe- und Herpesviren können bei Menschen mit Diabetes zu bedrohlichen Infektionen führen. Als Gründe für diese erhöhte Anfälligkeit geben Fachleute Stoffwechselentgleisungen, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte, aber auch diabetische Folgeschäden an Gefäßen und Nerven an.2
 
Standardimpfungen und Empfehlungen für Menschen mit Diabetes

Welche Impfungen für welche Bevölkerungsgruppen empfehlenswert sind, wird in regelmäßigen Abständen bei der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Berliner Robert Koch-Institut (RKI) erarbeitet. Unabhängig vom Lebensalter und Diabetes empfiehlt die STIKO für alle Erwachsenen (ab 18 Jahren) eine Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis) als Dreifach-Impfung alle zehn Jahre. Bei Bedarf wird auch eine Nachimpfung für Polio und Masern empfohlen. Virusgrippe (Influenza) und Pneumokokken-Pneumonie sind für Menschen mit Diabetes besonders gefährlich und können auch bei stabiler Stoffwechsellage auftreten. Daher empfiehlt die STIKO Menschen mit Diabetes die jährliche Grippeimpfung und die Pneumokokken-Impfung, die alle sechs Jahre wiederholt werden muss. Für beide Impfungen ist nur ein kleiner Pieks in den linken oder rechten Oberarm während eines Arztbesuches erforderlich. Außerdem wird ab einem Alter von 50 Jahren die Impfung gegen Gürtelrose (Herpes zoster) empfohlen. Die Kosten für die empfohlenen Impfungen werden von den Krankenkassen übernommen.

Impfungen für Menschen mit Diabetes im Überblick:

Grippe (Influenza) Impfung jährlich
Pneumokokken Impfung alle 6 Jahre
Tetanus/ Diphtherie/Pertussis Auffrischimpfung alle 10 Jahre
Polio Impfung bei unvollständiger Grundimmunisierung

Leider kursieren rund um das Thema Impfungen immer noch eine Reihe Mythen, die wissenschaftlich allerdings längst widerlegt sind. Hier eine kurze Übersicht über die häufigsten Impfmythen – und warum sie nicht zutreffen:

Verursachen Impfungen Typ-1-Diabetes? Es gibt keine stichhaltigen wissenschaftlichen Hinweise dafür, dass Impfungen im Kindesalter das Auftreten eines Typ-1-Diabetes begünstigt.3

Sind Impfungen unwirksam? Impfgegner behaupten häufig, die Wirksamkeit von Impfstoffen sei nicht belegt. Allerdings erhält nach dem deutschen Arzneimittelrecht ein Impfstoff nur dann eine Zulassung, wenn seine Wirksamkeit in Studien nachgewiesen wurde.4

Verursacht der Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) Autismus? Eine Studie des Mediziners Andrew Wakefield aus dem Jahr 1998, in der dieser Zusammenhang hergestellt wurde, hat sich bereits 2010 als wissenschaftliche Fälschung erwiesen und wurde zurückgezogen.5

Sind die Krankheiten, gegen die geimpft wird, nicht längst ausgerottet? Nur die sogenannte „Herdenimmunität“, sprich eine hohe Durchimpfungsrate, schützt auch Ungeimpfte vor der Verbreitung der Erreger. Würde man auf die Impfungen verzichten, könnten die Krankheiten wieder zurückkehren – beispielsweise wenn Erkrankte aus anderen Ländern, die Keime einschleppen.6

Ist es nicht besser, eine Krankheit selbst zu durchleben? Bei einer Erkrankung bildet der Körper zwar ebenfalls Antikörper und ist danach in manchen Fällen durch Gedächtniszellen gegen eine erneute Infektion geschützt. Allerdings ist die Erkrankung mit deutlich größeren Gefahren verbunden als die Impfung. Beispiel Masern: Sie gehen in etwa einem von 1.000 Fällen mit einer Hirnhautentzündung einher – und diese führt oft zu bleibenden Hirnschäden und manchmal auch zum Tod. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge zählen Masern mittlerweile zu den häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern.7

Fazit: Insbesondere Menschen mit Diabetes, deren Organismus durch die chronische Erkrankung ohnehin leichter aus dem Gleichgewicht zu bringen ist, sollten nicht auf die empfohlenen Impfungen verzichten.

 

Quelle

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