Hypoglykämie - Unterzuckerung

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Fällt der Blutzuckerwert rasant auf Werte unter 50 mg/dl (2,78 mmol/l), gilt höchste Alarmstufe. Denn den Körperzellen fehlt nun der wichtigste Brennstoff: der Traubenzucker (Glucose). Man bezeichnet diesen Zustand als Unterzuckerung, Hypoglykämie oder umgangssprachlich als "Hypo".

Wie können Sie die Symptome der Hypoglykämie erkennen, um so schnell wie möglich zu reagieren?

Unterzuckerungssymptome sind vielfältig und jeder Diabetiker hat seine ganz persönlichen Warnzeichen. Zu den stressbedingten Anzeichen für Unterzucker gehören Schwitzen, Zittern, Herzjagen, Blutdruckanstieg, Blässe und weiche Knie: Auf den Blutzuckerabfall reagiert der Körper und schüttet das Stresshormon Adrenalin vermehrt ins Blut aus. Blutdruck und Puls steigen.

Sinkt der Blutzuckerspiegel weiter ab, kommt es zu gehirnbedingten Anzeichen (zerebrale Symptome). Der Mangel an Glucose im Gehirn bewirkt Heißhunger, Seh-, Denk- und Sprachstörungen, Konzentrationsschwäche, Bewegungsstörungen oder ein pelziges Gefühl um die Lippen. Auch Bewusstseinstrübungen und Verwirrtheitszustände können auftreten. Gleichzeitig kann sich auch die Stimmungs- und Gefühlslage drastisch ändern - bis hin zu Aggressivität, Angstgefühlen oder Depressionen.

Wie kommt es zu einer Unterzuckerung? Ein zu niedriger Blutzucker kann bei folgenden Ereignissen auftreten:

  • Abweichungen vom Ernährungsplan (zu wenige und unregelmäßige Mahlzeiten)
  • Zu viel körperliche Betätigung (ungeplante oder auch zu lange sportliche Betätigung ohne eine Zwischenmahlzeit)
  • Zu hohe Medikamenten-Dosis bzw. Spritzen zu vieler Insulin-Einheiten oder auch Abweichungen vom üblichen Einnahmeplan.
  • Nebenwirkungen von anderen Medikamenten
  • Alkoholgenuss, vor allem ohne etwas zu essen

Jeder Punkt kann einzeln oder in Verbindung mit den anderen einen erniedrigten Blutzucker bewirken.

Schnelle Hilfe bei Unterzuckerung

Wenn Sie denken, dass Ihr Blutzucker zu niedrig ist, sollten Sie sofort Ihren Blutzuckerspiegel messen. Der Blutzuckertest ist wichtig, weil Sie durch die Bestimmung Ihres Blutzuckerwertes einer drohenden Unterzuckerung vorbeugen können.

Von einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel geht man bei Blutzuckerwerten von unter 50 mg/dl (2,78 mmol/l) aus. Aber: Auch wenn so genannte normale Werte vorliegen kann sich bereits eine Unterzuckerung entwickeln. Wichtig ist Ihr persönliches, subjektives Gefühl. Ab wann bemerken Sie erste Anzeichen für eine Unterzuckerung? Diesen Wert finden Sie am besten durch genaue Beobachtungen und engmaschige Blutzuckerselbstkontrollen heraus. Einem erniedrigten Blutzucker muss sofort entgegen gewirkt werden: Auch der bloße Verdacht oder ein Unwohlsein ohne Warnanzeichen erfordert schnelles Handeln.

Die Einnahme von Zucker normalisiert den Blutzuckerspiegel. Am besten eignet sich schnell wirkender Zucker, z. B. in Form von Traubenzucker. Sobald Sie erste Anzeichen eines Blutzuckerabfalls spüren:

  • Trinken Sie so schnell wie möglich mindestens ein großes Glas eines Fruchtsaftgetränkes. Achten Sie darauf, dass es Zucker enthält. Der im Fruchtsaftgetränk enthaltene Traubenzucker lässt den Blutzuckerspiegel rasch wieder ansteigen. Auch Colagetränke/Limonaden können in diesem Fall schnell helfen. Achten Sie bei erniedrigtem Blutzucker darauf, dass Sie kein Diät- bzw. Lightgetränk mit Süßstoff zu sich nehmen.
  • Auch die sofortige Einnahme von Traubenzuckerblättchen oder von Würfelzucker mit ausreichend Wasser, bzw. Flüssigkeit bringt Ihren Blutzuckerspiegel wieder in den grünen Bereich.
  • Sie können den Traubenzucker (Glucose) auch in Form eines flüssigen Gels zu sich nehmen (bitte die entsprechende Gebrauchsanweisung beachten). Lassen Sie sich diesbezüglich in Ihrer Apotheke beraten.

Unser Tipp: Sie sollten immer eines der aufgeführten Nahrungsmittel bei sich haben. Niedriger Blutzucker kann sehr plötzlich auftreten und dann ist der sofortige Ausgleich sehr wichtig. Wenn alle Beschwerden bzw. das Gefühl von Unwohlsein verschwunden sind, haben Sie Ihrem Körper genug Zucker zugeführt. Essen Sie im Anschluss eine kohlenhydratreiche Mahlzeit (Kartoffeln, Reis oder Brot), um den Blutzuckerspiegel zu halten.

Gefahren einer nicht behandelten Unterzuckerung

Eine nicht behandelte Unterzuckerung kann zu schwerwiegenden Folgen führen - von Krampfanfällen bis hin zur Bewusstlosigkeit (Koma). Darum ist wichtig, bereits bei einem Verdacht auf drohende Unterzuckerung rasch zu handeln.

Wenn eine schwere Unterzuckerung eingetreten ist, muss auf jeden Fall ein Notarzt verständigt werden: Die sofortige medizinische Hilfe ist für den weiteren Verlauf sehr wichtig. Ihren Diabetiker-Ausweis haben Sie am besten immer bei sich. Das ist hilfreich für diejenigen, die helfen wollen, wenn sich Ihr Verhalten auffällig ändert oder Sie in fremder Umgebung bewusstlos werden.

Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt bzw. Diabetologen ein Glucagon-Injektionsset verordnen, wenn Sie unter Insulintherapie stehen. Dieses Injektionsset bewahren Sie zu Hause oder an der Arbeitsstelle an einem gut erkennbaren Ort auf. Denn im Falle einer Unterzuckerung muss unverzüglich (notfallmäßig) eine Glucagon-Injektion erfolgen. Der Arzt wird einem von Ihnen bestimmten Personenkreis, wie z.B. Familienmitgliedern oder Arbeitskollegen, erklären wie man eine drohende bzw. eingetretene Unterzuckerung erkennt und wie man die Glucagon-Injektion vorbereitet und ausführt.

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