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Schlafstörungen ade: Gesund schlafen mit Diabetes

„Mach’ mal Pause“, fordern Ihr Körper und Ihr Geist jeden Abend aufs Neue. Nach 14 bis 16 Stunden auf den Beinen haben beide eine ausgedehnte, nächtliche Erholungsphase verdient. Bereits in der Einschlafphase sinken Herzschlag, Blutdruck und Körpertemperatur. In der nächtlichen Ruhepause regeneriert Ihr Immunsystem: Es füllt die Vorratslager von Antikörpern und Immunzellen auf. Auch Wachstumshormone, die die Blutbildung und Wundheilung anregen, werden nächtens ausgeschüttet.

Cortisol: aus. Insulin: an.

Für Menschen mit Diabetes gibt es dabei eine Besonderheit: Das Stresshormon Cortisol, das tagsüber quasi den Gegenspieler des Insulins darstellt, erreicht nachts seine niedrigste Konzentration. Deshalb wirkt Insulin zu dieser Zeit besser im Körper. Wenn die Cortisol-Produktion in den frühen Morgenstunden allerdings wieder ansteigt, kommt es bei manchen Menschen auch zu einem starken Blutzuckeranstieg. Diesem sogenannten „Dawn-Phänomen“ begegnen Menschen mit Diabetes, die eine Insulintherapie durchführen, mit der Gabe von Verzögerungsinsulin direkt vor dem Schlafengehen – und am besten mit einer Insulinpumpentherapie.

Was macht Ihr Zucker, während Sie schlafen?

Forscher vermuten, dass der Blutzucker im Tiefschlaf steigt, in der REM-Phase hingegen abfällt. Schlafentzug oder Störungen im Schlafrhythmus können daher zu erheblichen Schwankungen bei der Glukose- und Insulinkonzentration führen – eine instabile Glukose- und Insulinkonzentration führt wiederum zu häufigen Schlafunterbrechungen.

Auch eine nächtliche Hypoglykämie, eine Unterzuckerung, die sich in Schweißausbrüchen, Heißhunger, Herzklopfen, Unruhe, Aggressivität oder Verwirrtheit äußern kann, sorgt für Schlafstörungen. Meistens führt allerdings nicht die Unterzuckerung selbst, sondern die Angst davor zu häufigem Erwachen. Kontrollieren Sie deshalb am besten vor dem Zubettgehen Ihren Blutzucker, halten Sie für den Notfall Traubenzucker oder ein Glas Fruchtsaft bereit – und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, falls nächtliche Hypos häufiger auftreten und Sie in Ihrem erholsamen Schlaf stören.

Schlafstörungen lassen sich behandeln

Objektive Kennzeichnen eines chronisch gestörten Schlafes sind eine Einschlafdauer von mehr als 30 Minuten oder eine Durchschlafzeit von weniger als 85 % der Nachtruhe – häufiger als dreimal wöchentlich und über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten. Aber auch das subjektive Empfinden zählt – spätestens, wenn der Leidensdruck zu groß wird und Sie einen Mangel an Lebensqualität verspüren, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um sich helfen zu lassen. Tagesmüdigkeit, depressive Verstimmungen, Gereiztheit, Konzentrationsschwäche – alles Folgen von chronischem Schlafmangel – sind reversibel: Im Schlaflabor können Ihnen Spezialisten helfen, zu einem erholsamen Schlaf zurückzufinden.

Schlaf-Apnoe und andere Störungen

Lautes Schnarchen im Zusammenspiel mit Übergewicht kann beispielsweise zum obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) führen – es kommt zu kurzen Atemstillständen während der Nacht. Studien deuten darauf hin, dass sich Typ-2-Diabetes und Schlafapnoe gegenseitig begünstigen. Weil Übergewicht dabei als das bedeutendste Verbindungsglied zwischen Diabetes und einer Apnoe gilt, kann eine Gewichtsreduktion zu einer deutlichen Verbesserung der Situation – und des Schlafes – führen.

Was empfiehlt die Forschung?

Zu wenig Schlaf scheint Einfluss auf den Stoffwechsel zu haben: Menschen, die fünf bis sechs Stunden pro Nacht schlafen, haben ein zweifach höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken – bei mehr als acht Stunden steigt dieses Risiko gar auf das Dreifache. Eine Nachtruhe von sieben bis acht Stunden scheint also die ideale Mitte, um den Blutzucker im Griff zu behalten.

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