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Diabetes, Liebe und Sex bei Jugendlichen

Auffällige Hinwendung zu Körperhygiene, ausufernde Kleiderwahl, geheimnisvolle Telefonate: Die Anzeichen häufen sich, Ihr Kind macht offensichtlich seine ersten Gehübungen auf dem rutschigen Parkett der Liebe. Nun ist das mit der Partnersuche gerade für Teenager kein unkompliziertes Thema: Wie wird die eigene Persönlichkeit inklusive des eigenen Körpers bei Gleichaltrigen, besonders beim anderen Geschlecht wahrgenommen? Dass dabei Fragen hinsichtlich des Diabetes auftauchen können, ist da eigentlich nur logisch.

Außenwirkung und positives Selbstbild

"Macht mich Diabetes als Partner unattraktiv?" "Schreckt mein Diabetes Jungs/Mädchen ab?" Sicherlich wird sich jeder Jugendliche mit Diabetes zumindest insgeheim diese oder ähnliche Fragen stellen, sobald sich Anzeichen der ersten Liebe oder auch nur verstärkte Anziehung zum anderen Geschlecht zeigen.

Im Prinzip gilt in diesem Entwicklungsstadium dasselbe, was auch für Kleinkinder, Schulkinder und - natürlich - auch für Erwachsene gesetzt ist. Zwar kann und darf man eine Diabeteserkrankung nicht ausblenden oder gar verleugnen. Aber: Es gibt auch keine Einschränkungen und keinen Grund, weshalb ein Jugendlicher mit Diabetes hinsichtlich Attraktivität oder erster romantischer Erfahrungen gehandicapt sein sollte. Natürlich machen es diabetische Begleiterscheinungen, wie eventuelle Hypos und die damit einhergehenden Unsicherheiten, nicht einfacher. Und sicher kann auch der Wunsch "dazuzugehören" und nicht aus dem Rahmen zu fallen, ein Grund sein, Insulinpen oder Blutzuckermessgerät öfter mal stecken zu lassen, als ratsam wäre.

Was tun? In den meisten Fällen dürfte es eher schwierig, wenn nicht kontraproduktiv sein, Ihr Kind direkt auf sein Gefühlsleben anzusprechen. Trotzdem haben Sie jede Menge Möglichkeiten. Fakten über die Diabetes Therapie sind vielleicht ein guter Einstieg, denn darüber lässt sich unter Umständen weniger diskutieren als über emotional aufgeladene Aspekte. Darüber hinaus: Stärken Sie das positive Selbstbild Ihres Kindes. Versuchen Sie klarzumachen, dass Diabetes kein Hindernis ist. Ängste, Zweifel und Missverständnisse habe wir alle in unserer Teenagerzeit erlebt - vielleicht haben Sie ja ein paar Tipps aus Ihrem eigenen Erfahrungsschatz.

Diabetes und Sex

Verhütung und Schutz vor Krankheiten wie AIDS sind für alle Eltern Jugendlicher, die ihre Sexualität entdecken, ein Thema. Besondere Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf den Diabetes sind aber nicht notwendig. Natürlich kann sich Sex auf die Blutzuckerwerte auswirken, aber schwere Unterzuckerungen sind äußerst selten der Fall – sobald Alkohol ins Spiel kommt, sieht die Sache allerdings anders aus. Auf diesen Umstand sollten Teenager mit Diabetes jedenfalls deutlich aufmerksam gemacht werden. Ansonsten dürften Blutzuckermessen wie gewohnt und Traubenzucker für alle Fälle Vorbereitung genug sein.

Insulinpumpenträger mögen sich Gedanken machen, inwieweit die Pumpe bei intimen Kontakten störend sein kann. Gerade auf einen ebenfalls unerfahrenen Partner könnte so ein "Fremdkörper" ja abschreckend wirken. Meist ist das nicht der Fall, und sollte es beim ersten Mal doch Schwierigkeiten geben, lässt sich die Pumpe notfalls bis zu eineinhalb Stunden abnehmen. Erfahrungsgemäß gewöhnen sich alle Beteiligten schnell daran. Mehr konkrete Tipps zum Thema Sex und Insulinpumpe erhalten Sie hier.

Alles in allem: Wenn die Kinder erwachsen werden, ist Vertrauen eine wesentliche Grundlage – und das gilt eben auch für den Umgang mit Partnerschaft, Diabetes und Sex. Wie die Kids den Umgang mit sich und anderen lernen müssen, ist es an den Eltern, das Loslassen zu lernen – auch wenn das durch den Mitspieler Diabetes nicht leicht fallen mag. Mehr Tipps zum Umgang mit Diabetes und Partnerschaft finden Sie hier.

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