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Blutprobe

Der HbA1c-Wert: Durchschnittswert und Blutzuckergedächtnis

Einmal im Quartal wird der HbA1c-Wert ermittelt: Beim Hausarzt oder Diabetologen wird Blut abgenommen, um mit seiner Hilfe die Güte der Therapie-Einstellung zu beurteilen. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Größe mit der seltsamen Buchstaben-Zahlen-Kombination, aus der Ihr Arzt scheinbar so viel herauslesen kann?

Der HbA1c-Wert, oder auch Glykohämoglobin (GHb) ist ein Maß für den mittleren Blutzuckerwert der letzten acht bis zwölf Wochen. Er wird daher auch als Langzeitblutzucker oder Blutzuckergedächtnis bezeichnet. Er gibt die Menge des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) an, die mit Glukose (Traubenzucker) verbunden ist. Je höher die durchschnittliche Glukosekonzentration im Blut, desto höher der HbA1c-Wert. Im Vergleich dazu sind die von Ihnen zu Hause mit dem Blutzuckermessgerät durchgeführten Messungen Momentaufnahmen, die aneinander gereiht einen Überblick über Ihren Blutzuckerverlauf geben.

Der Langzeitblutzucker wird in mmol/mol oder in Prozent angegeben. Ein Normalwert liegt bei kleiner 47, 5 mmol/mol bzw. 6,5 bis 7,5 Prozent.

Grenzen der Aussagekraft

Der HbA1c-Wert ist ein Durchschnittswert und besitzt alle Vor- und Nachteile seiner Gattung. Der Vorteil liegt auf der Hand: Überblick über den Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum. Der Nachteil: Extreme Ausreißer im täglichen Auf und Ab der Werte werden nicht abgebildet. Fahren die Werte innerhalb dieser drei Monate öfter buchstäblich Achterbahn, wird das unter Umständen nicht aus dem HbA1c-Wert ersichtlich. Denn die Über- und Unterzuckerungen heben sich eventuell so auf, dass der durchschnittliche Wert trotzdem gut aussieht. Kurzfristige Blutzuckerspitzen (circa unter vier Stunden) und Werte kurz vor einer Hypoglykämie können trotz gutem HbA1c-Wert vorhanden sein.

Sicher ist dagegen: Ein regelmäßig erhöhter HbA1c-Wert ist in jedem Fall negativ, vor allem steigt das Risiko für Folgeerkrankungen. Ein akzeptabler Wert sollte also ein Ziel jeder Diabetes-Therapie sein.

Auf Nummer sicher

Wirklich aussagekräftig ist also nur ein HbA1c-Wert, der durch strukturierte Blutzuckermessungen ergänzt wird, deren Werte dokumentiert werden. Zumal der sogenannte Zielbereich der Blutzuckerwerte (Time in Range) eine immer größere Rolle in der Diabetes-Therapie einnimmt: Der individuelle Zielbereich wird gemeinsam mit dem Arzt festgelegt und beschreibt in welchem Rahmen sich Blutzuckerwerte nüchtern und nach Mahlzeiten bewegen sollten.

Besonders gut lassen sich solche Dokumentationen mit einer Diabetes Tagebuch App verwirklichen, wenn die gemessenen Werte automatisch vom Blutzuckermessgerät an die App gesendet werden. Möglich ist das z. B. mit der mySugr App in Verbindung mit Wireless Adapter. Darstellungsform wie Diagramme, Tabellen oder Statistiken ermöglichen eine genauere Analyse Ihrer Therapie-Einstellung und können so die Aussage des aktuellen HbA1c-Werts bekräftigen oder zurechtrücken.

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