Sorry, you need to enable JavaScript to visit this website.
Zubehör zum Spritzen von Insulin auf einem Tisch.

Insulin spritzen: Tipps zu Spritzstelle, Pen und Co.

Alle Diabetiker:innen müssen Insulin spritzen? Weit gefehlt! Wenn Sie aber zu den insulinpflichtigen Personen mit Typ-1- oder Typ-2- Diabetes gehören, gilt es einiges zu beachten. Hier finden Sie hilfreiche Informationen und alltagstaugliche Tipps.

Insulin spritzen: Neuland oder schon Gewohnheit?

Vielleicht haben Sie die Diagnose Diabetes bereits vor Jahren erhalten und sind darin geübt, sich das Insulin selbst zu spritzen. Vielleicht ist das alles aber auch noch neu für Sie und Sie sind gerade erst auf dem Weg, Ihre persönliche Routine zu finden. So oder so: Es ist immer wichtig, vorhandenes Wissen aufzufrischen oder zu erweitern und die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen. Denn es ist für Sie und Ihre Gesundheit von Bedeutung, das Insulin richtig zu spritzen.

Wer muss eigentlich Insulin spritzen?

Menschen mit Diabetes brauchen Insulin, wenn sich ihr Blutzuckerwert trotz eines gesunden Lebensstils und Tabletten nicht ausreichend senken lässt. Das betrifft vor allem Personen mit Typ-1-Diabetes, da ihr Körper das Hormon gar nicht mehr herstellen kann (absoluter Insulinmangel). Bei Betroffenen mit Typ-2-Diabetes sprechen Fachleute von einem relativen Insulinmangel. Ihre Zellen produzieren zwar Insulin, aber nicht ausreichend. In den meisten Fällen lässt sich das mit Tabletten behandeln, etwa 1,5 Millionen Typ-2-Patienten in Deutschland müssen jedoch auch Insulin spritzen.1

Tipps, Tricks und mögliche Fehler beim Insulin spritzen

Ist die Vorstellung, sich das Insulin selbst zu spritzen, für Sie schwierig? Mit den richtigen Tipps gelingt es Ihnen im Alltag bestimmt! Machen Sie es sich zunächst so einfach und angenehm wie nur möglich. Wichtig ist es, eine gute Technik zu erlernen. Sind Sie schon länger dabei und haben bereits eine gewisse Routine entwickelt, dann empfehlen wir Ihnen, die eigene Vorgehensweise regelmäßig zu überprüfen.

Nach dem Spritzen des Insulins ist es wichtig, dass Sie die Nadel nicht zu früh entfernen. Belassen Sie sie noch für einige Sekunden an Ort und Stelle. So stellen Sie sicher, dass die vollständige Dosis im Gewebe angekommen ist und den Blutzuckerspiegel senken kann. Ziehen Sie die Nadel zu früh zurück, riskieren Sie erhöhte Blutzuckerwerte trotz (vermeintlich korrekter) Insulingabe.

In diesem Zusammenhang haben wir einen Tipp für Ihren Alltag: Zählen Sie einfach bis zehn, bevor Sie die Nadel herausziehen.

Geschwenkt – nicht geschüttelt

Trübes Misch- oder Verzögerungsinsulin sollte leicht gemischt werden, bevor es losgeht. Dazu nicht wie einen Cocktail schütteln, sondern ungefähr 20-mal vorsichtig auf- und abschwenken, um das Insulin im Anschluss ins Unterhautfettgewebe zu spritzen.2

Halten Sie Abstand

Wenn Sie Insulin spritzen, dann sollten Sie von einigen Körperstellen ausreichend Abstand halten:

  • Bauchnabel
  • blaue Flecken
  • Leberflecken und Muttermale
  • Verhärtungen
  • Verdickungen

Achten Sie außerdem auf Dehnungs- sowie Schwangerschaftsstreifen und sonstige Narben.

Bauch, Beine, Po

Egal für welche der drei Stellen Sie sich entscheiden sollten, sie eignen sich alle sehr gut, um Insulin richtig zu spritzen. Das Unterhautfettgewebe ist an Bauch und Po sowie in den Beinen in der Regel am stärksten. Je nachdem, welche Art von Insulin Sie verwenden müssen, dürfen Sie die folgenden Regionen wählen:

  • schnell wirksames Insulin bevorzugt in den Bauch
  • langsamer wirkendes Insulin in das Gesäß
  • Insulin, dessen Wirkung am längsten benötigt, in den Oberschenkel

Bei Mischinsulin können Sie sich von Ihrem Diabetesteam beraten lassen, welche Stelle sich am ehesten anbietet.

Fett statt Muskeln

Unabhängig davon, welche Körperregion Sie auswählen, um Insulin zu spritzen, gilt: Injizieren Sie das Hormon immer ins Fettgewebe. Der Grund dafür ist, dass Muskelgewebe viel stärker durchblutet wird, als es beim Fettgewebe der Fall ist. Wenn Sie Insulin in den Muskel geben, flutet es viel schneller an. Das heißt, es kommt nicht wie gewünscht langsam an, sondern so schnell, dass es zu Blutzuckerschwankungen oder sogar Unterzuckerungen führen kann.

Besser Insulin mit kurzer Nadel spritzen

Um Insulin richtig zu spritzen, sollte das Hormon die Chance bekommen, sich gut im Unterhautfettgewebe zu verteilen. Dies funktioniert am besten, wenn Sie eine Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger bilden. Das ist kein Muss, sondern hängt vor allem von der Statur ab: Je schlanker eine Person ist, umso geringer ist auch das Fettgewebe und desto hilfreicher die Bildung einer Hautfalte.

Alternativ können Sie zu einer kurzen Nadel (beispielsweise vier Millimeter) greifen und auf eine Hautfalte verzichten.3 Diese Variante eignet sich sehr gut für Personen mit einem geringen Körperfettanteil oder wenn Sie das Insulin in Regionen spritzen möchten, die Sie nur schwer mit beiden Händen gleichzeitig erreichen können. Die kurzen Pen-Nadeln bringen noch weitere Vorteile für Sie mit:

  • Dicke der Haut: Sie liegt bei fast allen Menschen unter vier Millimetern, sodass Sie mit einer solchen Nadel ganz automatisch das Unterhautfettgewebe erreichen.4
  • Kurze Nadeln: Durch sie verringert sich die Gefahr, dass die Nadeln beim Spritzen abknicken.

Accu-Fine Pen-Nadeln zum Beispiel, ermöglichen dank spezieller Gleitbeschichtung eine besonders schmerzarme Insulingabe.

Ortswechsel beim Insulin spritzen

Sie haben eine Lieblingsstelle für die Insulinspritze? Dann überfordern Sie sie nicht und wechseln Sie die Körperstelle regelmäßig. Wenn Sie den Pen immer an derselben Stelle ansetzen, riskieren Sie andernfalls auf Dauer die Entstehung unschöner Beulen, sogenannter Lipohypertrophien. Dabei handelt es sich um eine Vermehrung des Unterhautfettgewebes, die Sie als Verhärtung oder Verdickung spüren.

Wahrscheinlich entstehen sie durch die erhöhte Konzentration von zugeführtem Insulin. Langfristig können diese Veränderungen im Unterhautfettgewebe die Insulinaufnahme in den Blutkreislauf verzögern und in der Folge auch schwankende Blutzuckerwerte hervorrufen. Wechseln Sie daher regelmäßig die Einstichstelle und halten Sie mindestens zwei bis vier Zentimeter Abstand zwischen der alten und der neuen Stelle, um solche Hauterscheinungen zu vermeiden.3

Zu diesem Zweck kann das sogenannte Rotationsschema hilfreich sein: Unterteilen Sie zum Beispiel den Bereich um den Bauchnabel oder die Oberschenkel in vier Quadranten. Bleiben Sie unter Berücksichtigung der nötigen Abstände für eine Woche in einem Quadranten und wechseln Sie nach einer Woche in den nächsten, um dann dort das Insulin zu spritzen.3

Insulin richtig spritzen: Eine einmalige Angelegenheit

Sicher wussten Sie bereits, dass die Nadeln, mit denen Sie das Insulin spritzen, Einmalartikel sind und bereits bei der ersten Anwendung ihre Sterilität und Funktion verlieren. Sie stumpfen mit jeder erneuten Injektion ab, weshalb es mit jedem Mal schmerzvoller und somit immer schwieriger würde, Insulin richtig zu spritzen.

Werfen Sie die Nadeln deshalb nach dem Gebrauch weg und nehmen Sie für jede Injektion eine neue. Am besten eignet sich zum Wegwerfen eine spezielle Abwurfbox, in der Sie die Nadeln sammeln können. Ist die Box voll, können Sie sie ganz einfach und ohne Verletzungsgefahr im Hausmüll entsorgen.

     Wie wäre es mit einem unentgeltlichen digitalen Diabetes-Tagebuch? Entdecken Sie HIER die mySugr App. 

Quellen

 1 Müssen alle Menschen mit Diabetes lebenslang Insulin spritzen?, diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe e.V., siehe https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/12_fragen_zu_diabetes/frage_5 [Zuletzt abgerufen am 22.07.21].

 2 TIP: Insulin-Pen rollen und nicht schütteln!, ÄrzteZeitung - aerztezeitung.de, 11.11.04,  https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Insulin-Pen-rollen-und-nicht-schuetteln-318402.html [Zuletzt abgerufen am 22.07.21].

3Injektionsleitfaden für Diabetes mit Insulinpflicht, Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes e. V., 08.10.19, siehe  https://menschen-mit-diabetes.de/ratgeber/leitfaden-diabetes-insulin-spritzen [Zuletzt abgerufen am 22.07.21].

4 Dingermann, Theodor/Zündorf, Ilse (24.03.11). Die Haut – unser größtes Organ. Deutscher Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH & Co. KG (DAZ 2011, Nr. 12, S. 54). siehe https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-12-2011/die-haut-unser-groesstes-organ  [Zuletzt abgerufen am 22.07.21].
 

Teilen

1 like 

<p>Erhalten Sie regelmäßig aktuelle und wichtige Informationen zum Thema Diabetes und zu Neuerungen bei Accu-Chek und Roche Diabetes Care.</p>

<strong>Accu-Chek News</strong>

Bleiben Sie informiert!
Erfahren Sie mehr >