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Bei Diabetes und Augenerkrankungen sind regelmäßige ärztliche Untersuchungen das A und O.

Diabetes und Augenerkrankungen: vorbeugen, erkennen und behandeln

Einmal jährlich zum Augenarzt: Für Menschen mit Diabetes ist diese regelmäßige Kontrolle Teil einer nachhaltigen Vorsorge. Denn die Liste der Risikofaktoren, die bei einem langjährigen Diabetes auf die Netzhaut des Auges schlagen und damit die Sehfähigkeit einschränken können, ist lang: Bluthochdruck, eine diabetische Nierenschädigung, erhöhte Blutfettwerte, hormonelle Umstellungen in Pubertät und Schwangerschaft – und allen voran ein langfristig zu hoher Blutzuckerwert.

Diabetische Retinopathie – was ist das?

Die häufigste Augenkrankheit bei Menschen mit Diabetes wird durch Schädigung der Blutgefäße in der Netzhaut (lateinisch: Retina) verursacht. Die dort befindlichen Sehzellen sind von feinsten Äderchen durchzogen. Bei der diabetischen Retinopathie kommt es hier aufgrund langfristig hoher Glukosewerte zu Blutungen oder Gefäßverschlüssen. Weil der Körper versucht, die geschädigten Gefäße durch die Bildung von neuen Blutgefäßen zu ersetzen – die dann die Netzhautoberfläche bedecken – kommt es zu einer Sehverschlechterung, die bis zur Erblindung führen kann.

Menschen mit Langzeitdiabetes am meisten betroffen

Laut Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) weisen 15 bis 20 Jahre nach der Diabetes-Diagnose bis zu 85 Prozent aller Menschen mit Typ-1-Diabetes eine Netzhautschädigung auf, bei Menschen mit Typ-2 sind es 80 Prozent. Darüber hinaus haben Menschen mit längerer Diabetes-Dauer ein erhöhtes Risiko für den Grauen Star, der ebenfalls zum Verlust des Sehvermögens führen kann. Hier verschlechtert die Eintrübung der Augenlinse die Sehfähigkeit – und auch hier ist ein dauerhaft hoher Blutzucker hauptursächlich. Der Graue Star lässt sich in den meisten Fällen chirurgisch beseitigen, fast alle Patienten erlangen so ihre Sehkraft wieder.

Früherkennung ist das A und O

Ab wann ist es für Menschen mit Diabetes also ratsam, zur Vorsorge beim Augenarzt zu gehen? Kurz: So früh wie möglich. Der Fachmann kann und sollte dabei durch eine medikamentöse Pupillenerweiterung auch den Rand der Netzhaut untersuchen. Studien zeigen: Bestehen krankhafte Veränderungen in diesem Peripheriebereich, deutet das auf ein höheres Risiko hin, dass die Krankheit voranschreitet; je ausgedehnter hier die Veränderungen, desto wahrscheinlicher ist eine Verschlechterung mit einhergehenden Gewebswucherungen.

Ein frühzeitiger Start der Augenvorsorge kann auch wertvolle Warnzeichen für mögliche andere Veränderungen geben – und wie so oft, wenn es um die Gesundheit geht, hilft auch bei Augen-Erkrankungen eine möglichst frühe Diagnose. Ihr Augenarzt kann bei der Untersuchung Netzhauterkrankungen erkennen, lange bevor Sie überhaupt Symptome wie verzerrtes oder verschwommenes Sehen, eine plötzliche Veränderung bzw. Verschlechterung des Sehvermögens, Störungen des Farbsinns oder einen „Rußregen“ vor dem Auge wahrnehmen.

Blutzucker, Blutdruck, Blutfette: bitte senken.

Nicht erst bei einer beginnenden Retinopathie sollten die begünstigenden Faktoren reguliert werden: eine gute Blutzuckereinstellung senkt das Risiko einer Augenerkrankung bei Typ-1-Diabetes um bis zu drei Viertel. Auch ein dauerhafter Blutdruck von 130/80 mmHg vermindert das Risiko der Netzhautschädigung. Weil eine gleichzeitige Nierenerkrankung den Verlauf einer Retinopathie ungünstig beeinflussen kann, ist für Betroffene eine noch engmaschigere Kontrolle durch den Augenarzt ratsam. 

Bei einer diagnostizierten Netzhauterkrankung kann die richtige Einstellung des Diabetes das Ausmaß der Schäden bzw. das Fortschreiten begrenzen. Später lässt sich durch ambulante Lasertherapie der Verlauf aufhalten, indem undichte Äderchen verödet und so neue Einblutungen verhindert werden. Bei einer Netzhautablösung muss auf jeden Fall schnell operiert werden, damit das Auge nicht erblindet.

Grundsätzlich gilt jedoch: Bereits verlorene Sehkraft lässt sich nicht wiederherstellen, und nach wie vor ist die diabetische Retinopathie die Hauptursache für Erblindungen in der westlichen Welt. In Deutschland sind jährlich zwischen 1.800 und 6.000 Menschen betroffen. Diese Zahlen zeigen eindrücklich: eine gute Vorsorge ist das A und O – je früher, desto besser.

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