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Schulkinder

Diabetes in der Schule – Tipps für Eltern von Schulkindern mit Diabetes

Die Schulzeit ist eine spannende Zeit mit neuen Freunden und vielen Erlebnissen. Bei Kindern mit Diabetes bringt der Schulalltag besondere Umstände mit sich – denn sie müssen häufig mehr Regeln befolgen als Gleichaltrige – und ein gewisses Maß an (Selbst-) Disziplin mitbringen.

Wenn der Diabetes mit eingeschult wird

Die Diabetes-Therapie lässt sich für die Zeit in der Schule natürlich nicht aussetzen. Manche Kinder können mit der Einschulung bereits Insulininjektionen und Blutzuckermessungen durchführen, aber was passiert mit den abgelesenen Werten? Gerade Erst- und Zweitklässler, die den dreistelligen Zahlenraum noch nicht beherrschen, sind in der Regel noch nicht in der Lage, die mit dem Blutzuckermessgerät gemessenen Werte richtig abzulesen und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Dafür braucht Ihr Kind in den ersten Jahren noch Unterstützung, die mit den höheren Klassen und mehr eigener Verantwortung immer weniger nötig sein wird.

Zu berücksichtigen ist in jedem Fall, dass Lehrer keine medizinische Ausbildung haben. Sie sind daher nicht verpflichtet, über den akuten Notfall hinaus (bspw. im Falle einer Über- und Unterzuckerung), die medizinische Versorgung Ihres Kindes zu übernehmen. Es hängt also von der Bereitschaft des Lehrers und der Zustimmung der Schulleitung ab, ob diese Aufgaben übernommen werden. Sollte es keine Bereitschaft geben, dann informieren Sie sich am besten bei Ihrer Krankenkasse, inwiefern Ihr Kind einen Anspruch auf die Unterstützung durch einen Pflegedienst oder persönliche Assistenz habt.

Nach Möglichkeit sollten Sie versuchen, Lehrer und Erzieher im Hort bestmöglich über die Diabeteserkrankung aufzuklären und zumindest in der Theorie zu vermitteln, welche Maßnahmen z.B. bei einer Unterzuckerung notwendig sind. Falls die Bereitschaft besteht, kann es sinnvoll sein, dass Lehrer oder Erzieher dafür auch an Schulungen teilnehmen, die beispielsweise durch Diabetes-Einrichtungen oder Kinderärzte durchgeführt werden. Neben diesen ‚professionellen‘ Schulungen gibt es natürlich noch Sie: Als Eltern sind Sie unmittelbar mit den Themen rund um den Diabetes vertraut und wissen am besten darüber Bescheid, auf was bei Ihrem Sohn/ Ihrer Tochter zu achten ist.

Learning by Doing

Wenn es beruflich möglich ist, kann ein Elternteil an den ersten Schultagen mit dabei sein. So können alle langsam in ihre neue Rolle hineinwachsen und die entscheidenden Handgriffe und Besonderheiten von den Eltern lernen. Am Wichtigsten ist es, dass schnell und zuverlässig die Anzeichen einer Unterzuckerung erkannt werden. Darüber hinaus sollten Sie den Lehrkräften stets das Gefühl geben, dass Ihr Kind im Regelfall den Diabetes selbst gut im Griff hat. Sie dürfen sich nicht in die Krankenpfleger-Rolle gedrängt fühlen und sollten letztendlich - sobald die "Eingewöhnungsphase" vorbei ist, bzw. sobald Ihr Kind über die notwendigen Fähigkeiten verfügt - nur noch bei Notfällen in Aktion treten müssen.

Weitere Tipps für die Schulzeit:

  • Erklären lohnt sich: Schulfreunden Ihres Kindes kann der Diabetes mit den spielerischen Geschichten des DiabeTigers verständlich gemacht werden, damit gemeinsamen Unternehmungen oder Übernachtungen bei Freunden nichts im Wege steht. Auch bei deren Eltern ist es sinnvoll, den Diabetes anzusprechen, da manchmal Vorurteile durch Unwissenheit entstehen oder andere Eltern einfach unsicher sind.

  • Aktiv auf Achse: Kinder mit Diabetes können prinzipiell an Aktivitäten, wie Klassenfahrten & Ausflüge teilnehmen. Am besten vermitteln Sie den Betreuern im Vorfeld, worauf sie achten sollten. Eventuell kann es auch sinnvoll sein, dass Sie als Elternteil als Betreuer mit dabei sind. Ihre eigene Erreichbarkeit sollten Sie für den Notfall oder für Unklarheiten sicherstellen.

  • Sportunterricht: Der Sportlehrer ist neben dem Klassenlehrer eine der wichtigsten Personen, die über den Diabetes informiert sein sollten. Unterzuckerungen können bei sportlichen Aktivitäten durch den veränderten Insulinbedarf schnell eintreten. Werden Insulindosis bzw. die Menge an Kohlenhydraten nicht angepasst, kann es zu Unterzuckerungen kommen - und zwar auch noch einige Stunden nach dem Sport.

  • Pausen und feste Essenszeiten: Zeiten in denen gegessen wird, sind an Schulen normalerweise geregelt. Ist der Blutzuckerwert nicht im optimalen Bereich und eine Unterzuckerung bahnt sich an, muss Ihr Kind allerdings etwas essen. Traubenzucker und kleine Mahlzeiten müssen dann außerhalb der geregelten Mahlzeiten und Pausenzeiten eingenommen werde dürfen.

  • Hypoglykämie/ Hyperglykämie: Eine Unter- oder Überzuckerung kann jederzeit eintreten, umso wichtiger sind regelmäßige Mahlzeiten und Blutzuckermessungen. Kommt es dennoch zu einem erhöhten oder zu niedrigen Blutzuckerspiegel, ist schnelles Handeln gefragt. Erklären Sie den Erziehern, Lehrern, anderen Eltern und Freunden was genau passiert und wie die Anzeichen zu erkennen sind.

  • Extrawurst: Die Lehrer werden zwangsläufig ein Auge auf Ihr Kind haben. Das fällt natürlich auch den Mitschülern auf. Um Verwunderungen und den Eindruck von Vorzugsbehandlungen zu entgehen, hilft auch hier, die Klassekameraden Ihres Kindes miteinzubeziehen.

Weiterführende Informationen und Austausch finden Sie auf folgenden Portalen:
www.diabetes-kids.de
www.diabetes-kinder.de
www.diabeteskinder-typ1.de
http://zuckermutter.de/

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