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Menschen mit Diabetes müssen nicht grundsätzlich auf Zucker verzichten.

Süßen bei Diabetes? Zuckeraustauschstoffe im Überblick

Das gemeinsame Backen mit den Kindern, das Einmachen der Gartenfrüchte zu Marmelade, ein Latte Macchiato in der Frühstückspause, den Sie sich gern etwas süßen möchten – zu all dem braucht es Zucker. Oder doch nicht? Hier finden Sie einen kurzen Überblick zu den bekanntesten Zuckeraustauschstoffen.

Grundsätzlich ist Zucker für Menschen mit Diabetes längst kein Tabu mehr – diese Regel ist ebenso verschwunden wie die "Diabetiker-Lebensmittel", die vor einigen Jahren noch handelsüblich waren. Allerdings lässt Saccharose, der handelsübliche Haushaltszucker, den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen und sorgt bei Menschen mit Diabetes oft für Blutzuckerspitzen. Der Genuss von zu viel Zucker ist dabei aber nicht nur für Menschen mit Diabetes wenig empfehlenswert. Zucker hat eben auch viele Kalorien, was sich entsprechend negativ auf Körpergewicht und allgemeine Gesundheit auswirken kann. Als Faustregel gelten weniger als zwei gehäufte Teelöffel täglich.

Sind die zahlreich vorhandenen Zuckeraustauschstoffe mittlerweile empfehlenswerte Alternativen? Sie haben meist weniger Kalorien als Zucker und werden langsamer verstoffwechselt – wodurch ihre Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel deutlich geringer ausfällt. Nicht zu verwechseln sind sie mit Süßungsmitteln wie Stevia, die zwar auch süßen, aber sich bspw. im Volumen von Zucker und Zuckerersatz unterscheiden. Generell haben Süßungsmittel auf Grund ihrer hohen Süßkraft ihre natürliche Grenze für Herstellung vieler Lebensmittel.

Fructose

Fructose galt lange als empfehlenswerter Austauschstoff – mittlerweile weiß man allerdings: Zu viel davon kann die Entwicklung von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen oder die Entstehung einer Fettleber begünstigen. Die Fructose, die in zwei bis drei Portionen Obst enthalten ist, gilt als unbedenklich. Belassen Sie diese Snacks also ruhig auf Ihrem Ernährungsplan.

Sorbit (E 420)

Sorbit wird industriell aus Mais- und Weizenstärke gewonnen und enthält etwa halb so viele Kalorien wie Haushaltszucker. In Europa ist es ohne Mengenbeschränkung für Lebensmittel zugelassen, mit Ausnahme von Getränken. Die geringere Süßkraft erfordert leider auch eine höhere Verwendungsmenge – so kommen dann schnell wieder genauso viele Kalorien wie bei Haushaltszucker zustande. Außerdem kann es höher dosiert (mehr als 50g pro Tag) zu Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen führen.

Isomalt (E 953)

Isomalt wird aus normalem Haushaltszucker hergestellt und hat die Hälfte dessen Kalorien – und der Süßkraft. Wie auch Sorbit verursacht es keinen Karies und hat nur wenig Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Zuviel davon kann ebenfalls zu Verdauungsproblemen führen. Der Geschmack ist natürlicher, daher findet es sich oft in Milchprodukten. Müslis und Desserts.

Maltit (E 965)

Maltit enthält nur die Hälfte der Kalorien von normalem Zucker, bei 90% der Süßkraft. Ähnlich positiv bezüglich Zähnen und Blutzuckerspiegel wie Sorbit und Isomalt wird es daher gern für Desserts und Süßwaren genutzt. Mögliche Verdauungsprobleme sind aber auch hier der größte Nachteil.

Xylit (E 967)

Xylit ist ähnlich süß wie Haushaltszucker. Der Vorteil ist daher, dass die verwendete Menge nicht umgerechnet werden muss, was besonders beim Kochen oder Backen praktisch ist. Bereits in den 1970ern wurden positive Effekte von Xylit auf die Mundhygiene festgestellt, jedoch kann zu viel des Guten auch hier zu Magenkrämpfen führen und abführend wirken. Übrigens: Die Bezeichnung „Birkenzucker“ ist irreführend – Xylit kommt in vielen Pflanzen vor und wird sogar in der Leber in kleinen Mengen hergestellt. Im industriellen Maßstab wird es jedoch häufig aus Birkenholz und anderen Harthölzern gewonnen.

Erythrit (E 968)

So gut wie keine Kalorien und Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel, gleichzeitig ungefähr 60-80% der Süßkraft von Haushaltszucker, auch die Zähne werden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Da auch kaum Verdauungsprobleme zu erwarten sind, kommt der Stoff in verschiedensten Produkten wie Fertiggerichten, Süßigkeiten, Käse und Fisch auf die Esstische.

Wenn Sie auf herkömmlichen Haushaltszucker verzichten möchten, gibt es eine Vielzahl an Ersatzstoffen, auf die Sie zurückgreifen können. Ganz problemlos lässt sich die Saccharose aber leider nicht ersetzen – auch Zucker-Ersatzstoffe haben in größeren Mengen ihre Nachteile, etwa Verdauungsprobleme. Zuckerersatzstoffe, wie Maltit, gibt es relativ günstig im Supermarkt und, wohingegen Xylit bspw. vergleichsweise teuer ist und in der Regel nur im Internet zu bestellen ist.

Welcher Zuckerersatz für Sie am besten geeignet ist, hängt natürlich auch vom Verwendungszweck ab. Grundsätzlich gilt aber für Haushaltszucker wie für Ersatzstoffe: ratsam ist es, möglichst wenig zu konsumieren.

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