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Diabetes, Sport und Insulintherapie

Sport bei Diabetes ist unbedingt empfehlenswert, allerdings auch ein Thema, bei dem es viel zu beachten gilt. Was genau, hängt zunächst auch von der Therapieform ab.

Sport mit Insulintherapie

Körperliche Aktivität wirkt sich auf sowohl Energie- als auch Insulinbedarf aus. Letzterer wird durch die Muskelarbeit gesenkt. Um Hypos zu umgehen muss die Insulindosis daher entsprechend angepasst werden.

Bei einer ICT ist es günstig, die körperliche Aktivität rechtzeitig einzuplanen, damit sie bei der basalen Insulingabe berücksichtigt werden kann. Bei Insulinpumpen empfiehlt sich circa eine Stunde vor der Aktivität eine temporäre Absenkung der Basalrate: Das Accu-Chek Insight Insulinpumpensystem besitzt zum Beispiel die Möglichkeit, benutzerdefinierte temporäre Basalraten festzulegen und bei Bedarf zu nutzen. Das bietet sich vor allem bei regelmäßig wiederkehrenden Aktivitäten, wie wöchentlichem Training an.

Wieviel weniger Basalinsulin Sie verabreichen, besprechen Sie bei beiden Therapieformen am besten mit Ihrem Diabetologen. Wichtig ist auch, dass Sie Erfahrungen sammeln: Wie sehr strengt welche Sportart oder Aktivität an und welche Rolle spielt dabei die Tagesform? Regelmäßiges Blutzuckermessen unterstützt dabei, ein Gefühl für die passende Insulindosis zu entwickeln.

Sport und Blutzuckermessen

Während des Sports sind Blutzuckermessungen notwendig, damit Sie kontrollieren können, ob alles im grünen Bereich ist. Messen Sie, sobald ein Verdacht auf eine Hypoglykämie besteht oder wenn die Belastung länger dauert.

Manchmal ist eine zusätzliche Kontrollmessung sinnvoll, z.B. vor einem steilen Auf- oder Abstieg während einer Bergtour. Im Zweifelsfall sollten Sie lieber einmal zu viel als zu wenig messen, denn eine Hypoglykämie bedeutet im Sport ein erhöhtes Unfall- oder Verletzungsrisiko. Das Zeitintervall sollte 45 bis 60 Minuten betragen, wenn keine oder nur wenig Erfahrung vorhanden ist.

Eine gute Wahl, um den Glukoseverlauf beim Sport mit Diabetes zu kontrollieren, sind CGM-Systeme mit Alarmfunktion. Das Eversense CGM System warnt Sie schon, wenn eine Unterzuckerung im Anmarsch ist mittels Vibrationsalarm am Oberarm. Hier bekommen Sie einen ersten Überblick über Erfahrungen mit dem CGM System bei verschiedenen Sportarten.

Eine Sport-KE – was ist das?

Eine Sport-KE ist eigentlich nichts anderes als zusätzliche Kohlenhydrate (KE = Kohlenhydrateinheit, auch BE genannt = Broteinheit), die Sie ganz gezielt bei sportlichen Aktivitäten zu sich nehmen. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Arten von Kohlenhydraten:

  • Kohlenhydrate, die schnell aufgenommen werden, z. B. Traubenzucker, Bananen, Obstsaft, aber KEINE Light-Getränke
  • Kohlenhydrate, die langsam aufgenommen werden, z. B. Müsliriegel, Brot, Schokoriegel, Kekse

Und so funktioniert's mit der Sport-KE:

  • Vor sportlichen Aktivitäten sollten Sie "schnelle" Kohlenhydrate zu sich nehmen.
  • Sind Sie länger aktiv, empfehlen sich zusätzlich "langsame" Kohlenhydrate.
  • Bei niedrigen Blutzuckerwerten vor dem Sport (um 100 mg/dl oder niedriger), heben Sie den Blutzuckerspiegel durch schnell wirkende Kohlenhydrate an, anschließend essen Sie eine "langsame" KE.
  • Wichtig ist: Auch bei spontanen Aktivitäten müssen Sie zusätzlich Kohlenhydrate zu sich nehmen.
     

Was gehört in die Sporttasche?

Ihre Diabetes-Utensilien tragen Sie am besten bei sich bzw. lagern Sie in unmittelbar erreichbarer Nähe. Weit entfernt in der Umkleidekabine nützen sie im Ernstfall nichts. Am besten, Sie stecken Ihren "Diabetesbedarf" zudem in ein eigenes Etui, so haben Sie immer alles Wichtige beisammen:

  • Blutzuckermessgerät und Stechhilfe sowie Teststreifen (bzw. Blutzuckermessgerät inkl. Testkassette)
  • Sport-KE: Schnelle Kohlenhydrate - hohe Mengen Traubenzucker (z.B. 2 Packungen), Fruchtsaft, keine (!) Light-Getränke
  • Langsame Kohlenhydrate für längere sportliche Aktivitäten: Brot, Schoko- oder Müsliriegel, Kekse
  • Glukagon-Spritze
  • Handy (+Telefonnummer des Diabetes-Teams oder der Kontaktperson)
  • Diabetikerausweis
  • Notfallausweis
  • Ausreichend Getränke
  • Wenn Sie Insulinpumpenträger sind: Ersatz-Infusionsset und Ersatz-Insulin

Sport und Diabetes: Was Sportlehrer und Trainingsgruppe wissen sollten

Trainer, Sportlehrer, Mannschaftskameraden sollten über Ihren Diabetes informiert sein: Bei einer Unterzuckerung ist jede Hilfe willkommen, vor allem, wenn Sie selbst nicht rechtzeitig reagieren konnten. Daher sollten alle, die mit Ihnen Sport treiben wissen, was eine Hypo ist und was zu tun ist. Sie sollten auch den Aufbewahrungsort Ihres Notfall-Sets kennen. Bemerkt z. B. der Trainer Hypoanzeichen, die Ihnen selbst im "Eifer des Gefechts" entgehen, so kann er Sie beizeiten darauf hinweisen, dass Sie schnelle Kohlenhydrate zu sich nehmen sollten. Falls Sie ohnmächtig werden, muss er sofort den Notarzt anrufen und danach Ihrer Familie/Ihren Angehörigen Bescheid sagen.

Nach einer Unterzuckerung müssen Sie unbedingt 20 Minuten mit dem Sport aussetzen, bis es Ihnen wieder besser geht. Auch das sollte der Trainer wissen.

Am besten betreiben Sie nach jeder Unterzuckerung eine gründliche Ursachenforschung und überlegen, was Sie beim nächsten Training ändern können. Vielleicht ist es ratsam, dass Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder mit einem auf Sport spezialisierten Diabetesberater halten. Manchmal helfen schon Tipps anderer Sportler mit Diabetes. Hier finden Sie ein paar Websites und Foren, wo viele Infos zu Sport mit Diabetes zu finden sind:

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