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Versicherungen und Diabetes: Was Sie wissen müssen

Ob Krankenversicherung, Unfallversicherung oder die Privathaftpflicht – für jeden Bereich unseres Lebens gibt es ein passendes Fallnetz. Damit eine Versicherung funktioniert und damit auch für den Versicherer rentabel ist, wird vorab die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten der verschiedenen Versicherungs-Fälle kalkuliert. Bei einer Auto-Versicherung heißt das z.B., wie wahrscheinlich ein Unfall ist. Für Menschen mit Diabetes und anderen chronischen Erkrankungen kalkulieren die Versicherungen dementsprechend Kosten, die in deren Folge entstehen könnten: Beispielsweise Medikamente, Krankenhausaufenthalte oder Risiken durch frühe berufliche Einschränkungen.

Die Grundlage: Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung ist in Deutschland der Standard in der Gesundheitsversorgung und damit auch für die Diabetesversorgung. Über 90% der Versicherten sind gesetzlich versichert, nicht einmal 10% dagegen privat. Für Menschen mit Diabetes ist die gesetzliche Versicherung sowieso die sinnvollste Alternative, da private Krankenkassen die Aufnahme für chronisch Erkrankte oft sehr schwer machen – oder von vornherein ablehnen.

Gesetzliche Krankenkassen haben eine Aufnahmepflicht. Jeder muss in Deutschland eine Krankenversicherung abschließen können – ungeachtet des Gesundheitszustands. Unterschiede zwischen den Kassen gibt es vor allem bei den Zusatzleistungen: Hier driften die gesetzlichen Krankenkassen teilweise stark auseinander. Für Menschen mit Diabetes wie für alle Versicherten heißt das: Ein genauer Blick auf die Leistungskataloge und Zusatztarife der Krankenkassen kann sich bei einem geplanten Versicherungswechsel lohnen. Einen ersten Überblick zum Thema Zusatzversicherung findet sich hier.

Versicherungen im Job: Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit

Im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung müssen Menschen mit Diabetes in diesem Bereich mit massiven Nachteilen rechnen, da der häufigste Fall die komplette Ablehnung durch die Versicherung ist. Je nach Alter, Gesundheitszustand (gute Blutzuckerwerte) und Diabetestyp kann nach einer Risikoprüfung eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit sehr hohen Risikozuschlägen angeboten werden.

Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente haben Sie nur, wenn Sie nicht mehr sechs Stunden am Tag in der Lage sind auch einfachen Tätigkeiten nachzugehen – die nicht mehr vorhandene Fähigkeit zur Ausübung Ihres erlernten Berufes ist damit nicht gemeint. Mehr zu diesen Versicherungen und den möglichen Varianten können Sie hier nachlesen.

Pflegeversicherung

Wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, ist die Pflegeversicherung schon inbegriffen – unabhängig von Ihrem Gesundheitszustand. Die Leistungen einer gesetzlichen Pflegeversicherung sind jedoch meist nicht üppig. Private Pflegeversicherungen, die umfangreichere Leistungen beinhalten, sind für Menschen mit Diabetes hingegen oft mit Aufschlägen verbunden.

Hier kann es sinnvoll sein, den Umfang der gesetzlichen Pflegeversicherung durch Zusatzversicherungen zu erweitern, die keine zusätzlichen Gesundheitsfragen benötigen. Das kann bspw. die Pflegekostenvorsorge sein.

Kapitallebens- und Risikolebensversicherung / Todesvorsorge

Vor Abschluss einer Kapitallebens- oder Risikolebensversicherung müssen zwar Gesundheitsfragen beantwortet werden, in der Regel können sich Menschen mit Diabetes aber mit Prämienzuschlag versichern lassen. Sollte die Risikolebensversicherung nicht abgeschlossen werden können, bietet die sog. Todesfallvorsorge eine Alternative: Hier müssen Sie zwar auf einige Leistungen einer Risikolebensversicherung verzichten, müssen jedoch keine Gesundheitsfragen beantworten. Eine weitere Möglichkeit bietet die Sterbegeldversicherung, die in der Regel die Bestattungskosten genutzt wird.

Lebensversicherung

Im Gegensatz zur Risikolebensversicherung ist die „normale“ Lebensversicherung nicht an den Todesfall gebunden, sondern auf eine bestimmte Laufzeit ausgelegt. Je nach Leistungsumfang der Versicherung können Sie dabei mitunter auf Gesundheitsfragen verzichten. Je höher die auszuzahlende Versicherungssumme jedoch ist, desto wahrscheinlicher wird auch der Gesundheitszustand in die Kalkulation der Beitrags- und Versicherungssumme einkalkuliert.

Unfallversicherung

Die Unfallversicherung steht Menschen mit Diabetes in aller Regel offen. Gesundheitsfragen sind jedoch unumgänglich, wenn auch nicht so umfangreich wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Aufschläge bei den Beiträgen oder Einbußen bei den Leistungen sind aber wahrscheinlich. Zwischen den Anbietern gibt es teils große Unterschiede – die Versicherungsbedingungen genau zu lesen und vergleichen kann sinnvoll sein und bares Geld sparen – im Zweifelsfall lohnt es vielleicht einen unabhängigen Berater hinzuzuziehen.

Hausrat & Co.: Versicherungen für den Sachbereich

Für alles, was nicht mit Gesundheit zu tun hat, gelten die ganz normalen Leistungen der Versicherer. Bei Privathaftpflicht-, KFZ-, Hausrat-, Rechtsschutzversicherung etc. werden keine Gesundheitsfragen gestellt – und Menschen mit Diabetes genau wie jeder andere Versicherte behandelt.

Beim Abschluss aller Versicherungen gilt: Gesundheitsfragen sollten Sie immer wahrheitsgemäß beantworten. Sollte der Versicherungsfall doch einmal eintreten, hat die Versicherung andernfalls das Recht, die Leistung zu verweigern.

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