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Nervenschäden bei Diabetes: Was Sie tun können

Eine gesunde und cholesterinarme Ernährung, regelmäßige Bewegung, keine Zigaretten und nur wenig Alkohol – das ist gesund, macht jeden Ernährungsberater glücklich und in Kombination mit gut eingestellten Blutzuckerwerten für Menschen mit Diabetes auch der beste Schutz vor Folgeerkrankungen. Gepaart mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen durch Neurologe oder Diabetologe lassen sich auch Nervenschäden – oder zumindest ihr Fortschreiten – oft verhindern.

Was genau sind Nervenschäden?

Bei etwa einem Drittel aller Menschen mit Diabetes werden die Nerven in Mitleidenschaft gezogen. Die „periphere Neuropathie“, so heißt eine solche Nervenschädigung, betrifft die Nerven, die für die Übermittlung von Druck-, Berührungs-, Schmerz- und Temperatursignalen zuständig sind. Sie tritt meist beidseitig auf, beginnend in den Füßen und Zehen oder Händen und Fingern. Wenn Sie Missempfindungen wie beispielsweise Kribbeln („Ameisenlaufen"), ein Taubheitsgefühl oder auch brennende, reißende oder stechende Schmerzen verspüren, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Auch Muskelschwäche und Gangunsicherheiten können Anzeichen für eine beginnende diabetische Neuropathie sein. 

Die bekannteste – und am weitesten verbreitete – Folge dieser Nervenschädigung ist das diabetische Fußsyndrom: Verletzungen an den Füßen bleiben dabei meist unbemerkt und können mitunter schwere Entzündungen oder Geschwüre nach sich ziehen.

Zum Glück seltener: die autonome Neuropathie

Bei der anderen Form der Nervenschädigung, der autonomen Neuropathie, fallen einzelne Nerven aus, was zu Schmerzen und Muskelschwäche führen kann. Diese Erkrankung des vegetativen Nervensystems kann nahezu jedes Organ befallen und zu einer ganzen Reihe unterschiedlicher Symptome führen: Blutdruckabfall mit Schwindel beim Aufstehen oder ein erhöhter Ruhepuls, wenn das Herz-Kreislauf-System betroffen ist; Schluckstörungen, Sodbrennen, Übelkeit, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall, wenn der Magen-Darm-Trakt betroffen ist. Die Beschwerden sind in ausgeprägter Form recht selten und treten meist erst nach langer Diabetesdauer auf. Eine Abklärung der Symptome beim Facharzt ist vor allem deshalb so wichtig, weil sie bei ganz unterschiedlichen Erkrankungen auftreten. 

Wie entstehen Nervenschäden?

Grund für eine diabetischen Nervenschädigung ist in der Regel ein langfristig erhöhter Blutglukosewert, der wichtige Blutgefäße schädigt. Das führt zu verschiedenen Komplikationen, die die Nerven langfristig schädigen können. Wenn der Diabetes bereits längere Zeit besteht, aber unerkannt geblieben ist, können Nervenschäden können zum Zeitpunkt der Diagnose eines Diabetes bereits eingetreten sein. Und auch bei einer therapiegesteuerten Senkung des Blutzuckerspiegels gilt besondere Achtsamkeit: Neuere Studien haben gezeigt, dass eine zu rasche Absenkung ebenso zu Nervenschädigungen führen kann. Über die genauen Ursachen und Zusammenhänge wird allerdings noch geforscht.

Was können Sie selbst tun?

Als wichtigste Maßnahme gegen Nervenschäden gelten gut eingestellte Blutzucker- und Blutdruckwerte. Auch die Blutfettwerte spielen eine Rolle – eine cholesterinarme Ernährung schützt vor Verengung der Blutgefäße. Eine professionelle Fußpflege, regelmäßige Bewegung und moderater Sport, die Reduzierung des Körpergewichts, der Verzicht auf Nikotin und ein nur mäßiger Alkoholgenuss – all das hilft, eine diabetische Neuropathie zu verhindern oder ihr Fortschreiten aufzuhalten. 

Regelmäßig zum Arzt

Und vor allem: Gehen Sie zur Früherkennung. Je früher Ihr Arzt eine beginnende Neuropathie diagnostiziert, desto eher können Sie gegensteuern. Je früher Sie Ihren Diabetes optimal einstellen, desto eher vermeiden Sie Folgeerkrankungen. Fühlen, schmecken, sehen, riechen, tasten – mit der richtigen Vorsorge können Sie die Welt weiterhin mit allen Sinnen erfahren. 

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